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Kognitionswissenschaft an der Universität Tübingen

Tübingen Bachelor

NC-Hinweis: Zulassung auf 60 Plätze; Auswahlverfahren nach Abiturdurchschnittsnote; DoSV-Verfahren; besondere Qualifikationen verbessern Rangposition

Der Kognitionswissenschaft Bachelor of Science an der Universität Tübingen gehört zu den ältesten und renommiertesten interdisziplinären Studiengängen seiner Art in Deutschland. Das Programm vereint sieben Disziplinen gleichberechtigt unter einem Dach: Informatik, Linguistik, Mathematik, Medizin, Neurobiologie, Philosophie und Psychologie. Übergeordnetes Ziel ist es, kognitive Fähigkeiten von Organismen — von Wahrnehmung und Lernen über Gedächtnis bis hin zu Sprache und Bewusstsein — empirisch zu erforschen und formal zu modellieren. Besonderes Gewicht legt das Tübinger Programm auf die Computersimulation kognitiver und neuronaler Prozesse sowie auf eine fächerübergreifende theoretische Methodenkompetenz, die Absolventinnen und Absolventen befähigt, dieselben Fragen aus der Perspektive von Ingenieurwissenschaft, Biologie und Kognitionswissenschaft zugleich zu bearbeiten.

Strukturell handelt es sich um einen Mono-Bachelor (B.Sc.) mit einer Regelstudienzeit von 6 Semestern und 180 ECTS. Die Lehrsprache ist überwiegend Deutsch; gute Englischkenntnisse werden für die Fachliteratur erwartet, ein formaler Nachweis ist jedoch nicht nötig. Das Studium startet ausschließlich im Wintersemester. Da der Studiengang zulassungsbeschränkt ist und pro Jahrgang rund 60 Studienplätze vergeben werden, gilt die Bewerbungsfrist am 15. Juli als verbindliche Deadline. Die Auswahl erfolgt über ein hochschuleigenes Verfahren, das Abiturdurchschnitt mit besonderen Eignungsmerkmalen — Berufsausbildung, Praktika, außerschulische Leistungen — kombiniert. Die ersten Semester legen breite disziplinäre Grundlagen in Mathematik (Analysis, Lineare Algebra, Diskrete Strukturen), Informatik I und II, Theoretischer Informatik, Algorithmen, Statistik, Forschungsmethoden der Psychologie, Kognitiver Psychologie und Computational Neuroscience. Im weiteren Verlauf setzen Studierende über Wahlpflichtmodule in Linguistik, Philosophie des Geistes oder weiterführender Informatik eigene Schwerpunkte; ein Flexibilitätsfenster von 20 CP ermöglicht Vertiefungen in Machine Learning, Neurokognition oder experimentelle Psychologie. Das Studium schließt mit der Bachelorarbeit und einem Abschlussvortrag im sechsten Semester ab.

Tübingen bietet für dieses Fach ein besonders dichtes Forschungsumfeld. Direkt vor Ort sind drei Max-Planck-Institute (Biologische Kybernetik, Entwicklungsbiologie, Intelligente Systeme), das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, das Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience sowie die Cyber Valley Initiative — eines der größten KI-Forschungszentren Europas. Bachelorstudierende profitieren bereits im Grundstudium von Projektseminaren mit realen Datensätzen und dem Zugang zu führenden Forschungsgruppen, die weltweit sichtbar an Themen wie Deep Learning, neuronale Bildverarbeitung und kognitive Robotik arbeiten.

Der Abschluss qualifiziert für anwendungsorientierte Positionen in der KI- und Softwareentwicklung, in Human-Computer-Interaction und UX-Research, in der Medizintechnik sowie im Wissenschaftsmanagement, legt den Schwerpunkt aber klar auf eine forschungsorientierte Weiterqualifikation. Viele Absolventinnen und Absolventen wechseln in den konsekutiven Master of Science Kognitionswissenschaft in Tübingen oder in verwandte Masterprogramme in KI, Computational Neuroscience oder Klinischer Neurowissenschaft an anderen Standorten.

Module im Studium

  • Einführung in die Kognitionswissenschaft
  • Grundlagen der Informatik
  • Lineare Algebra und Analysis
  • Biologische Psychologie
  • Linguistik: Syntax und Semantik
  • Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
  • Maschinelles Lernen Grundlagen
  • Neuronale Netze
  • Philosophie des Geistes
  • Forschungsmethoden und Statistik
  • Vertiefungsmodul (Wahl)
  • Bachelorarbeit

Was du lernst

  • Kognitive Prozesse aus informatischer, psychologischer und neurowissenschaftlicher Perspektive analysieren
  • Algorithmen und mathematische Modelle für kognitive Phänomene formalisieren
  • Empirische Experimente zu Wahrnehmung, Lernen und Sprache planen und auswerten
  • Neurowissenschaftliche Befunde mit KI-Modellen verbinden
  • Interdisziplinäre Literatur auf Englisch verstehen und kritisch bewerten
  • Eigenständig eine wissenschaftliche Fragestellung bearbeiten

Typische Berufsfelder

  • Forschung und Entwicklung in KI und Neurowissenschaften
  • Mensch-Computer-Interaktion und UX
  • Data Science und maschinelles Lernen
  • Neuroinformatik
  • Kognitive Beratung und Bildung
  • Promotion und akademische Laufbahn

Branchen

Technologie und SoftwareHochschule und ForschungGesundheits- und NeurowissenschaftenBeratung und ConsultingMedien und Kommunikation

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur)
  • Starkes Interesse an Mathematik und Informatik
  • Interesse an naturwissenschaftlich-empirischem Arbeiten
  • Englischkenntnisse zum Lesen wissenschaftlicher Texte
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
mintdigitalkiinterdisziplinärzukunftsfeld

Studieninhalte & Dokumente

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Kognitionswissenschaft” an der Universität Tübingen suchen →

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