Gerontologie: Altern nachhaltig gestalten
Die Universität Vechta gehört zu den wenigen Hochschulen Deutschlands, an denen Gerontologie als eigenständiger grundständiger Studiengang angeboten wird. Der Bachelor of Arts „Gerontologie: Altern nachhaltig gestalten“ bündelt seit über zwanzig Jahren ein interdisziplinäres Profil aus Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften und richtet den Blick auf alle Phasen des Älterwerdens – individuell, organisational und gesellschaftlich. Die kleine Campusuniversität im südlichen Oldenburger Münsterland prägt das Studium durch enge persönliche Betreuung, kleine Seminargruppen und intensive Praxiskooperationen mit regionalen Trägern der Altenhilfe, Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und sozialen Diensten. Vechta liegt zudem in einer Region mit überdurchschnittlich starkem demografischen Wandel, sodass viele Forschungsfragen unmittelbar in der unmittelbaren Umgebung anschaulich werden.
Der sechssemestrige Studiengang umfasst 180 Leistungspunkte und ist zulassungsfrei; auch beruflich Qualifizierte aus der Pflege können ohne Abitur einsteigen. Inhaltlich vermittelt das Curriculum Grundlagen der Gerontologie und Lebenslaufforschung, biologisches und psychologisches Altern, Soziologie des Alters, Versorgungsstrukturen sowie Recht und Ethik. Hinzu kommen Module zu Quartiers- und Sozialraumentwicklung, Pflege- und Gesundheitsmanagement, digitalen Assistenzsystemen (Gerontotechnologie), partizipativer Forschung und nachhaltiger Gestaltung von Alternsprozessen. Eine ausgeprägte Methodenausbildung mit qualitativen und quantitativen Verfahren – Interviewtechniken, Beobachtungsstudien, Fragebogenentwicklung, deskriptive und inferenzstatistische Auswertung – bereitet auf empirische Projektarbeit vor.
Kern des Studiums ist ein verpflichtendes Praxismodul mit längerem Praktikum in Einrichtungen der Altenhilfe, in Kommunen, Verbänden, Wohlfahrtspflege oder altersbezogener Forschung. Über den hochschulweiten Profilierungsbereich wählen Studierende zusätzliche Kompetenzfelder wie Projektmanagement, Diversity, Wissenschaftskommunikation oder Public Health. Seit dem Wintersemester 2024/25 wird das Lehrangebot flexibilisiert: Präsenzveranstaltungen konzentrieren sich auf drei Wochentage, viele Module sind hybrid oder asynchron belegbar, was die Vereinbarkeit mit Berufstätigkeit, Pflege und Familie deutlich verbessert. Die Bachelorarbeit im sechsten Semester ist häufig anwendungsorientiert und wird gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt, etwa zur Evaluation eines Quartierskonzepts oder zur Wirksamkeit eines Assistenzsystems.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Leitungs- und Konzeptionsfunktionen in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, in Kommunen und Landkreisen (Seniorenbeauftragung, Quartiersmanagement), bei Wohlfahrtsverbänden, in Krankenkassen und gesetzlicher Rentenversicherung, in der Wohnungswirtschaft sowie in Forschung, Beratung und Gerontotechnologie. Viele wechseln in den konsekutiven Master „Alternswissenschaften / Gerontologie“ an der Universität Vechta, der wahlweise mit forschungs- oder anwendungsbezogenem Schwerpunkt studiert werden kann. Vorausgesetzt werden Interesse an gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, kommunikative Kompetenz im Umgang mit älteren Menschen und Trägerorganisationen sowie Bereitschaft zu interdisziplinärem Arbeiten zwischen Sozial-, Gesundheits- und Politikfragen. Wer eine sinnstiftende, sozialwissenschaftlich fundierte und zugleich praktisch verankerte Tätigkeit in einem demografisch zentralen Feld sucht, findet in Vechta einen besonders gut etablierten und nahbaren Studienstandort.
Module im Studium
- Grundlagen der Gerontologie
- Biologisches und psychologisches Altern
- Soziologie des Alters und Lebenslaufforschung
- Versorgungsstrukturen und Pflegesysteme
- Recht und Ethik im Alter
- Quartiers- und Sozialraumentwicklung
- Pflege- und Gesundheitsmanagement
- Gerontotechnologie und digitale Assistenz
- Empirische Methoden qualitativ und quantitativ
- Profilierungsbereich Wahlmodule
- Praxismodul mit Praktikum
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Quartiersentwicklung und kommunale Altenarbeit
- Pflege- und Versorgungsmanagement
- Gerontotechnologie und digitale Assistenz
Was du lernst
- Alternsprozesse interdisziplinär analysieren
- Versorgungskonzepte für Ältere entwickeln
- Quartiere altersgerecht planen
- Empirische Studien selbst durchführen
- Ethische Konflikte in der Pflege reflektieren
- Projekte mit kommunalen Trägern umsetzen
- Digitale Assistenzsysteme bewerten
- Mit Klientinnen und Stakeholdern kommunizieren
Typische Berufsfelder
- Quartiers- und Seniorenmanagement in Kommunen
- Leitung in Pflegeeinrichtungen
- Wohlfahrtsverbände und Diakonie
- Krankenkassen und Rentenversicherung
- Wohnungswirtschaft mit Seniorenangeboten
- Beratung und Verbände
- Forschung und Lehre
- Konsekutiver Master Gerontologie
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Interesse an gesellschaftlichem Wandel
- Empathie für ältere Menschen
- Kommunikative Kompetenz
- Bereitschaft zu interdisziplinärem Arbeiten
- Hochschulzugang oder einschlägige Pflegeausbildung
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Gerontologie: Altern nachhaltig gestalten Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Vechta auf ihrer Website.
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