Soziologie (Sociology)
Der Bachelor of Arts Soziologie an der Universität Tübingen ist Teil des Fachbereichs Sozialwissenschaften an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und gehört zu den traditionsreichen Soziologieinstituten im Südwesten. Mit derzeit vier Abteilungen – darunter Methoden der empirischen Sozialforschung, Soziologie der Diversität, Soziologie sozialer Ungleichheit und Soziologie des Wissens – bietet das Institut ein vergleichsweise breites Forschungsspektrum und enge Anbindung an Tübinger Sonderforschungsbereiche zu Bildung, Religion und Wertewandel. Der Studiengang ist im Hauptfach zulassungsfrei und kann mit einem aus zahlreichen Optionen wählbaren Nebenfach kombiniert werden. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Kohortengrößen sind Lehrveranstaltungen seminaristisch, mit intensivem Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden.
Der sechssemestrige Studiengang umfasst im Hauptfach 120 Leistungspunkte, im Nebenfach 60 LP; hinzu kommen 15 LP überfachliche Schlüsselqualifikationen und ein Pflichtpraktikum von mindestens sechs Wochen. Die ersten drei Semester legen das fachliche Fundament: Einführung in die Soziologie und in soziologisches Denken, Sozialstrukturanalyse Deutschlands, soziologische Theorien (klassische bis aktuelle Ansätze von Marx und Weber bis Bourdieu, Luhmann, Boltanski), Statistik I und II sowie quantitative und qualitative Methoden empirischer Sozialforschung. Methodisch wird durchgehend mit R, SPSS und qualitativer Auswertungssoftware (MAXQDA) gearbeitet; eigene Erhebungs- und Auswertungsprojekte gehören zum Pflichtprogramm und werden in Forschungsberichten dokumentiert.
Ab dem vierten Semester setzen die Studierenden eigene Akzente in den vier inhaltlichen Schwerpunkten der Tübinger Soziologie: Methoden empirischer Sozialforschung, Diversität, Migration und Lebensläufe, Geschlecht, Körper und Wissen sowie soziale Ungleichheit und Institutionen. Forschungsseminare führen in laufende Drittmittelprojekte ein, etwa zu Bildungsungleichheit, Religion und Wertewandel oder Arbeitsmarktintegration. Studierende können sich über Tutorien, Hilfskraftstellen oder studentische Konferenzbeiträge früh in Forschungszusammenhänge einbringen. Den Abschluss bildet im sechsten Semester eine empirische Bachelorarbeit, die in der Regel an einer der vier Abteilungen verfasst wird.
Formal genügt das Abitur; erwartet werden gute Lese- und Schreibfertigkeit, Englischkenntnisse für die internationale Fachliteratur sowie Bereitschaft zu mathematik- und statistikintensiven Anteilen – ein häufig unterschätzter Aspekt des Faches. Berufliche Anschlussfelder sind vielfältig: Markt-, Meinungs- und Sozialforschung, Personalentwicklung und Diversitätsmanagement in Unternehmen, Stiftungen und politische Beratung, Verwaltung, Sozialplanung in Kommunen, Verbände und NGOs sowie Medien- und Wissenschaftsjournalismus. Für eine wissenschaftliche Karriere oder Tätigkeiten als Datenanalystin in Markt- und Sozialforschung folgt typischerweise der konsekutive Master, etwa der Tübinger M.A. Soziologie mit Schwerpunkt Empirische Sozialforschung. In Kombination mit einem datennahen Nebenfach (Informatik, Wirtschaftswissenschaft) sind zudem Übergänge in datenwissenschaftliche Rollen gut machbar, etwa in der quantitativen Markt-, Wahl- und Sozialforschung sowie in der People-Analytics-Praxis großer Unternehmen, die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen ist.
Module im Studium
- Einführung in die Soziologie
- Soziologische Theorien I
- Soziologische Theorien II
- Sozialstrukturanalyse Deutschlands
- Statistik I
- Statistik II
- Quantitative Methoden empirischer Sozialforschung
- Qualitative Methoden empirischer Sozialforschung
- Soziologie sozialer Ungleichheit
- Soziologie der Diversität
- Forschungspraktikum
- Praktikum
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Qualitative und quantitative Methoden
- Diversität, Migration, Lebensverlauf
- Gender, Körper, Wissen
- Soziale Ungleichheit und Institutionen
Was du lernst
- Soziologische Theorien anwenden
- Quantitativ mit R und SPSS auswerten
- Qualitative Interviews führen und auswerten
- Empirische Studien konzipieren
- Soziale Ungleichheit empirisch beschreiben
- Wissenschaftlich argumentieren und schreiben
Typische Berufsfelder
- Markt- und Meinungsforschung
- Personal- und Organisationsentwicklung
- Politik- und Verbandsberatung
- Diversitätsmanagement
- Sozialplanung in Kommunen
- NGO und Stiftungsarbeit
- Wissenschaftsjournalismus
- Forschung und Lehre
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Lese- und Schreibfreude
- Englisch B2
- Offenheit für Statistik
- Interesse an gesellschaftlichen Fragen
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Soziologie Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.
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