Chemie (Chemistry)
Der Bachelorstudiengang Chemie an der TU Dresden gehört zur Fakultät Chemie und Lebensmittelchemie der School of Science und ist als sechssemestriger, sehr laborlastiger Studiengang aufgebaut. Als Universität der TU9 ist Dresden in die exzellenzgeförderten Chemienetzwerke und in regionale Forschungsinstitute wie das Leibniz-Institut für Polymerforschung, das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf eng eingebunden. Das Studium endet mit einem Bachelor of Science (180 LP) und befähigt direkt zum konsekutiven Master Chemie an der TU Dresden oder an anderen forschungsstarken Standorten. Der Studiengang ist NC-frei und startet im Wintersemester; bis zu 120 Studienanfängerinnen und Studienanfänger erhalten zur Studieneingangsphase einen festen Laborarbeitsplatz, der den hohen Praktikumsanteil organisatorisch absichert.
Die Studienstruktur ist klar zweigeteilt. In den ersten vier Semestern werden die chemischen Kernbereiche zu rund 80 Prozent abgedeckt, ergänzt um 20 Prozent Mathematik, Physik und Informatik. Pflicht sind die klassischen Säulen Allgemeine und Anorganische Chemie (I und II), Organische Chemie (I und II), Physikalische Chemie (I und II) sowie Analytische Chemie. Hinzu kommen Mathematik für Chemiker, Experimentalphysik und Einführungen in spektroskopische Methoden (NMR, IR, UV/Vis, Massenspektrometrie). Die Praktika sind im ersten Abschnitt besonders intensiv und beanspruchen rund 45 Prozent der Studienzeit – Anorganisch-präparatives, Organisch-präparatives sowie Physikalisch-Chemisches Grundpraktikum. Im zweiten Studienabschnitt (Semester 5-6) werden mit Organischer Chemie III/IV, Theoretischer Chemie sowie Wahlpflichtmodulen aus Biochemie, Makromolekularer Chemie oder Technischer Chemie inhaltlich Schwerpunkte gesetzt. Den Abschluss bildet eine dreimonatige Bachelorarbeit in einer der Forschungsabteilungen.
Die Wahlpflichtbereiche im zweiten Studienabschnitt nähern den Studiengang an das in Dresden besonders ausgeprägte Forschungsprofil im Bereich der Materialchemie, Polymerchemie und nachhaltigen Verfahrenstechnik an. Über das Dresden-concept-Netzwerk sind Bachelorarbeiten in außeruniversitären Instituten möglich, was den Übergang in eine forschungsorientierte Berufslaufbahn deutlich erleichtert. Insbesondere die Lehrstühle für Anorganische Molekülchemie, Bioanalytische Chemie, Organische Materialien und Computergestützte Chemie sind Anlaufstellen für eigene Vertiefungen. Der Anteil englischsprachiger Lehrveranstaltungen steigt im Abschlussabschnitt spürbar.
Vorausgesetzt werden Abitur und solide schulische Vorkenntnisse in Chemie, Mathematik und Physik; ein NC besteht nicht, das Studium ist zulassungsfrei. Für internationale Studierende ist Deutsch auf hohem Niveau Pflicht, da die Lehrsprache im Bachelor Deutsch ist. Berufsperspektiven öffnen sich nach dem konsekutiven Master in der chemischen Industrie (BASF, Wacker, Evonik, regional auch Linde Engineering und Infineon-Zulieferer der Mikroelektronik-Cluster „Silicon Saxony“), in der Pharma- und Biotechnologie, in Polymer- und Werkstofflaboren, in der öffentlichen Lebensmittel- und Umweltüberwachung sowie in Forschungseinrichtungen. Direkt nach dem Bachelor sind Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft, Laborassistenz oder im Qualitätswesen möglich; für selbstständige Forschung ist der Master Standard.
Module im Studium
- Allgemeine und Anorganische Chemie I/II
- Organische Chemie I/II
- Physikalische Chemie I/II
- Analytische Chemie
- Mathematik für Chemiker
- Experimentalphysik für Chemiker
- Anorganisch-präparatives Grundpraktikum
- Organisch-präparatives Grundpraktikum
- Physikalisch-Chemisches Praktikum
- Organische Chemie III/IV
- Theoretische Chemie
- Wahlpflicht Biochemie
- Wahlpflicht Makromolekulare Chemie
- Wahlpflicht Technische Chemie
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Makromolekulare Chemie (Polymere, Hybridmaterialien)
- Technische Chemie und Verfahrenstechnik
- Biochemie und Bioanalytik
- Anorganische Materialchemie
Was du lernst
- Chemische Reaktionsmechanismen erklären
- Synthesen sicher im Labor durchführen
- Spektroskopische Methoden anwenden
- Stoffe analytisch quantifizieren
- Physikalisch-chemische Modelle nutzen
- Daten auswerten und dokumentieren
- Gefahrstoffe regelkonform handhaben
- Wissenschaftlich berichten und präsentieren
Typische Berufsfelder
- Chemische Industrie (Forschung und Entwicklung)
- Pharma- und Biotech-Industrie
- Polymer- und Materialentwicklung
- Qualitätskontrolle und Analytik
- Lebensmittel- und Umweltlabore
- Behördliche Überwachung
- Forschungsinstitute
- Lehre und Hochschule (nach Master/Promotion)
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Gute Schulkenntnisse in Chemie
- Solide Mathematik bis Oberstufe
- Grundlagen in Physik
- Sorgfalt und Geduld für Laborarbeit
- Deutsch auf C1 (Lehrsprache)
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Chemie Bachelor of Science Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die TU Dresden auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Chemie” an der TU Dresden suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
Falsche Angaben? [email protected]
Lade Beiträge…
Studien-Quiz starten
In 1 bis 4 Minuten zur Empfehlung.
Kommentar schreibenanonym
Hier kannst du Erfahrungen teilen oder Fragen stellen, die andere beantworten. Was hätte dir bei deiner Entscheidung geholfen? Oder was willst du aktuell wissen?