Kognitive und Integrative Systemneurowissenschaften
Der Masterstudiengang Kognitive und Integrative Systemneurowissenschaften (M.Sc.) an der Philipps-Universität Marburg ist ein interfakultäres, forschungsorientiertes Programm, das seit dem Wintersemester 2014/15 Arbeitsgruppen aus Biologie, Medizin, Physik, Psychologie sowie Germanistik und Kunstgeschichte unter einem Dach versammelt. Träger ist das hessenweit profilierte Center for Mind, Brain and Behavior (CMBB), das die neurowissenschaftliche Forschung der Universitäten Marburg und Gießen bündelt. Das Curriculum zielt auf eine systemische Sicht auf das Gehirn: von zellulärer und molekularer Neurobiologie über Netzwerkebene und Bildgebung bis zu kognitiven, affektiven und sozialen Funktionen.
Der Studienaufbau verteilt sich auf vier Semester mit 120 ECTS und gliedert sich in eine Grundlagen- und Methodenphase (Semester 1 und 2) sowie eine Vertiefungs- und Qualifizierungsphase (Semester 3 und 4). Pflichtmodule decken neurowissenschaftliche Grundlagen, Statistik und experimentelle Methoden ab; Wahlpflichtmodule reichen von Neurophysiologie, Neuroethologie und Neurophysik über Bildgebung (fMRT, EEG, MEG, fNIRS) und Neuropharmakologie bis zu Neurolinguistik, kognitiver Modellierung, sozialer und affektiver Neurowissenschaft sowie Verhaltensforschung. Hinzu kommen ein Forschungsprojekt im Labor (mindestens drei Monate), ein externes Forschungspraktikum (auch international, häufig an europäischen oder US-amerikanischen Partneruniversitäten) und die sechsmonatige Masterarbeit in einer der angeschlossenen Arbeitsgruppen, häufig am Bildgebungszentrum Marburg mit 3-Tesla-MRT, am CMBB oder am Universitätsklinikum Marburg. Die Lehre ist weitgehend Englisch, Kohortengrößen sind klein (etwa 20 Studierende pro Jahrgang) und individuell betreut; Journal Clubs und Retreats sind feste Bestandteile.
Absolventinnen und Absolventen qualifizieren sich primär für eine Promotion in den Lebens- oder Verhaltenswissenschaften und für eine wissenschaftliche Laufbahn an Universitäten, Max-Planck- und Helmholtz-Instituten. Weitere Berufsfelder finden sich in der pharmazeutischen Industrie (klinische Studien, Neuropharmakologie, CNS-Drug-Development), in der medizinischen Bildgebung und Diagnostik (Siemens Healthineers, Philips), in der Entwicklung neurotechnologischer Anwendungen (Brain-Computer-Interfaces, Neuro-Marketing, Cognitive AI), in der wissenschaftlichen Politikberatung, in Stiftungen und Forschungsförderorganisationen sowie im Wissenschaftsjournalismus und Verlagswesen.
Zugangsvoraussetzung ist ein einschlägiger Bachelor (z. B. Biologie, Psychologie, Humanmedizin, Physik, Informatik, Linguistik, Kognitionswissenschaft) mit mindestens 180 ECTS und nachweislichen Vorkenntnissen in Neurowissenschaften, Statistik oder einer experimentellen Methodik. Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind verpflichtend; eine fachliche Eignungsprüfung mit Motivationsschreiben und ggf. Auswahlgespräch wird gefordert. Empfohlen sind Programmierkenntnisse in MATLAB, Python oder R für die Bild- und Signaldatenverarbeitung sowie Erfahrungen mit Versuchsprotokollen und Datenanalyse.
Module im Studium
- Grundlagen der Neurowissenschaft
- Methoden der Neurowissenschaft (Statistik, Programmierung)
- Zelluläre und molekulare Neurobiologie
- Neurophysiologie und Neuroethologie
- Neurophysik und Biophysik
- Bildgebende Verfahren (fMRT, EEG, MEG)
- Kognitive Neurowissenschaft
- Affektive und soziale Neurowissenschaft
- Neurolinguistik
- Neuropharmakologie und Neurologie
- Forschungspraktikum (intern/extern)
- Masterarbeit (6 Monate)
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Systemische Neurophysiologie
- Kognitive Neurowissenschaft
- Neurobildgebung
- Affektive und soziale Neurowissenschaft
- Computational Neuroscience
Was du lernst
- neuronale Mechanismen auf mehreren Ebenen analysieren
- Bildgebungs- und Elektrophysiologiedaten auswerten
- experimentelle Studien selbstständig konzipieren
- statistische und computergestützte Modelle anwenden
- interdisziplinär in Forschungsverbünden arbeiten
- englischsprachig wissenschaftlich publizieren
Typische Berufsfelder
- Promotion in Neurowissenschaften
- akademische Forschung
- pharmazeutische Industrie und klinische Studien
- medizinische Bildgebung und Diagnostik
- Neurotechnologie und Brain-Computer-Interfaces
- Wissenschaftskommunikation
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor in Biologie, Psychologie, Medizin, Physik o. ä. (180 ECTS)
- Vorkenntnisse Neurowissenschaften
- Statistik und experimentelle Methoden
- Englischkenntnisse B2
- Programmierkenntnisse (MATLAB/Python/R) empfohlen
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Kognitive und Integrative Systemneurowissenschaften Master of Science Vollzeit
- Molekulare und Zelluläre Neurowissenschaften Master of Science Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Marburg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Biomedizin, Neurowissenschaften” an der Universität Marburg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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