Ethnologie/Social and Cultural Anthropology
Der Bachelor Ethnologie/Social and Cultural Anthropology an der Eberhard Karls Universität Tübingen ist innerhalb des Fachbereichs Asien-Orient-Wissenschaften der Philosophischen Fakultät angesiedelt und gehört zu den traditionsreichsten ethnologischen Studiengängen Deutschlands. Die Tübinger Ethnologie pflegt regionale Forschungsschwerpunkte in Südostasien, Indien und Südasien, Ozeanien, Afrika südlich der Sahara sowie Lateinamerika und arbeitet thematisch zu politischer Anthropologie, Religionsethnologie, Wirtschafts- und Medizinanthropologie sowie zu Migrations- und Globalisierungsforschung. Die ethnologische Bibliothek mit eigener Regionalsystematik gilt als eine der besten ihrer Art im deutschsprachigen Raum.
Der Studiengang wird als Hauptfach (75 LP) oder Nebenfach (37 LP) im Kombinationsbachelor angeboten, hat sechs Semester Regelstudienzeit und beginnt nur zum Wintersemester. Das Hauptfach gliedert sich in Basismodule der Semester 1–2 (Einführung in die Ethnologie, Theoriegeschichte der Disziplin), Aufbaumodule der Semester 2–3 (Themen- und Regionalmodule), Vertiefungsmodule der Semester 3–4 (Aktuelle Forschung wie das Modul ANT-AKT zu aktueller Anthropologie), ein verpflichtendes Praxismodul im fünften Semester sowie ein Abschluss- und Prüfungsmodul mit Bachelorarbeit im sechsten Semester. Methodisch werden klassische ethnographische Feldforschung, teilnehmende Beobachtung, qualitative Interviews und Diskursanalyse vermittelt; in den letzten Semestern können Studierende eigene Mini-Feldforschungen im In- oder Ausland durchführen.
Voraussetzungen sind die Allgemeine Hochschulreife sowie sehr gute Englischkenntnisse, da Forschungsliteratur und ein wachsender Anteil der Lehrveranstaltungen englischsprachig sind. Gefordert ist außerdem die Bereitschaft, sich auf eine außereuropäische Sprache (z. B. Indonesisch, Swahili, Hindi, Türkisch) als Regionalsprache einzulassen – Sprachmodule sind in den Studienverlauf integriert. Empfohlen werden gute Lese- und Schreibfähigkeiten, Offenheit für interkulturelle Erfahrungen und eine reflexive Grundhaltung gegenüber eigenen Positionierungen.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Museen und Ausstellungshäusern (etwa dem Lindenmuseum Stuttgart oder dem Übersee-Museum Bremen), in Stiftungen und NGOs der Entwicklungszusammenarbeit, in der Migrations-, Asyl- und Integrationsarbeit, in Kulturmanagement, Journalismus, qualitativer Markt- und Nutzerforschung sowie in der akademischen Forschung. Ein konsekutiver Master in Tübingen oder an Standorten wie Berlin, Halle (MPI für ethnologische Forschung), Frankfurt oder Heidelberg ist Standardweg in die Promotion. Die enge Verzahnung mit den Tübinger Asienwissenschaften, der Religionswissenschaft, der Indologie und der Friedens- und Konfliktforschung eröffnet zudem interdisziplinäre Berufsprofile etwa im humanitären Sektor, in der internationalen Bildungsarbeit oder in nutzerzentrierten Forschungsabteilungen großer Tech- und Konsumgüterunternehmen. Auch Tätigkeiten als Sprach- und Kulturmittlerin, in der Diasporaberatung oder in interkulturellen Trainings sind typische Anwendungsfelder. Mit Auslandssemestern in Yogyakarta, Pondicherry, Daressalam oder São Paulo, die über etablierte Partnerschaften abgewickelt werden, lässt sich das Profil bereits im Bachelor klar regional schärfen.
Module im Studium
- Einführung in die Ethnologie
- Theoriegeschichte der Sozial- und Kulturanthropologie
- Regionale Ethnographie (Asien, Afrika, Ozeanien oder Amerika)
- Politische und Wirtschaftsanthropologie
- Religions- und Ritualethnologie
- Medizinanthropologie und Verwandtschaft
- Methoden ethnographischer Feldforschung
- Aktuelle Anthropologie (ANT-AKT)
- Regionalsprachenmodul
- Praxismodul mit Praktikum
- Lektüremodul Klassiker und Gegenwartsdebatten
- Bachelorarbeit und Abschlussmodul
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Süd- und Südostasien
- Subsahara-Afrika
- Ozeanien
- Lateinamerika
- Migrations- und Globalisierungsforschung
- Religionsanthropologie
Was du lernst
- Ethnografische Feldforschung selbst durchführen
- Anthropologische Theorien kritisch anwenden
- Regionale Kontexte fundiert analysieren
- Englischsprachige Fachliteratur erschließen
- Mit qualitativen Methoden arbeiten
- Eigene Position reflexiv darstellen
- Ergebnisse in Texten und Vorträgen vermitteln
Typische Berufsfelder
- Museen und Ausstellungswesen
- Entwicklungszusammenarbeit und NGOs
- Migrations- und Integrationsarbeit
- Kulturmanagement und Stiftungen
- Markt- und Nutzerforschung
- Wissenschaftsjournalismus
- Forschung und Lehre
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Sehr gute Englischkenntnisse
- Offenheit für außereuropäische Sprachen
- Interesse an qualitativer Feldarbeit
- Bereitschaft zu Auslandsaufenthalt
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Empirische Kulturwissenschaft Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.
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