Umweltnaturwissenschaften
Der Mono-Bachelor Umweltnaturwissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen wird vom Fachbereich Geowissenschaften der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät getragen und führt in sechs Semestern zum Abschluss B.Sc. mit 180 Leistungspunkten. Das Tübinger Profil zeichnet sich durch eine konsequent quantitativ-naturwissenschaftliche Herangehensweise aus: Umweltprozesse werden nicht beschreibend, sondern mit den Methoden von Chemie, Physik, Biologie und Mathematik analysiert. Die Forschung am Geo- und Umweltforschungszentrum, an Schnittstellen zu Hydrogeologie, Biogeochemie und Atmosphärenwissenschaften, fließt direkt in die Lehre ein. Tübingen ist als Exzellenzuniversität mit Forschungsverbünden zu Klima, Wasser und Biodiversität bestens vernetzt und liegt naturräumlich zwischen Schwäbischer Alb, Schwarzwald und Neckartal.
Das erste Studienjahr legt die naturwissenschaftliche Basis mit Grundlagen der Chemie, der Biologie, Experimentalphysik, Mathematik und Statistik sowie einer eigenen Einführung in die Umweltsysteme und die Geowissenschaften, ergänzt durch ein Modul Umweltphysik. Ab dem zweiten Studienjahr verschiebt sich der Fokus auf umweltspezifische Themen: Umweltanalytik, Analytische und Organische Chemie, Hydrogeologie, Wasserchemie, Biogeochemie sowie Geländepraktika in regionalen Ökosystemen wie Wattenmeer, Schwarzwald oder Alpenvorland. Modellierungskompetenz wird in Modulen zur Modellierung in den Umweltwissenschaften, zu Stoffkreisläufen und zur Geophysik aufgebaut, ergänzt durch Programmierung mit Python oder R und numerische Verfahren. Das fünfte Semester ist als Mobilitätsfenster gestaltet und erlaubt freie Modulwahl aus den verwandten Studiengängen Geoökologie, Geowissenschaften oder Angewandte Umweltgeowissenschaften sowie Auslandsaufenthalte über die zahlreichen Partneruniversitäten in Europa und Übersee. Ein außeruniversitäres Praktikum von mindestens sechs Wochen mit begleitendem Seminar bringt Berufspraxis aus Behörden, Ingenieurbüros oder Industrie ins Studium. Den Abschluss bildet die Bachelorarbeit, die forschungsnah in einer der Arbeitsgruppen entsteht.
Absolventinnen und Absolventen können Umweltdaten quantitativ erheben, statistisch auswerten und in numerische Modelle überführen, verstehen Stoff- und Energiekreisläufe in Atmosphäre, Hydrosphäre und Pedosphäre und kennen analytisch-chemische Routinen für Spurenstoffe. Sie können Untersuchungen zu Schadstoffausbreitung, Grundwasserqualität, Bodenerosion oder Treibhausgasflüssen planen und beurteilen. Sie wechseln typischerweise in konsekutive Master wie Applied Environmental Geoscience, Geoökologie, Hydrogeologie, Atmosphärenwissenschaften oder Klimawissenschaften. Berufsfelder reichen von Umweltämtern, Ingenieurbüros für Altlasten und Wasserwirtschaft über Klima- und Energieagenturen bis zu Industrie-Umweltabteilungen und Forschungsinstituten. Auch im wachsenden Bereich Nachhaltigkeitsberatung und ESG-Reporting werden Absolventen gesucht.
Der Studiengang ist zulassungsfrei, der Studienbeginn ausschließlich zum Wintersemester. Vorausgesetzt werden solide Schulkenntnisse in Mathematik, Chemie, Physik und Biologie sowie die Bereitschaft, sich auf quantitative und experimentelle Arbeitsweisen einzulassen. Gute Englischkenntnisse für Fachliteratur und Wahlmodule auf Englisch sind notwendig. Empfehlenswert ist die Teilnahme am Vorkurs Mathematik der Universität Tübingen vor Studienbeginn, der einen sanften Übergang zwischen Schul- und Hochschulmathematik schafft und das Einleben am Campus Morgenstelle erleichtert.
Module im Studium
- Grundlagen der Chemie
- Grundlagen der Biologie
- Einführung in die Geowissenschaften
- Einführung in die Umweltsysteme
- Umweltphysik 1 und 2
- Mathematik und Statistik für Naturwissenschaften
- Umweltanalytik
- Hydrogeologie und Wasserchemie
- Biogeochemie und Stoffkreisläufe
- Modellierung in den Umweltwissenschaften
- Geländepraktikum und externes Praktikum
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Hydrogeologie und Wasserchemie
- Atmosphäre und Klima
- Biogeochemie und Bodensysteme
- Umweltmodellierung
- Angewandte Umweltgeowissenschaften
Was du lernst
- Umweltprozesse quantitativ analysieren
- Geochemische und hydrologische Messungen durchführen
- Numerische Modelle für Stoffflüsse anwenden
- Daten mit Python oder R auswerten
- Probenahmen und Feldarbeit planen
- Berichte für Behörden und Industrie verfassen
Typische Berufsfelder
- Umwelt- und Wasserbehörden
- Ingenieurbüros für Altlasten und Hydrogeologie
- Klima- und Energieagenturen
- Forschungsinstitute
- Industrie-Umweltabteilungen
- Beratung und Consulting
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Solide Mathematik- und Physikkenntnisse
- Chemie- und Biologiegrundlagen
- Bereitschaft zu Feld- und Laborarbeit
- Gute Englischkenntnisse
- Quantitatives Denken
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Paläoanthropologie Bachelor Vollzeit
- Umweltnaturwissenschaften Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Tübingen auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Bio-, Umweltwissenschaften” an der Universität Tübingen suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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