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Medizininformatik

Der Bachelor Medizininformatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen ist ein sechssemestriger Monobachelor mit 180 ECTS am Fachbereich Informatik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Tübingen ist ein bundesweit herausragender Standort für KI und biomedizinische Forschung: Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, das Cyber Valley, das Universitätsklinikum und das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung bilden ein einzigartiges Ökosystem, in das der Studiengang direkt eingebunden ist.

Die Ausbildung verbindet eine vollständige Informatik-Grundausbildung mit medizinisch-biologischen Modulen. Im Informatikteil werden Programmierung in Java und Python, Algorithmen und Datenstrukturen, theoretische Informatik, Datenbanken, Software Engineering, Computernetze sowie Mathematik (Analysis, lineare Algebra, Stochastik) vermittelt. Spezifische Medizininformatik-Module umfassen „Medizinische Bildverarbeitung“, „Klinische Informationssysteme“, „Bioinformatik“, „Maschinelles Lernen in der Medizin“, „Interoperabilitätsstandards (HL7/FHIR/DICOM)“, „IT-Sicherheit im Gesundheitswesen“ sowie ein Bachelorpraktikum. Medizinische Pflichtmodule bieten Grundlagen in Anatomie, Physiologie, Pathologie und medizinischer Terminologie, oft gelesen von Dozierenden der Medizinischen Fakultät. Die enge Anbindung an das Cyber Valley und das Department Computer Science bringt aktuelle Forschungsthemen wie Deep Learning für radiologische Bildgebung und Federated Learning für klinische Daten direkt ins Curriculum. Unterrichtssprache ist überwiegend Deutsch, Pflichtliteratur Englisch.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten in der medizinischen Software- und Geräteindustrie (Siemens Healthineers, Philips Healthcare, Brainlab), bei Klinik-IT-Dienstleistern, in Krankenhaus-IT-Abteilungen, in Forschungsinstitutionen und Universitätskliniken, in Health-Tech-Startups oder bei Krankenkassen und Behörden wie dem BfArM. Der konsekutive Master Medical Informatics in Tübingen sowie verwandte Masterstudiengänge in Heidelberg, Erlangen oder München sind häufige Anschlussoptionen; auch ein Wechsel in den Bereich Bioinformatik oder Data Science ist möglich.

Zulassungsvoraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife; der Studiengang ist zulassungsbeschränkt mit nur 25 Studienplätzen pro Jahr über ein hochschuleigenes Auswahlverfahren (Abiturnote, Berufserfahrung, besondere Qualifikationen). Solide Mathematik- und Englischkenntnisse aus der Oberstufe sind essenziell, Vorerfahrung im Programmieren ist hilfreich, aber nicht verpflichtend. Empfehlenswert sind Interesse an interdisziplinärer Arbeit zwischen Klinik und Software, analytisches Denken sowie Bereitschaft zur Arbeit mit sensiblen Patientendaten und entsprechenden Datenschutzregelungen. Tübingen profitiert zusätzlich vom NCT Süd (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen) und vom hausintern entwickelten Tumorportal, an dem Studierende reale klinisch-genomische Daten auswerten lernen. Die enge Verzahnung mit der Medizinischen Fakultät, dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Internationalen Max-Planck-Forschungsverbund ML4Med prägt den Bachelor maßgeblich. Auch Praktika in der hauseigenen Universitätsklinik und gemeinsame Lehrveranstaltungen mit Medizinstudierenden sind möglich. Die kleine Kohorte und die intensive Betreuung sorgen für eine außergewöhnlich hohe Abschlussquote innerhalb der Regelstudienzeit. Tübingen ist als universitäre Standort Teil des Mittelbachneckar-Clusters und bietet ein lebendiges studentisches Umfeld mit zahlreichen Fachschaftsaktivitäten, Hackathons und Industrie-Workshops, was den Übergang in die Praxis spürbar erleichtert.

Module im Studium

  • Programmierung
  • Algorithmen und Datenstrukturen
  • Theoretische Informatik
  • Mathematik für Informatiker
  • Datenbanken
  • Software Engineering
  • Computernetze
  • Medizinische Bildverarbeitung
  • Klinische Informationssysteme
  • Bioinformatik
  • Maschinelles Lernen in der Medizin
  • Anatomie und Physiologie
  • IT-Sicherheit im Gesundheitswesen
  • Bachelorpraktikum

Schwerpunkte & Vertiefungen

  • Medizinische Bildverarbeitung
  • Klinische Informationssysteme
  • Bioinformatik
  • Maschinelles Lernen in der Medizin

Was du lernst

  • Klinische Daten interoperabel modellieren
  • Medizinische Bilddaten algorithmisch auswerten
  • ML-Modelle für klinische Anwendungen trainieren
  • FHIR- und DICOM-Standards praktisch einsetzen
  • Datenschutz im Gesundheitswesen umsetzen
  • Mit klinischem Personal kooperieren

Typische Berufsfelder

  • Medizinsoftware-Entwicklung
  • Krankenhaus-IT
  • Health-Tech-Startups
  • Klinische Forschung
  • Medizingerätehersteller
  • Behörden und Krankenkassen

Branchen

MedizintechnikPharmaKrankenhaus-ITHealth InsuranceForschungsinstituteSoftware

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Allgemeine Hochschulreife
  • Solide Mathematikkenntnisse
  • Englisch für Fachliteratur
  • Interesse an Medizin und Informatik
  • Sorgfalt im Umgang mit sensiblen Daten
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
  • Medizininformatik Bachelor Vollzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Medizinische Informatik” an der Universität Tübingen suchen →

Erfahrungsberichte von Studierenden

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