Demokratiepädagogische Schulentwicklung und soziale Kompetenzen
Der Master Demokratiepädagogische Schulentwicklung und soziale Kompetenzen der Freien Universität Berlin ist ein berufsbegleitender, kostenpflichtiger Weiterbildungsstudiengang am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie. Er entstand in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) und richtet sich gezielt an Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeitende und Trainerinnen, die demokratische Schulentwicklung, Antidiskriminierungsarbeit und Programme zur Förderung sozialer Kompetenzen in ihrer Praxis verankern wollen. Der Studiengang umfasst 60 ECTS, dauert zwölf Monate und schließt mit dem Master of Arts ab.
Das Curriculum ist in drei thematische Module, ein Praxisprojekt und die Masterarbeit gegliedert. Modul A (10 LP) vermittelt demokratietheoretische und demokratiepädagogische Grundlagen mit besonderem Blick auf Einwanderungsgesellschaften, Diversitätssensibilität und politische Bildung. Modul B (Einführung 5 LP + Vertiefung 5 LP) behandelt Entwicklung, Diagnostik und Förderung sozialer und soziomoralischer Kompetenzen, einschließlich konkreter Programme wie Lions Quest, Faustlos oder der Class-Meeting-Methode. Modul C (Einführung 5 LP + Vertiefung 5 LP) fokussiert systemisch orientierte Schulentwicklung, Klassenrat, Schülerpartizipation, Service Learning sowie die Gestaltung demokratischer Schulqualität. Das Praxisprojekt mit 15 LP verläuft parallel über beide Semester und überträgt die Inhalte direkt in das eigene Berufsfeld der Studierenden. Die Masterarbeit (15 LP) wird mit fünf Monaten Bearbeitungszeit angesetzt.
Der Unterricht findet an fünfzehn Wochenenden auf dem Campus Dahlem statt, ergänzt durch ortsunabhängige Selbstlernphasen. Diese Hybridstruktur ermöglicht den Erhalt der hauptberuflichen Tätigkeit. Absolventinnen und Absolventen übernehmen anschließend Funktionen als demokratiepädagogische Multiplikatorinnen an Schulen, leiten Schulentwicklungsprozesse, arbeiten als Programmkoordinatoren bei Stiftungen wie der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, beim Programm „Schule ohne Rassismus“, bei Landesinstituten für Lehrerbildung oder in der außerschulischen politischen Bildung (Bundeszentrale für politische Bildung, Landeszentralen, Heinrich-Böll-Stiftung). Auch Quereinstiege in Sozialträger der Jugendhilfe und in die Aus- und Fortbildung pädagogischer Fachkräfte sind üblich.
Für die Zulassung wird ein erster Hochschulabschluss (Bachelor, Staatsexamen, Diplom oder Magister) sowie mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung im pädagogischen Feld vorausgesetzt. Der Studiengang ist gebührenpflichtig (Größenordnung im niedrigen fünfstelligen Bereich, exakte Tarife wechseln). Auswahl erfolgt nach Motivationsschreiben und Eignungsgespräch. Das Programm ist berufsbegleitend konzipiert, sodass die Teilnehmenden ihr eigenes pädagogisches Arbeitsfeld bewusst als Versuchsraum für Schulentwicklung nutzen — das Praxisprojekt wird konsequent im eigenen schulischen oder außerschulischen Kontext angesiedelt. Wer Demokratiepädagogik primär als Karrieresprungbrett in andere Felder ansieht, ohne ein Praxisfeld zur Erprobung mitzubringen, wird vom Studiengang strukturell ausgeschlossen. Die Größenordnung der Kohorte liegt typischerweise bei 15 bis 25 Personen mit heterogenem beruflichen Hintergrund, was intensive Lern- und Reflexionsgruppen und einen lebendigen Praxisaustausch zwischen Schule, Jugendhilfe und politischer Bildung ermöglicht.
Module im Studium
- Konzepte der Demokratietheorie und Demokratiepädagogik (Modul A)
- Soziale Kompetenz — Einführung (Modul B1)
- Soziale Kompetenz — Vertiefung (Modul B2)
- Demokratische Schulentwicklung — Einführung (Modul C1)
- Demokratische Schulentwicklung — Vertiefung (Modul C2)
- Praxisprojekt
- Begleitseminar Praxisprojekt
- Diversität und Einwanderungsgesellschaft
- Diagnostik sozialer Kompetenzen
- Schülerpartizipation und Klassenrat
- Programme zur Gewaltprävention
- Masterarbeit mit Kolloquium
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Frühkindliche Pädagogik und Erziehung
- Sozialpädagogik
- Erwachsenenbildung und Weiterbildung
- Empirische Bildungsforschung
Was du lernst
- Demokratiepädagogische Konzepte in Schule verankern
- Programme zur Förderung sozialer Kompetenzen einsetzen
- Schulentwicklungsprozesse systemisch begleiten
- Diversität und Diskriminierung professionell adressieren
- Schülerpartizipation strukturell ermöglichen
- Eigene Praxisprojekte evaluieren
Typische Berufsfelder
- Schulentwicklungsbegleitung
- Multiplikatorin Demokratiepädagogik
- Programmkoordination Stiftungen
- Politische Bildung
- Aus- und Fortbildung von Lehrkräften
- Schulsozialarbeit Leitung
- Jugendhilfe
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Erster Hochschulabschluss
- Mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung
- Pädagogisches Arbeitsfeld
- Bereitschaft zu Praxisprojekt am eigenen Arbeitsplatz
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Bildungswissenschaft Master Vollzeit
- Demokratiepädagogische Schulentwicklung und soziale Kompetenzen Master Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Freie Universität Berlin auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Erziehungs-, Bildungswissenschaften” an der Freie Universität Berlin suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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