Geoökologie
Der Bachelor of Science Geoökologie an der Universität Tübingen ist ein sechssemestriger naturwissenschaftlicher Studiengang an der Schnittstelle von Geowissenschaften, Biologie und Chemie. Inhaltlich wird er gemeinsam vom Fachbereich Geowissenschaften und dem Fachbereich Biologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät getragen. Tübingen ist einer der ältesten Standorte für integrative Umweltforschung in Deutschland; die Fakultät betreibt unter anderem das Geo- und Umweltforschungszentrum, das Wasser- und Umweltforschungszentrum (WHZ) sowie Feldobservatorien im Schönbuch und entlang der Ammer. Unterrichtssprache ist Deutsch, Abschlussgrad ist der B.Sc. Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt, der NC liegt typischerweise im guten bis sehr guten Zweier-Bereich.
Die ersten beiden Semester legen die naturwissenschaftliche Basis: Mathematik für Naturwissenschaftler, Allgemeine und Anorganische Chemie, Experimentalphysik, Allgemeine Biologie, Einführung in die Geowissenschaften sowie Grundlagen der Geoökologie. Im zweiten Studienjahr folgen die geoökologischen Kernmodule Bodenkunde, Hydrologie und Hydrogeologie, Klimatologie, Ökologie der Pflanzen und Tiere, Biogeochemie sowie Systemanalyse und Modellierung. Praktische Methoden wie Geländearbeit, Bodenkartierung, hydrologische Messkampagnen und Laboranalytik (Spurenelemente, stabile Isotopen, mikrobiologische Verfahren, Gaschromatographie) prägen diese Phase und finden überwiegend in den vorlesungsfreien Zeiten als kompakte Blockpraktika statt. Charakteristisch für Tübingen ist die enge Verzahnung mit den Forschungsschwerpunkten Wasser- und Stoffkreisläufe, kritische Zone und Klimawandel im Anthropozän.
Das fünfte Semester besteht vollständig aus Wahlpflichtveranstaltungen — typische Vertiefungen sind Schadstoffhydrologie und Umweltchemie, Aquatische Ökologie, Geomorphologie und Quartärforschung, Biogeographie und Naturschutz, Umweltmonitoring per Fernerkundung sowie Klima- und Wasserhaushaltsmodellierung. Dieses Wahlsemester eignet sich ausdrücklich für ein Auslandssemester, etwa über das Erasmus-Netzwerk (Wien, Kopenhagen, Uppsala, Lissabon, Granada) oder Übersee-Partnerschaften der Geowissenschaften nach Kanada, Australien und Südafrika. Verpflichtend ist außerdem ein mindestens sechswöchiges Berufspraktikum in einem Umweltbüro, einer Behörde, einem Forschungsinstitut oder einem Unternehmen der Umweltbranche; die Fachschaft pflegt eine Praktikumsbörse mit über 100 anerkannten Stellen. Im sechsten Semester werden die mündliche Bachelorprüfung und die Bachelorarbeit absolviert, meist als experimentelle Arbeit innerhalb laufender Forschungsprojekte am WHZ oder Zentrum für Angewandte Geowissenschaften.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Umweltgutachten und Ingenieurbüros, in Behörden für Naturschutz, Wasserwirtschaft und Bodenschutz, in der Altlasten- und Standortsanierung, in Forschungseinrichtungen wie Helmholtz-Zentren oder dem UFZ Leipzig sowie zunehmend in der Klimafolgenanalyse für die Versicherungs- und Energiewirtschaft. Der konsekutive Master Geoökologie an der Universität Tübingen ist der natürliche Anschluss, ebenso fachverwandte Master in Umweltwissenschaften, Hydrologie, Geoökologie oder Climate Sciences an anderen Standorten wie Bayreuth, Freiburg oder Hamburg. Für die Aufnahme empfehlen sich solide Schulkenntnisse in Mathematik (Leistungskurs hilfreich), Chemie und Biologie, Bereitschaft zu intensiver Geländearbeit auch bei schlechtem Wetter sowie Interesse an quantitativ-modellbasiertem Arbeiten mit R oder Python.
Module im Studium
- Mathematik für Naturwissenschaftler
- Allgemeine und Anorganische Chemie
- Experimentalphysik
- Allgemeine Biologie
- Einführung in die Geowissenschaften
- Grundlagen der Geoökologie
- Bodenkunde
- Hydrologie und Hydrogeologie
- Klimatologie
- Biogeochemie
- Ökologie der Pflanzen und Tiere
- Systemanalyse und Modellierung
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Klima- und Paläoklimaforschung
- Hydrogeologie und Umweltgeowissenschaften
- Mineralogie und Geochemie
- Geoinformatik und Modellierung
Was du lernst
- Umweltsysteme prozessorientiert analysieren
- Gelände- und Laborarbeit durchführen
- Hydrologische und biogeochemische Modelle anwenden
- Stoffflüsse quantitativ erfassen
- Wissenschaftliche Daten interpretieren
- Interdisziplinär zwischen Geo und Bio arbeiten
Typische Berufsfelder
- Umweltgutachten und Ingenieurbüros
- Wasser- und Bodenschutzbehörden
- Altlasten- und Standortsanierung
- Forschungseinrichtungen (UFZ, Helmholtz)
- Klimafolgenanalyse
- Naturschutzverwaltung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Solide Schulmathematik
- Grundkenntnisse Chemie und Biologie
- Interesse an Geländearbeit
- Bereitschaft zu Laborpraktika
- Quantitatives Denken
3 Varianten dieses Studiengangs 3 Einträge
- Geographie Bachelor Vollzeit
- Geographie Bachelor of Education Vollzeit
- Geoökologie Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Geowissenschaften, -technologie” an der Universität Tübingen suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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