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Soziologie (Sociology)

Der Master Soziologie am Max-Weber-Institut für Soziologie (MWI) der Universität Heidelberg ist ein forschungsorientierter, konsekutiver Vollzeitstudiengang mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern und 120 ECTS. Das MWI wurde 1960 gegründet, ist nach Max Weber benannt und bezieht sich explizit auf dessen verstehende, vergleichend-historische Soziologie als programmatischen Anker. Mit dem Wintersemester 2024/25 sind eine neue Prüfungsordnung und ein neues Modulhandbuch in Kraft getreten.

Curricular gliedert sich der Studiengang in vier Bereiche. Im Methodenbereich vertiefen Studierende quantitative Verfahren (multivariate Statistik, Strukturgleichungsmodelle, kausale Inferenz mit R/STATA) und qualitative Methoden (Inhaltsanalyse, ethnographische Methoden, Diskursanalyse). Der Theoriebereich behandelt klassische soziologische Theorie (Weber, Durkheim, Simmel), Gegenwartstheorien (Habermas, Bourdieu, Luhmann, neue Praxistheorien) sowie wissenschaftstheoretische Grundlagen. Im Themenbereich „Spezielle Soziologien“ sind unter anderem Wirtschafts- und Organisationssoziologie, politische Soziologie, Soziologie sozialer Ungleichheit, Religions-, Bildungs- und Familiensoziologie sowie Wissens- und Wissenschaftssoziologie vertreten. Ein eigenes Profilmodul ermöglicht ein Forschungspraktikum oder ein Auslandssemester. Den Abschluss bildet die Masterarbeit (rund 30 ECTS), die häufig mit aktuellen Forschungsprojekten des MWI verknüpft wird.

Das MWI ist mit dem Marsilius-Kolleg, dem Heidelberger Zentrum für Iberoamerika-Studien (HCIAS) und dem GESIS-Netzwerk eng verbunden und bietet Anschluss an Promotionsprogramme der Heidelberger Graduiertenakademien. Berufseinstiege liegen typischerweise in Markt- und Sozialforschung (GfK, infas, Kantar), in Politikberatung und Think-Tanks (Bertelsmann-Stiftung, DIW), in Personal- und Organisationsentwicklung großer Unternehmen, in NGOs und Stiftungen, im öffentlichen Dienst (statistische Ämter, Sozialministerien) sowie in der wissenschaftlichen Laufbahn.

Vorausgesetzt werden ein einschlägiger Bachelor in Soziologie oder einem benachbarten Fach (mindestens 60 ECTS sozialwissenschaftlich), gute Englischkenntnisse für die Forschungsliteratur sowie nachgewiesene methodische Kenntnisse aus dem BA; das Verfahren umfasst eine Eignungsprüfung.

Das MWI versteht sich explizit in der Tradition Max Webers und Karl Mannheims, bietet aber ebenso starke Forschungsanschlüsse an die Gegenwartssoziologie: Schwerpunkte sind u. a. die Soziologie der Globalisierung, die Wissenschafts- und Wissenssoziologie (etwa zu Big Data und KI-Ethik), die Religionssoziologie (in Kooperation mit dem IRW) und die kausale Inferenz in der empirischen Sozialforschung. Studierende belegen typischerweise zwei Forschungspraktika oder eines plus ein Auslandssemester an Partneruniversitäten wie der Sciences Po Paris, der Universität Bologna oder der Stanford University. Die Lehre erfolgt überwiegend in deutscher Sprache, einzelne Hauptseminare auf Englisch; das wöchentliche Master-Forschungskolloquium öffnet Studierende für laufende Promotionsprojekte. Das MWI ist über den SFB Heterogenität und Ungleichheit mit anderen Heidelberger Sozialwissenschaften verzahnt. Nach Abschluss wechseln rund 25-30 Prozent in Promotionsprogramme, der Rest in die genannten beruflichen Felder. Die enge Vernetzung mit GESIS (Köln/Mannheim) sichert zudem Zugang zu hochwertigen Surveydaten wie ALLBUS, ESS oder PIAAC für quantitative Masterarbeiten.

Module im Studium

  • Soziologische Theorie I (klassisch)
  • Soziologische Theorie II (Gegenwart)
  • Quantitative Methoden II (multivariate Statistik, kausale Inferenz)
  • Qualitative Methoden II
  • Spezielle Soziologie A (z. B. Wirtschafts-/Organisationssoziologie)
  • Spezielle Soziologie B (z. B. Politische Soziologie, Ungleichheit)
  • Spezielle Soziologie C (z. B. Bildungs-/Familiensoziologie)
  • Forschungspraktikum / Forschungsmodul
  • Profilmodul (Auslandssemester / Praktikum)
  • Mastercolloquium
  • Masterarbeit

Schwerpunkte & Vertiefungen

  • Wirtschafts- und Organisationssoziologie
  • Soziologie sozialer Ungleichheit
  • Politische Soziologie
  • Religions- und Wissenschaftssoziologie
  • Quantitative Methoden / Empirische Sozialforschung

Was du lernst

  • Soziologische Theorien forschungsfähig anwenden
  • Multivariate quantitative Verfahren einsetzen
  • Qualitative Forschungsdesigns entwickeln
  • Eigenständig Forschungsfragen formulieren
  • Englischsprachige Forschungsliteratur kritisch nutzen
  • Forschungsergebnisse publikationsreif darstellen

Typische Berufsfelder

  • Markt- und Sozialforschung
  • Politikberatung und Think-Tanks
  • Personal- und Organisationsentwicklung
  • NGOs und Stiftungen
  • Statistische Ämter / Sozialministerien
  • Journalismus mit Sozialthemen
  • Wissenschaftliche Laufbahn

Branchen

MarktforschungBeratungÖffentlicher DienstNon-Profit-SektorWissenschaft und ForschungMedien

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Bachelor Soziologie oder verwandt (mind. 60 ECTS sozialwiss.)
  • Nachgewiesene Methodenkenntnisse aus dem BA
  • Gute Englischkenntnisse
  • Statistiksoftware-Grundkenntnisse (R/STATA/SPSS)
  • Bestandene Eignungsprüfung
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
  • Soziologie Master Teilzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Soziologie” an der Universität Heidelberg suchen →

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