Islamische Religion an der Universität Osnabrück
Das Lehramtsstudium Islamische Religion an der Universität Osnabrück gehört zu den ältesten und etabliertesten Programmen dieser Art in Deutschland: Osnabrück war eine der ersten deutschen Universitäten, die Islamische Religion als grundständiges Unterrichtsfach eingeführt hat. Das Studium qualifiziert für den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht an allgemeinbildenden Schulen und erfolgt im konsekutiven Modell: sechs Semester Bachelor (Bildung, Erziehung und Unterricht) gefolgt von einem viersemestrigen Master of Education.
Die Studieninhalte umfassen vier Säulen: Koranwissenschaften und Prophetentradition (Hadith), Grundlagen der islamischen Glaubenslehre (Aqida) und Jurisprudenz (Fiqh/Usul al-Fiqh), Arabisch als Quellensprache sowie Religionspädagogik und Fachdidaktik. Besonderen Raum nehmen vergleichende Religionswissenschaft (Islam, Judentum, Christentum im Dialog) sowie die Analyse des Islam in Deutschland und Europa ein – historisch wie gegenwärtig. Die fachdidaktischen Module bereiten konkret auf den Unterricht in niedersächsischen Schulen vor.
Neben den theologischen Modulen ist ein zwei- bis vierwöchiges Schulpraktikum zu absolvieren. Für die Unterrichtserlaubnis (Iǧāza) im öffentlichen Schuldienst in Niedersachsen ist zusätzlich eine Zertifizierung durch den Islamischen Religionspädagogischen Beirat erforderlich – dieser setzt ein persönliches muslimisches Glaubensbekenntnis voraus.
Absolventinnen und Absolventen unterrichten Islamische Religion an niedersächsischen Grund- und weiterführenden Schulen. Weitere Berufswege führen in die muslimische Gemeindearbeit, islamische Wohlfahrtseinrichtungen, interreligiöse Institutionen, Bildungsberatung sowie Forschung und Lehre an Universitäten. Der Bedarf an qualifizierten islamischen Religionslehrkräften übersteigt das Angebot deutlich – die Berufsaussichten sind ausgezeichnet.
Module im Studium
- Einführung in die Koranwissenschaften
- Hadith und Prophetentradition
- Islamische Glaubenslehre (Aqida)
- Islamische Jurisprudenz (Fiqh und Usul al-Fiqh)
- Arabisch I – Grammatik und Morphologie
- Arabisch II – Lektüre islamischer Quellen
- Islamische Geschichte und Gesellschaft
- Islam in Deutschland und Europa
- Interreligiöser Dialog und komparative Religionswissenschaft
- Religionspädagogik und Fachdidaktik Islamische Religion
- Schulpraktische Studien
Was du lernst
- Islamische Primärquellen auf Arabisch lesen und interpretieren
- Islamische Theologie wissenschaftlich und didaktisch aufbereiten
- Islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen planen und durchführen
- Interreligiöse Perspektiven im Unterricht produktiv einsetzen
- Islam in seinem deutschen und europäischen Gegenwartskontext verorten
- Muslimische Schüler:innen in ihrer religiösen Identitätsbildung begleiten
Typische Berufsfelder
- Islamische Religionslehrkraft an allgemeinbildenden Schulen
- Islamunterricht an beruflichen Schulen und Gymnasien
- Islamische Gemeindearbeit und Seelsorge
- Mitarbeit in interreligiösen Einrichtungen und Dialoginitiativen
- Islamische Wohlfahrts- und Sozialarbeit
- Forschung und Lehre im Bereich Islamische Theologie
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Muslimisches Glaubensbekenntnis (für Iǧāza/Unterrichtserlaubnis in Niedersachsen erforderlich)
- Grundkenntnisse Arabisch empfohlen
- Keine formalen Zulassungsbeschränkungen (zulassungsfrei)
Studieninhalte & Dokumente
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Osnabrück auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Islamische Religion” an der Universität Osnabrück suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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