Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften
Der Bachelor of Science Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Universität Bonn wird von der Landwirtschaftlichen Fakultät (Fachgruppe Agrar-, Ernährungs- und Ingenieurwissenschaften, AEI) verantwortet. Er ist einer der etabliertesten und größten ernährungswissenschaftlichen Bachelor in Deutschland und nutzt die enge Nachbarschaft zu Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Forschungszentrum Jülich, Bundesinstitut für Risikobewertung sowie dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL). Studierende erwerben in sechs Semestern und 180 Leistungspunkten eine naturwissenschaftlich-quantitative Ausbildung zwischen Humanernährung, Lebensmitteltechnologie und Agrarökonomie. Der Standort Poppelsdorfer Campus bietet kurze Wege zwischen Hörsaal, Laboren, Versuchsgut und der traditionsreichen Landwirtschaftsbibliothek.
Die ersten drei Semester sind als Pflichtphase mit 90 Leistungspunkten ausgelegt und vermitteln die naturwissenschaftlichen Grundlagen: Chemie (allgemein, organisch, biochemisch), Physik, Mathematik und Statistik, Biologie für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften, Mikrobiologie, Physiologie, Anatomie, Warenkunde pflanzlicher und tierischer Lebensmittel sowie eine Einführung in die Volkswirtschafts- und Agrarökonomie. Hinzu treten Labor- und Geländepraktika, in denen Studierende lebensmittelanalytische Verfahren, mikrobiologische Methoden und sensorische Bewertung üben. Ab dem vierten Semester öffnet sich ein Flexibilitätsfenster für ein freiwilliges Praktikum oder Auslandssemester, und es folgt die individuell zusammenstellbare Spezialisierungsphase mit 78 Leistungspunkten Wahlpflichtmodulen. Studierende profilieren sich in einem von drei Schwerpunkten: Ernährungswissenschaften (Stoffwechsel, klinische Ernährung, Ernährungsepidemiologie, Public Health Nutrition), Lebensmittelwissenschaften (Lebensmittelchemie, -technologie, -mikrobiologie, Qualitätssicherung) oder Ökonomie des Lebensmittelsektors (Agrarmärkte, Verbraucherforschung, Marketing). Den Abschluss bildet die zwölfwöchige Bachelorarbeit (12 LP), häufig in Bonner Forschungsgruppen, am Max-Planck-Institut oder in der Industrie.
Berufsperspektiven sind ausgesprochen breit. Absolventinnen und Absolventen arbeiten in der Lebensmittelindustrie (Produktentwicklung, Qualitätssicherung, Sensorik), in der Pharma- und Functional-Food-Branche, in Lebensmittelüberwachung und behördlicher Risikobewertung (BfR, BVL, Landesämter), in der Ernährungsberatung, im Gesundheitsmanagement, in Verbraucherorganisationen und Medien sowie in Forschung und Wissenschaft. Bonn bietet einen konsekutiven M.Sc. Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften sowie spezialisierte Master in Agrarökonomie und Food and Resource Economics. Auch Trends wie alternative Proteine, Functional Food und Nutrigenomik werden in Bonn aktiv beforscht und finden Eingang in die Wahlmodule. Hinzu kommt der Bonner Beitrag zum Exzellenzcluster PhenoRob, der die Schnittstelle von Lebensmittelproduktion, Digitalisierung, Robotik und Nachhaltigkeit besetzt und ernährungswissenschaftliche Bachelorarbeiten regelmäßig mit landwirtschaftlicher Sensorik koppelt.
Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt mit Numerus clausus und beginnt zum Wintersemester. Vorausgesetzt werden Abitur mit soliden Leistungen in Biologie, Chemie und Mathematik, Bereitschaft zu Laborarbeit und quantitativem Denken sowie Englischkenntnisse für Lehrbücher und internationale Fachliteratur. Wer naturwissenschaftliche Tiefe mit Anwendungsbezug auf Ernährung, Lebensmittel und Märkte verbinden möchte, findet in Bonn einen anspruchsvollen und vernetzten Studiengang mit einer der stärksten ernährungswissenschaftlichen Forschungslandschaften Deutschlands.
Module im Studium
- Allgemeine und anorganische Chemie
- Organische Chemie und Biochemie
- Physik für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften
- Mathematik und Statistik
- Biologie für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften
- Mikrobiologie und Lebensmittelmikrobiologie
- Anatomie und Physiologie des Menschen
- Warenkunde pflanzlicher Lebensmittel
- Warenkunde tierischer Lebensmittel
- Lebensmittelverarbeitung und -technologie
- Einführung in die Agrar- und Ernährungsökonomie
- Bachelorarbeit Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Ernährungswissenschaften (Public Health Nutrition, Diätetik)
- Lebensmittelwissenschaften (Verfahrens- und Qualitätstechnik)
- Ökonomie des Lebensmittelsektors
- Lebensmittelmikrobiologie und -chemie
Was du lernst
- Stoffwechsel- und Ernährungsprozesse verstehen
- Lebensmittelchemische Analysen durchführen
- Mikrobiologische und sensorische Bewertungen vornehmen
- Lebensmitteltechnologische Verfahren beurteilen
- Ernährungsepidemiologische Studien interpretieren
- Agrar- und Lebensmittelmärkte ökonomisch einordnen
- Wissenschaftliche Daten statistisch auswerten
Typische Berufsfelder
- Produktentwicklung Lebensmittelindustrie
- Qualitätssicherung und Sensorik
- Lebensmittelüberwachung und Behörden
- Ernährungsberatung und Public Health
- Pharma- und Functional-Food-Branche
- Verbraucherorganisationen und Medien
- Forschung und Wissenschaft
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Solide Leistungen in Biologie und Chemie
- Mathematik- und Statistikkenntnisse
- Bereitschaft zu Laborarbeit
- Englischkenntnisse für Fachliteratur
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften Bachelor of Science Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Bonn auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Ernährungswissenschaft” an der Universität Bonn suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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