Finanz- und Versicherungsmathematik
Der Bachelor Finanz- und Versicherungsmathematik (FVM) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist ein spezialisierter mathematischer Studiengang, der die klassische universitäre Mathematik-Ausbildung mit substantieller Wirtschaftswissenschaft und einer mathematisch-aktuariellen Vertiefung kombiniert. Düsseldorf ist als Sitz zahlreicher Versicherer (ERGO, Provinzial, ARAG), Banken und Beratungshäuser ein natürlicher Standort für dieses Profil. Das Studium dauert sechs Semester, schließt mit dem Bachelor of Science ab und wird vom dafür eigens gegründeten Institut für Finanz- und Versicherungsmathematik der Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften getragen. Die Unterrichtssprache ist überwiegend Deutsch, in höheren Wahlpflichtmodulen auch Englisch. Anders als an reinen mathematischen Fakultäten ist die Anwendung von Anfang an verankert.
Die Modulstruktur ist klar gewichtet: 58 ECTS verpflichtende Mathematik (Analysis, Lineare Algebra, Stochastik, Numerik, Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie), 61 ECTS verpflichtende Module aus Volks- und Betriebswirtschaftslehre (Mikroökonomie, Makroökonomie, Investition und Finanzierung, Rechnungswesen, Statistik der Wirtschaftswissenschaften), 21 ECTS spezifische FVM-Module (Finanzmathematik, Lebens- und Sachversicherungsmathematik), 12 ECTS Wahlpflichtmodule in Mathematik oder Wirtschaftswissenschaft, 16 ECTS sonstige Wahlmodule sowie 12 ECTS für die Bachelorarbeit. Diese Aufteilung – mehr Wirtschaft als Reine Mathematik – ist ungewöhnlich und macht den Düsseldorfer Bachelor besonders anschlussfähig für Tätigkeiten in der Versicherungs- und Finanzbranche. Wahlpflichtmodule erlauben Profilbildung in Richtung Aktuariat, Quantitative Finance oder Datenanalyse. Programmiersprachen wie R, Python und SAS werden in Praktika integriert.
Besonderheit: Studierende können nach dem Bachelor die ersten Prüfungen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) anrechnen lassen und so den Weg zum Aktuar DAV beschleunigen – ein klarer Vorteil gegenüber einem klassischen Mathematik-Bachelor mit Nebenfach Wirtschaft. Forschungsseitig profitiert das Institut von Kooperationen mit dem Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach und engen Industriekontakten in den Rhein-Ruhr-Versicherungsraum. Gastvorträge aus Aktuariatspraxis und Beratung ergänzen die Lehre. Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Aktuare, Risikomanager, Quants, Asset-Liability-Manager, in Versicherungstechnik, in der Bankenaufsicht (BaFin, EZB) oder in der wirtschaftswissenschaftlichen Beratung (Deloitte, EY, KPMG, PwC). Der konsekutive Master FVM oder ein Master in Quantitative Finance an einer anderen Universität ist der typische Anschluss; Einstiegsgehälter liegen branchenüblich am oberen Ende des mathematischen Arbeitsmarkts.
Voraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife; eine ausgeprägte mathematische Begabung, Freude an Beweisen und stochastischem Denken sowie wirtschaftliches Interesse sind essenziell. Wer reine Mathematik ohne Wirtschaftsanteil sucht, ist im klassischen Mathematik-Bachelor besser aufgehoben; wer reine Wirtschaft will, sollte VWL studieren. Der HHU-Bachelor positioniert sich klar zwischen diesen beiden Welten und ist deshalb genau für jene Studierenden die richtige Wahl, die mathematische Tiefe wollen, aber nicht in der Forschung versinken möchten.
Module im Studium
- Analysis I-III
- Lineare Algebra I-II
- Stochastik
- Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie
- Numerik
- Finanzmathematik
- Lebensversicherungsmathematik
- Sachversicherungsmathematik
- Mikroökonomie und Makroökonomie
- Investition und Finanzierung
- Internes und externes Rechnungswesen
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Aktuariat
- Quantitative Finance
- Datenanalyse und Stochastik
Was du lernst
- Stochastische Modelle aufstellen und analysieren
- Versicherungs- und Finanzprodukte mathematisch bewerten
- Wirtschaftliche Zusammenhänge formal modellieren
- Numerische Verfahren implementieren
- Mathematische Beweise führen
- Risiken quantitativ einschätzen
- Interdisziplinär mit BWL und VWL kommunizieren
Typische Berufsfelder
- Aktuariat
- Risikomanagement
- Quantitative Finance
- Versicherungstechnik
- Asset-Liability-Management
- Bankenaufsicht
- Wirtschaftliche Beratung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Sehr gute Mathematikkenntnisse
- Affinität zu Stochastik und Beweisen
- Wirtschaftliches Interesse
- Englischkenntnisse für Fachliteratur
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Finanz- und Versicherungsmathematik Bachelor Vollzeit
- Mathematik und Anwendungsgebiete Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Düsseldorf auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Mathematik” an der Universität Düsseldorf suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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