Südasienstudien
Der Bachelor of Arts Südasienstudien an der Universität Heidelberg wird vom renommierten Südasien-Institut (SAI) getragen und ist in dieser Bandbreite in Europa einzigartig. Das SAI bündelt die Fächer Klassische Indologie, Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens, Ethnologie, Geographie, Geschichte, Entwicklungsökonomie, Religionsgeschichte und Politische Wissenschaft Südasiens unter einem Dach – ein Zuschnitt, der von der historisch-philologischen Tradition bis zur gegenwartsbezogenen Regionalwissenschaft reicht. Das SAI unterhält Außenstellen in Neu-Delhi und Kathmandu und ist Partner zahlreicher südasiatischer Spitzenuniversitäten. Das Studium ist als 100-Prozent-Hauptfach sowie in den Anteilen 75, 50 und 25 Prozent kombinierbar und dauert sechs Semester.
Das Curriculum ruht auf vier Säulen: einer einjährigen Ringvorlesung „Einführung in die Südasienstudien“, die alle Fächer des SAI vorstellt, einem Sprachwahlpflichtbereich, einem fachwissenschaftlichen Vertiefungsbereich und einem verpflichtenden Auslandsaufenthalt in Südasien, der im Regelfall im fünften Semester stattfindet. Im Sprachbereich werden intensive Sprachkurse in Hindi, Urdu, Sanskrit, Bengali, Tamil, Nepali, Singhalesisch, Pali, Dari, klassischem Tibetisch oder tibetischer Umgangssprache angeboten; mindestens eine Sprache wird in vier Semestern Intensivunterricht auf solides Lese- und Konversationsniveau gebracht, eine zweite kann ergänzend belegt werden. Die Sprachausbildung verbindet Grammatik- und Schriftarbeit mit Originaltextlektüre und konversationspraktischen Anteilen. Fachlich vertiefen Studierende ihre Wahl in einer oder mehreren der SAI-Disziplinen – etwa Politik Südasiens mit Schwerpunkten Indien, Pakistan und Sri Lanka, Entwicklungsökonomie, Religion und Gesellschaft des Hinduismus, Islam in Südasien oder Stadt- und Klimaforschung. Hinzu kommen interdisziplinäre Module zu Frauen-, Geschlechter- und Migrationsforschung sowie zur Visual Anthropology Südasiens. Den Abschluss bilden die Bachelorarbeit und eine mündliche Abschlussprüfung.
Der Pflichtaufenthalt vor Ort kann durch Studienaufenthalte an Partneruniversitäten (etwa Jawaharlal Nehru University Delhi, Jamia Millia Islamia, University of Peradeniya, University of Hyderabad oder Tribhuvan University Kathmandu) oder durch fachbezogene Praktika in Forschungsinstituten, NGOs und deutschen Außenvertretungen abgeleistet werden. Die Lehre erfolgt auf Deutsch und Englisch; aktuelle Forschungsliteratur ist überwiegend englisch- oder südasiensprachig. Das SAI veranstaltet regelmäßig Gastvorträge, Filmreihen und Konferenzen mit Beteiligung südasiatischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in der internationalen Zusammenarbeit (GIZ, KfW), in deutschen und europäischen Auslandsvertretungen, in NGOs mit Südasienbezug, in Stiftungen wie der Friedrich-Naumann- oder der Heinrich-Böll-Stiftung, im Auslandsjournalismus, in der politischen Risikoanalyse für Wirtschaftsverbände und Banken, in Museen und Kuratorien (Museum für Asiatische Kunst Berlin, Rietberg Zürich) sowie in der Wissenschaft. Viele setzen mit konsekutiven SAI-Mastern wie South Asian Studies, Health and Society in South Asia oder Cultural and Religious History fort. Verlangt werden allgemeine Hochschulreife, sehr gute Englischkenntnisse, hohe Lernbereitschaft für komplexe Sprachen sowie Aufgeschlossenheit für längere Auslandsphasen in einer fremden kulturellen Umgebung.
Module im Studium
- Einführung in die Südasienstudien (Ringvorlesung)
- Sprachintensivkurs Hindi/Urdu/Sanskrit
- Aufbaukurs der gewählten Südasiensprache
- Geschichte Südasiens
- Politik und Gesellschaft Südasiens
- Religionen Südasiens
- Geographie und Entwicklungsökonomie Südasiens
- Ethnologie Südasiens
- Klassische Literatur und Philologie
- Auslandsaufenthalt in Südasien
- Abschlussprüfung
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Politische Wissenschaft Südasiens
- Klassische Indologie und Religionsgeschichte
- Entwicklungsökonomie
- Geographie Südasiens
- Ethnologie Südasiens
- Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens
Was du lernst
- Eine südasiatische Sprache aktiv beherrschen
- Quellen Südasiens kritisch erschließen
- Politische und ökonomische Strukturen analysieren
- Religiöse und kulturelle Traditionen einordnen
- Feldforschung und Praxisphasen vor Ort gestalten
- Interdisziplinär regionalwissenschaftlich arbeiten
Typische Berufsfelder
- Internationale Zusammenarbeit (GIZ, KfW)
- Auswärtiger Dienst und Botschaften
- NGOs mit Südasienbezug
- Politische Risikoanalyse
- Auslandsjournalismus
- Museen und Kuratorien
- Stiftungs- und Bildungsarbeit
- Wissenschaftliche Laufbahn
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Sehr gute Englischkenntnisse
- Lernbereitschaft für komplexe Sprachen
- Interesse an Regionalwissenschaft und Feldforschung
- Bereitschaft zu längerem Aufenthalt in Südasien
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Osteuropa und Ostmitteleuropastudien Bachelor Teilzeit
- Südasienstudien Bachelor Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Regionalwissenschaften” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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