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Hebammenwissenschaft

Universität Münster Münster Bachelor (Bachelor/Bakkalaureus)

Der Bachelor Hebammenwissenschaft an der Universität Münster ist ein junger, dualer Studiengang an der Medizinischen Fakultät und löst die frühere Fachschulausbildung gemäß dem novellierten Hebammenreformgesetz von 2020 ab. Der erste Jahrgang startete im Oktober 2022 mit 24 Studierenden; seit Februar 2023 ist der Studiengang akkreditiert. Studierende verlassen die Hochschule nach acht Semestern (240 Leistungspunkte) mit zwei Abschlüssen: dem Bachelor of Science und der gesetzlich geschützten Berufsbezeichnung „Hebamme“, die EU-weit zur Berufsausübung berechtigt. Träger der praktischen Ausbildung ist das Universitätsklinikum Münster gemeinsam mit einem Verbund regionaler Kliniken und freiberuflicher Hebammen.

Der Aufbau wechselt vom ersten Semester an zwischen Theoriephasen am Campus und Praxiseinsätzen in den Kooperationskliniken rund um Münster sowie bei freiberuflichen Hebammen und außerklinischen Geburtshäusern. Insgesamt absolvieren Studierende 2 325 Stunden Praxis, die nach den Vorgaben der Hebammenausbildungs- und -prüfungsverordnung (HebAPrV) auf Kreißsaal, Wochenstation, ambulante Vorsorge, Wochenbettbetreuung, pädiatrische und gynäkologische Einsätze verteilt sind. Während der gesamten Regelstudienzeit erhalten Studierende eine monatliche Ausbildungsvergütung nach TV-L Pflege; Mobilität im Umkreis von rund 50 Kilometern um Münster wird vorausgesetzt.

Inhaltlich vermittelt das Curriculum naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen (Anatomie, Physiologie, Mikrobiologie, Pharmakologie), Schwangerschaftsbetreuung, physiologische und pathologische Geburt, Wochenbett und Stillberatung, Neugeborenenversorgung, hebammenwissenschaftliche Theoriebildung, Pflegewissenschaft, Recht und Berufsethik sowie evidenzbasiertes Arbeiten. Zentrales Element ist ein durchgängiges Skills-Lab-Training mit Simulationspatientinnen und High-Fidelity-Phantomen, das in Münster besonders gut ausgestattet ist. Die Methodenausbildung umfasst Statistik, qualitative Forschung und kritische Literaturbewertung; bereits ab dem dritten Semester werden Forschungsprojekte zu geburtshilflichen Versorgungsfragen begleitet, oft in Verbindung mit dem Institut für Versorgungsforschung und Health Services Research der Fakultät. Die Bachelorarbeit verbindet eine empirische oder versorgungspraktische Fragestellung mit hebammenwissenschaftlicher Theorie.

Absolventinnen arbeiten in Kliniken (Kreißsaal, Wochenstation, Neonatologie), freiberuflich in der Vor- und Nachsorge, in Geburtshäusern, in der Familienhebammenarbeit, in Beratungsstellen sowie zunehmend in Lehre und Forschung an Hochschulen und im Qualitätsmanagement der Geburtshilfe. Weil der Berufszugang vollständig akademisiert wurde, ist die Nachfrage hoch und das Bewerbungsverfahren selektiv. Voraussetzungen sind die Hochschulzugangsberechtigung, ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung, ein mindestens vierwöchiges geburtshilfliches Vorpraktikum (154 Stunden), Deutschkenntnisse auf DSH-2-Niveau sowie persönliche Belastbarkeit, Empathie und Schichtdiensttauglichkeit. Wer die Aufnahme schafft, profitiert von einer der größten medizinischen Fakultäten Deutschlands, einem hervorragend ausgestatteten Universitätsklinikum, einer wachsenden Forschungslandschaft und einer wissenschaftlich orientierten Berufsperspektive, die langfristig auch akademische Karrieren in der jungen Disziplin der Hebammenwissenschaft ermöglicht. Die Stadt Münster selbst ist als familienfreundlicher Studienort mit hoher Lebensqualität, dichtem Radwegenetz und großer Studierendengemeinschaft eine attraktive Umgebung für ein anspruchsvolles, praxisintensives Studium.

Module im Studium

  • Anatomie und Physiologie der Reproduktion
  • Schwangerenvorsorge und Beratung
  • Physiologische Geburt und Kreißsaal
  • Pathologische Geburt und Notfallmanagement
  • Wochenbett und Stillberatung
  • Neugeborenenversorgung und Pädiatrie
  • Pharmakologie und Notfallpharmaka
  • Hebammenwissenschaftliche Theoriebildung
  • Evidenzbasiertes Arbeiten und Statistik
  • Recht, Ethik und Berufskunde
  • Skills-Lab und Simulationstraining
  • Praxismodule in Klinik und Freiberuflichkeit

Was du lernst

  • Physiologische Geburten eigenverantwortlich leiten
  • Pathologien früh erkennen und Notfälle managen
  • Schwangere und Familien evidenzbasiert beraten
  • Stillberatung und Wochenbettpflege durchführen
  • Hebammenforschung kritisch rezipieren
  • Interprofessionell im Geburtsteam kommunizieren
  • Recht und Berufsethik sicher anwenden
  • Versorgungsqualität reflektieren

Typische Berufsfelder

  • Kreißsaal in Geburtskliniken
  • Wochenstation und Neonatologie
  • Freiberufliche Vor- und Nachsorge
  • Geburtshaus
  • Familienhebammenarbeit
  • Hebammenforschung und Lehre
  • Qualitätsmanagement in der Geburtshilfe
  • Beratung und Public Health

Branchen

KrankenhauswesenAmbulante GesundheitsversorgungÖffentliche GesundheitWissenschaft und LehreSozialwesen und Familienhilfe

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
  • Ärztliches Attest zur Eignung
  • Vierwöchiges geburtshilfliches Vorpraktikum
  • Deutschkenntnisse DSH-2 oder gleichwertig
  • Belastbarkeit und Schichtdiensttauglichkeit
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
  • Hebammenwissenschaft Bachelor Vollzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Münster auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Gesundheitswissenschaften/-management” an der Universität Münster suchen →

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