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Journalismus

Der Master of Science Journalismus an der Universität Leipzig ist ein bundesweit einzigartiges sechssemestriges Studium am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit insgesamt 180 ECTS und integriertem zwölfmonatigen Volontariatsersatz. Statt 120 ECTS in vier Semestern umfasst er deutlich mehr: 100 ECTS Lehre, 20 ECTS Masterarbeit sowie 60 ECTS Pflichtpraxisphase in einer Redaktion. Damit verbindet Leipzig wissenschaftlichen Master, datengetriebene Informatik und redaktionelle Berufsausbildung in einem Programm – eine direkte Antwort auf den Strukturwandel des Journalismus, in dem klassische Volontariate seltener werden und Datenkompetenz unverzichtbar wird.

Das Curriculum ruht auf drei Säulen. Die erste Säule – Journalistik und Praxis – vertieft journalistisches Handwerk, narrative Techniken, Innovationsformate im digitalen Journalismus, redaktionelles Management, Audience Engagement sowie ethische und rechtliche Standards. Die zweite Säule – Informatik – führt in Grundlagen der Informatik, Algorithmen, Datenbanken, ausgewählte Wahlmodule wie Linguistic Computing, Machine Learning, Natural Language Processing, Digital Humanities und Datenvisualisierung ein. Die dritte Säule – empirische Forschung – behandelt sozialwissenschaftliche Methoden, deskriptive und inferenzstatistische Verfahren, qualitative Inhaltsanalyse, Datenerhebung sowie zwei eigenständige Forschungsprojekte. Im dritten Semester arbeiten Studierende an einem Innovationsprojekt, das ein neues journalistisches Format konzipiert und prototypisch umsetzt – etwa ein interaktives Datenstück, einen Podcast oder ein Newsletter-Produkt. Das vierte Semester ist Forschungsprojekt 2, Ethik/Recht und der Masterarbeit gewidmet. Die fünfte und sechste Semesterphase besteht aus dem zwölfmonatigen Pflichtpraktikum in einer überregionalen Redaktion oder einem digitalen Medienangebot, das in Lehrkonzeption und Bewerbungsprozess fest mit der Universität verzahnt ist.

Leipzig profitiert hier von einer langen journalistischen Tradition seit dem 1916 gegründeten Institut für Zeitungskunde – dem ältesten universitären Journalistikinstitut Deutschlands –, vom dichten Kooperationsnetz mit Verlagen wie der Madsack-Mediengruppe, dem MDR, dem Spiegel, dpa, der Süddeutschen Zeitung, ZEIT ONLINE und Correctiv sowie von eigenen Lehrredaktionen. Methodisch werden Datenjournalismus-Pipelines mit Python, R, SQL, Datawrapper und Flourish, Recherchetools wie OSINT-Frameworks, Aleph und Investigative Toolsets, klassische Reportage und Recherche, multimediale Produktion (Audio, Video, interaktive Stücke) sowie Forschungsdesigns für Medienanalysen trainiert. Studierende profitieren zudem vom journalistischen Netzwerk der Stiftung Werkstatt für Junge Journalismus und dem Reporterforum.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Redakteure in überregionalen Tageszeitungen, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in Investigativ-Teams, im Daten- und Konstruktivjournalismus, in Redaktionsleitungen digitaler Medien, in Verifikations-Stabsstellen und Faktencheck-Teams, in der Kommunikations- und Medienforschung sowie in Innovation Labs großer Medienhäuser. Voraussetzung ist ein einschlägiger Bachelor in Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalistik, Soziologie oder verwandten Fächern; Bewerbende durchlaufen ein zusätzliches Eignungsfeststellungsverfahren mit Textproben und Auswahlgespräch.

Module im Studium

  • Digitaler Journalismus und journalistische Praxis
  • Organisation und Entwicklung im digitalen Journalismus
  • Narrative Techniken
  • Innovationsprojekt
  • Journalistische Ethik und Recht
  • Einführung in die Informatik
  • Datenbanksysteme
  • Machine Learning oder Digital Humanities
  • Grundlagen der Sozialforschung
  • Deskriptive und Inferenzstatistik
  • Forschungsprojekt 1 und 2
  • Zwölfmonatiges redaktionelles Praktikum
  • Masterarbeit

Schwerpunkte & Vertiefungen

  • Datenjournalismus
  • Digitale Innovationsformate
  • Investigativer Journalismus
  • Empirische Journalismusforschung

Was du lernst

  • Multimediale Beiträge eigenständig produzieren
  • Datenrecherche und -auswertung beherrschen
  • Algorithmische Inhalte verstehen und kritisch einordnen
  • Empirische Studien zu Journalismus durchführen
  • Innovative Formate konzipieren und prototypisieren
  • Redaktionell unter realen Bedingungen arbeiten

Typische Berufsfelder

  • Tageszeitungs- und Magazinredaktionen
  • Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
  • Investigativ- und Datenteams
  • Digitale Medien und Plattformen
  • Redaktionsleitung und Innovation Labs
  • Verifikations- und Faktencheck-Teams
  • Kommunikations- und Medienforschung

Branchen

Print- und Online-VerlageÖffentlich-rechtlicher RundfunkPrivater Rundfunk und StreamingDigitale Medien und PlattformenForschung und Hochschulen

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Einschlägiger Bachelor in KMW, Journalistik, Soziologie oder verwandtem Fach
  • Bestandenes Eignungsfeststellungsverfahren
  • Textproben und Motivationsschreiben
  • Gute Englischkenntnisse
  • Bereitschaft zu zwölfmonatigem Vollzeit-Praktikum
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
3 Varianten dieses Studiengangs 3 Einträge
  • Communication Management Master of Arts Vollzeit
  • Digitale Kommunikation, Medienkulturen und Medienkompetenzen Master of Arts Teilzeit
  • Journalismus Master of Science Teilzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Leipzig auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Kommunikation und Medien” an der Universität Leipzig suchen →

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