Medien und kulturelle Praxis: Geschichte, Ästhetik, Theorie
Der Masterstudiengang Medien und kulturelle Praxis: Geschichte, Ästhetik, Theorie an der Philipps-Universität Marburg ist ein konsekutiver, viersemestriger M.A. der Medienwissenschaft am Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften. Er knüpft an die lange medienwissenschaftliche Tradition Marburgs an, die mit dem Aufbau der ersten institutionellen Filmwissenschaft in der Bundesrepublik in den siebziger Jahren begann, und richtet sich an Bachelorabsolventinnen und -absolventen einschlägiger medien-, kultur- oder geisteswissenschaftlicher Fächer, die ihre theoretischen und methodischen Kompetenzen in Bezug auf audiovisuelle Medien, deren Geschichte und kulturelle Praktiken vertiefen wollen. Mit der reformierten Studienordnung ab Wintersemester 2024/25 wurde das Curriculum konsequenter auf digitale Mediengeschichte, Plattformkulturen und kulturwissenschaftliche Praxisforschung ausgerichtet.
Das Curriculum gliedert sich in einen Pflichtbereich „Basis“ mit 66 Leistungspunkten, einen Profilbereich, einen Praxisbereich sowie das Abschlussmodul. Im Basisbereich werden die Pflichtmodule MP1 Grundlagen, MP2 Theorie und Analyse, MP3 Geschichte, MP4 Medienkultur, MP5 Spezialisierung sowie MP6 Methoden und Theorien absolviert. Der Profilbereich erlaubt die Wahl von MP7 Gesellschaft oder den Import von Modulen aus benachbarten Studiengängen wie Kunst-, Theater- oder Kulturwissenschaft, Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung. Im Praxisbereich entscheidest du dich zwischen einem wissenschaftlichen Praxisprojekt am Institut oder einem externen Praktikum in Kulturinstitutionen, Archiven, Festivals, Redaktionen oder Produktionsfirmen. Das vierte Semester ist überwiegend für die rund achtzigseitige Masterarbeit reserviert, die in einer sechsmonatigen Bearbeitungsfrist verfasst wird und in der Regel eigene empirische oder archivbasierte Forschung umfasst.
Inhaltlich stehen Film-, Fernseh- und digitale Medienästhetik, mediengeschichtliche Längsschnitte vom frühen Kino bis zu Plattformökonomien, Theorien der Bildlichkeit und Repräsentation, postkoloniale und gendertheoretische Perspektiven auf Medien sowie kulturwissenschaftliche Analysen medialer Praktiken im Zentrum. Methodisch werden qualitative Verfahren der Film- und Medienanalyse, Diskursanalyse, historische Quellenarbeit, narrative Interviews sowie ethnographische Zugänge zu Mediennutzung trainiert. Eingebunden sind das Hessische Filmarchiv, das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg sowie die Forschungsstelle Geschichte der Wirtschaftsfilme, was archivnahe Lehre und originale Materialarbeit ermöglicht. Hinzu kommt die enge Vernetzung mit dem Marburger Programmkino und kulturellen Festivals der Region.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Filmkritik und Kulturjournalismus, in Festival- und Programmkuration, in Filmarchiven, Mediatheken und Museen, in Redaktionen öffentlich-rechtlicher Anstalten, in der Bildungsarbeit von Filmbildungsinitiativen, in der Marketing- und PR-Arbeit kultureller Organisationen sowie in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mediennaher Unternehmen. Der Studiengang qualifiziert zudem für eine Promotion und schafft eine solide Grundlage für eine wissenschaftliche Laufbahn in Medien- und Kulturwissenschaft. Voraussetzung ist ein einschlägiger Bachelorabschluss mit medien-, kultur- oder geisteswissenschaftlichem Profil; gute Englischkenntnisse sowie Bereitschaft zu theoriegeleiteter Textarbeit, intensiver Filmsichtung und eigenständigem Forschen werden erwartet.
Module im Studium
- MP1 Grundlagen
- MP2 Theorie und Analyse
- MP3 Geschichte
- MP4 Medienkultur
- MP5 Spezialisierung
- MP6 Methoden und Theorien
- MP7 Gesellschaft (Profilbereich)
- Wissenschaftliches Praxisprojekt
- Externes Praktikum
- Importmodule benachbarter Fächer
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Filmgeschichte und Filmästhetik
- Digitale Medienkultur
- Audiovisuelle Theorie
- Mediengesellschaft und Öffentlichkeit
Was du lernst
- Audiovisuelle Medien historisch und theoretisch analysieren
- Qualitative Medienanalyse souverän anwenden
- Kulturelle Praktiken medienwissenschaftlich einordnen
- Archiv- und Quellenarbeit eigenständig durchführen
- Eigene Forschungsfragen entwickeln und bearbeiten
- Mediale Diskurse kritisch reflektieren
Typische Berufsfelder
- Filmkritik und Kulturjournalismus
- Festival- und Programmkuration
- Filmarchive und Mediatheken
- Redaktion öffentlich-rechtlicher Medien
- Museen und Ausstellungswesen
- Kulturelle Bildung und Filmvermittlung
- Wissenschaftliche Laufbahn
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Einschlägiger Bachelorabschluss in Medien-, Kultur- oder Geisteswissenschaften
- Gute Englischkenntnisse
- Bereitschaft zu theoriegeleiteter Textarbeit
- Interesse an Filmgeschichte und Medienanalyse
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Deutschsprachige Literaturen. Text - Kultur - Medien Master Vollzeit
- Medien und kulturelle Praxis: Geschichte, Ästhetik, Theorie Master of Arts Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Marburg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Kommunikation und Medien” an der Universität Marburg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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