Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Der konsekutive Masterstudiengang Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Universität Tübingen ist am Institut für Erziehungswissenschaft der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät angesiedelt und schließt nach vier Semestern mit dem Master of Arts (120 ECTS) ab. Der Studiengang wird zum Wintersemester aufgenommen und kennt keinen Numerus clausus, setzt aber einen einschlägigen Bachelorabschluss mit mindestens der Note 2,5 voraus. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus Psychologie, Soziologie oder Wirtschaftswissenschaften sind willkommen, sofern sie die geforderten bildungswissenschaftlichen Grundlagen nachweisen. Die Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung verantwortet die Lehre und ist mit Forschungsschwerpunkten zu digitaler Erwachsenenbildung, Mediendidaktik, Programmforschung und Professionalisierung sichtbar im Fachdiskurs vertreten.
Inhaltlich rückt das Studium die gesellschaftliche Transformation in den Mittelpunkt: Digitalisierung, Demokratiebildung, nachhaltige Entwicklung und der demografische Wandel bilden Querschnittsthemen, die in zehn Modulen entlang Theorie, Forschung und Praxis bearbeitet werden. Studierende vertiefen Theorien des lebenslangen Lernens und der Erwachsenenbildung, befassen sich mit Lehr-Lern-Forschung, Programmplanung, Organisations- und Personalentwicklung sowie mit Steuerung und Recht des Weiterbildungssektors. Die methodische Ausbildung umfasst quantitative Verfahren (Statistik mit SPSS oder R, Skalenkonstruktion, Mehrebenenanalyse) und qualitative Ansätze (Interviewanalyse, dokumentarische Methode, ethnographische Verfahren) sowie evaluatives Arbeiten und Bildungsmonitoring; einzelne Module finden auf Englisch statt. Die Tübinger Besonderheit ist die enge Verbindung zum Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) und zum Hector-Institut für empirische Bildungsforschung, was Forschungspraktika und Mitwirkung in Drittmittelprojekten ermöglicht. Im ersten Studienjahr sind drei bis vier Präsenztage pro Woche üblich, das zweite Jahr ist deutlich freier strukturiert und bietet Raum für Praktika, Auslandsaufenthalte oder Forschungsprojekte.
Mit dem M.A. öffnen sich Berufsfelder in der betrieblichen Weiterbildung großer Unternehmen, in Volkshochschulen, kirchlichen und gewerkschaftlichen Bildungswerken, in Akademien, Stiftungen, der politischen Bildung sowie in Beratungs- und Trainingsorganisationen. Hinzu kommen Tätigkeiten in Personal- und Organisationsentwicklung, in Bildungspolitik und Verwaltung sowie in der Bildungs- und Hochschulforschung. Auch im Bereich digitaler Lernformate, E-Learning-Design, Coaching und Beratung sind Absolventinnen und Absolventen vertreten. Die hohe Forschungsausrichtung qualifiziert ebenso für eine Promotion an deutschen oder internationalen erziehungswissenschaftlichen Instituten.
Für ein erfolgreiches Studium sind Interesse an theoretischer Reflexion, ein solides Verständnis empirischer Forschung sowie Englischkenntnisse für Fachliteratur hilfreich. Berufliche Vorerfahrungen aus der Bildungsarbeit – etwa als Trainerin, in Studierendenjobs an Bildungseinrichtungen, in der Schülernachhilfe oder durch ehrenamtliches Engagement – erleichtern den Anschluss an Praxismodule, sind aber keine formale Voraussetzung. Die Studienberatung empfiehlt früh in einen Forschungsschwerpunkt der Abteilung hineinzuwachsen, um Praktika und Masterarbeit aus einem zusammenhängenden inhaltlichen Profil zu speisen. Die kollegiale Größe der Kohorte erleichtert dabei den Kontakt zu Lehrenden, und die enge Verbindung zur ebenfalls in Tübingen ansässigen empirischen Bildungsforschung sorgt für ein hervorragendes Methoden-Ökosystem.
Module im Studium
- Theorien der Erwachsenenbildung
- Lehr-Lern-Forschung und Didaktik der Erwachsenenbildung
- Programmplanung und Programmforschung
- Organisations- und Personalentwicklung
- Bildungsmanagement und Bildungsmarketing
- Quantitative Forschungsmethoden
- Qualitative Forschungsmethoden
- Internationale und vergleichende Erwachsenenbildung
- Digitalisierung und Lernen Erwachsener
- Forschungspraktikum
- Berufspraktikum
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Schulentwicklung und Schulforschung
- Sozialpädagogik / Soziale Arbeit
- Erwachsenenbildung / Weiterbildung
- Empirische Bildungsforschung (in Kooperation mit Hector-Institut)
Was du lernst
- Weiterbildungsprogramme zielgruppengerecht planen
- Lehr-Lern-Prozesse Erwachsener gestalten
- Organisationen bildungspolitisch beraten
- Bildungsforschung methodisch fundiert durchführen
- Digitale Lernumgebungen konzipieren
- Evaluationen praxisnah umsetzen
- Bildungspolitische Diskurse einordnen
Typische Berufsfelder
- Betriebliche Weiterbildung
- Volkshochschulen und Bildungswerke
- Personal- und Organisationsentwicklung
- Bildungsberatung und Coaching
- Politische Bildung
- Bildungsforschung
- Bildungsverwaltung und -politik
- Trainings- und Beratungsunternehmen
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Einschlägiger Bachelor mit Note ≤ 2,5
- Englisch für Fachliteratur
- Methodisches Grundverständnis
- Interesse an Bildungsforschung
- Reflexionsbereitschaft
4 Varianten dieses Studiengangs 4 Einträge
- Bildung und Erziehung: Kultur - Politik - Gesellschaft Master Vollzeit
- Schulforschung und Schulentwicklung Master Vollzeit
- Schulmanagement und Leadership Master Vollzeit
- Schulpsychologie Master Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Erziehungs-, Bildungswissenschaften” an der Universität Tübingen suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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