Slavistik
Der Bachelor Slavistik am Slavischen Institut der Universität Heidelberg vermittelt Sprach-, Literatur- und Kulturkompetenz für den slavischsprachigen Raum und ist als 75 %-, 50 %- und 25 %-Profil sowie in einer 50 %-Lehramtsvariante (mit Russisch als Schulsprache) studierbar; ergänzend existiert in Heidelberg ein eigener BA „Osteuropa- und Ostmitteleuropastudien“, der auf das Slavische Institut zurückgreift.
Der Studiengang gliedert sich didaktisch in drei Phasen: Grundlagenphase (1.–2. Semester) mit Einführungen in Linguistik und Literaturwissenschaft sowie Beginn der ersten Sprache (in der Regel Russisch mit 6 SWS); Aufbauphase (3.–4. Semester) mit Fortsetzung der ersten und Erwerb einer zweiten slavischen Sprache (Polnisch, Tschechisch, Bulgarisch oder die Nachfolgesprachen des Serbokroatischen: Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Serbisch); Vertiefungsphase (5.–6. Semester) mit Hauptseminaren und Schwerpunktwahl in Literatur- oder Sprachwissenschaft. Im 75 %-Hauptfach erwerben Studierende Kompetenzen in beiden Fachsäulen gleichermaßen, im 50 %-Profil wählen sie ab der Aufbauphase einen Schwerpunkt. Ein Auslandssemester an einer der zahlreichen Partneruniversitäten in Mittel- und Osteuropa wird zwischen dem dritten und fünften Semester ausdrücklich empfohlen.
Inhaltlich bewegt sich das Studium von russischer Klassik (Puschkin, Dostojewskij, Tschechow) und Moderne (Mandelstam, Achmatowa, Pelewin) über polnische und tschechische Literatur (Mickiewicz, Gombrowicz, Kundera) bis zu südslavischen Autorinnen und Autoren; die Linguistik vermittelt Grammatik, Phonologie, historische Grammatik und vergleichende slavische Sprachwissenschaft. Heidelberg pflegt enge Verbindungen zum Marsilius-Kolleg und zum Slavica-Netzwerk Baden-Württemberg. Berufseinstiege führen typischerweise in Verlage, Kultur- und Medienarbeit, Übersetzungsbüros, internationale Unternehmen mit Osteuropa-Geschäft, Stiftungen (Heinrich-Böll, Friedrich-Naumann, Schwarzkopf) und in den Auswärtigen Dienst.
Vorausgesetzt werden Hochschulreife und gute Englischkenntnisse für die Forschungsliteratur. Vorkenntnisse in einer slavischen Sprache sind nicht erforderlich; der Spracherwerb beginnt von Null. Vorerfahrungen aus Familie oder Schule erleichtern den Einstieg deutlich.
Das Slavische Institut verfügt über eine spezialisierte Bibliothek mit über 80.000 Bänden zur slavischen Sprach- und Literaturwissenschaft sowie über ein eigenes Sprachlabor mit Lehrwerken zu allen angebotenen Sprachen. Studierende profitieren von Tandem- und Gruppenkursen mit muttersprachlichen Lektorinnen und Lektoren aus Polen, Tschechien, Russland, Serbien und Bulgarien. ERASMUS-Plätze bestehen an Universitäten wie der Karls-Universität Prag, der Jagiellonen-Universität Krakau, der Universität Belgrad und der Sofia-Universität; in Russland ist die Mobilität seit 2022 ausgesetzt, alternative Studienorte werden über die Universität Tartu und die Universität Vilnius angeboten. Im Aufbau wählen Studierende zwischen einer rein literaturwissenschaftlichen Schiene (Hauptseminare zu Klassik und Moderne) und einer sprachwissenschaftlichen Schiene (Historische Grammatik, Korpuslinguistik). Heidelberger Forschungsschwerpunkte liegen u. a. auf jüdischer Literatur in slavischen Sprachen, postsowjetischer Erinnerungskultur und der Soziolinguistik der Ukraine.
Module im Studium
- Russisch I-IV (Grundlagen- und Aufbauphase)
- Zweite slavische Sprache (Polnisch / Tschechisch / Bulgarisch / BKMS)
- Einführung in die slavische Sprachwissenschaft
- Einführung in die slavische Literaturwissenschaft
- Aufbaumodul Sprachwissenschaft
- Aufbaumodul Literaturwissenschaft
- Vertiefungsmodul Literatur (z. B. russische Klassik / Moderne)
- Vertiefungsmodul Sprachwissenschaft (historische / vergleichende Slavistik)
- Landeskunde und Kulturgeschichte Mittel-/Osteuropas
- Auslandssemester (empfohlen)
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Russistik (Literatur)
- Russistik (Linguistik)
- Polonistik
- Bohemistik
- Südslavistik (BKMS / Bulgaristik)
- Lehramt Russisch (polyvalent)
Was du lernst
- Russisch auf B2/C1 anwenden
- Eine zweite slavische Sprache auf A2/B1 beherrschen
- Slavische Literaturen historisch einordnen
- Sprachwissenschaftliche Analysen durchführen
- Kyrillische und nicht-kyrillische slavische Schriften lesen
- Mittel-/osteuropäische Kulturgeschichte einordnen
Typische Berufsfelder
- Verlagswesen und Lektorat
- Kultur- und Medienarbeit
- Übersetzungstätigkeit
- Internationale Unternehmen (Osteuropa-Geschäft)
- Stiftungen mit Osteuropa-Programm
- Auswärtiger Dienst
- Wissenschaftliche Laufbahn
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Gute Englischkenntnisse
- Lernbereitschaft für kyrillische Schrift
- Interesse an mittel-/osteuropäischer Kultur
- Bereitschaft zum Auslandssemester
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Slavistik Bachelor Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Slawistik (Slaw. Philologie)” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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