Psychologie: Klinische Psychologie und Psychotherapie
NC-Hinweis: auch 2,3 mit 3 Wartesemestern
Der viersemestrige Masterstudiengang Psychologie: Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Philipps-Universität Marburg ist ein approbationsorientierter M.Sc., der nach dem novellierten Psychotherapeutengesetz (PsychThG, in Kraft seit 01.09.2020) zur staatlichen Approbationsprüfung führt. Er baut auf dem polyvalenten Bachelor Psychologie auf, ist in das forschungsstarke Marburger Profil mit Universitätsklinik, Psychotherapie-Ambulanz und mehreren klinisch-psychologischen Lehrstühlen eingebettet und gilt als einer der etablierten Approbationsmaster in Hessen. Marburg ist als Standort der klinisch-psychologischen Forschung in Deutschland besonders profiliert: hier wurden zentrale Beiträge zur kognitiven Verhaltenstherapie, zur Depressionsforschung und zur Behandlung von Angststörungen geleistet.
Das Curriculum gliedert sich in einen Basisbereich mit Modulen zu wissenschaftlichen Methoden, fortgeschrittener psychologischer Diagnostik sowie Vertiefung der Störungslehre und psychotherapeutischen Verfahren. Im Vertiefungsbereich werden ausgewählte Anwendungsfelder wie Erwachsenenpsychotherapie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, neuropsychologische Diagnostik sowie Verhaltensmedizin behandelt. Der Praxisbereich integriert die im PsychThG vorgesehenen berufsqualifizierenden Tätigkeiten BQT-1 bis BQT-3, also angeleitete Praktika in psychiatrisch-psychotherapeutischen Einrichtungen, in der Hochschulambulanz sowie in stationären Versorgungsstrukturen. Hinzu kommen Module zur ethisch-rechtlichen Reflexion, zur Versorgungspsychologie und zur Forschungsmethodik mit einem Schwerpunkt auf klinischer Studienplanung. Den Abschluss bildet die Masterarbeit, parallel dazu wird die staatliche Approbationsprüfung abgelegt, die in den fünf Kompetenzbereichen Diagnostik, Indikation, Therapieplanung, Versorgung und Ethik strukturiert ist.
Methodisch werden manualgestützte Psychotherapie, evidenzbasierte Diagnostik, kognitiv-verhaltenstherapeutische Techniken, Gesprächsführung, Skill-Training sowie quantitative Forschungsmethoden mit R und SPSS trainiert. Die Marburger Psychotherapie-Ambulanz, das DFG-geförderte Forschungsumfeld zu Depressionen und Angststörungen, der Sonderforschungsbereich „Anpassungsstörungen“ sowie die enge Verzahnung mit dem Fachbereich Medizin und der Universitätsklinik bieten praxisnahe Lehre und früh angebundene Forschungsmöglichkeiten. Studierende durchlaufen supervidierte Erstgespräche, hospitieren in stationären Behandlungseinheiten und bearbeiten Forschungsprojekte mit publikationsfähigem Anspruch.
Absolventinnen und Absolventen sind nach erfolgreich abgelegter Approbationsprüfung berechtigt, die anschließende Weiterbildung zur Fachpsychotherapeutin oder zum Fachpsychotherapeuten in einem Vertiefungsverfahren wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder systemischer Therapie zu beginnen. Berufsfelder eröffnen sich in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, Rehabilitationszentren, niedergelassenen Praxen, Beratungsstellen, in der Versorgungsforschung, der pharmakologischen Industrie (klinische Studien), in der Suchthilfe sowie an Hochschulen und Forschungsinstituten. Voraussetzung ist ein Bachelor Psychologie nach den Standards der DGPs mit den im PsychThG geforderten Mindestleistungspunkten in klinischen Inhalten (mindestens 12 ECTS aus Klinischer Psychologie und 24 ECTS aus methodischen Modulen); gute Englischkenntnisse, statistisches Vorwissen sowie psychosoziale Belastbarkeit, Reflexionsbereitschaft und Interesse an evidenzbasierter Versorgung werden erwartet. Aufnahmeverfahren beinhaltet ein Auswahlgespräch zur klinischen Eignung. Die Studienplätze sind stark nachgefragt; die Bewerbung erfolgt zentral über das Marburger Bewerbungsportal und unterliegt einem hochschulinternen Auswahlverfahren mit Bachelornote und einem klinisch-fachlichen Gespräch.
Module im Studium
- Wissenschaftliche Methodenlehre
- Vertiefte psychologische Diagnostik
- Störungslehre und psychotherapeutische Verfahren
- Klinische Psychologie und Psychotherapie über die Lebensspanne
- Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
- Neuropsychologie und Verhaltensmedizin
- Berufsqualifizierende Tätigkeit BQT-1 (Orientierungspraktikum)
- Berufsqualifizierende Tätigkeit BQT-2 (Hochschulambulanz)
- Berufsqualifizierende Tätigkeit BQT-3 (Stationäre Versorgung)
- Ethik und Recht in der Psychotherapie
- Versorgungspsychologie
- Masterarbeit und Approbationsprüfung
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Erwachsenenpsychotherapie
- Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
- Klinische Neuropsychologie
- Verhaltensmedizin und Gesundheitspsychologie
Was du lernst
- Psychische Störungen evidenzbasiert diagnostizieren
- Psychotherapeutische Verfahren leitliniengerecht anwenden
- Patientinnen und Patienten angeleitet behandeln
- Therapeutische Beziehung professionell gestalten
- Forschungsbefunde klinisch interpretieren
- Ethisch-rechtliche Standards im Versorgungsalltag einhalten
Typische Berufsfelder
- Psychotherapeutische Praxis (nach Approbation)
- Psychiatrische und psychosomatische Kliniken
- Reha- und Versorgungseinrichtungen
- Beratungsstellen und Krisendienste
- Versorgungsforschung
- Pharmakologische Studien
- Hochschule und Forschung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor Psychologie nach DGPs- und PsychThG-Standards
- Mindestleistungspunkte in klinischen Modulen
- Statistische und methodische Grundkenntnisse
- Gute Englischkenntnisse
- Psychosoziale Belastbarkeit
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Psychologie: Klinische Psychologie und Psychotherapie Master of Science Vollzeit
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