Governance of Risk and Resources
Der Master of Science Governance of Risk and Resources ist ein gebührenpflichtiger weiterbildender Studiengang der Universität Heidelberg, der gemeinsam mit der Pontificia Universidad Católica de Chile und der Universidad de Chile angeboten wird. Studienort ist das Heidelberg Center for Latin America (HCLA) in Santiago de Chile – damit unterscheidet sich das Programm fundamental von einem regulären Heidelberger Master der Politikwissenschaft: Es handelt sich um einen geowissenschaftlich-sozialwissenschaftlichen Master, der eine internationale Kohorte von bis zu 25 Studierenden pro Jahr in einem residenten Format in Lateinamerika ausbildet. Die Bewerbungsfristen orientieren sich am akademischen Jahr der Südhalbkugel; Lehrveranstaltungen beginnen jeweils im März.
Das Programm dauert drei Semester (90 ECTS) und gliedert sich in zwei Lehrsemester in Santiago sowie ein abschließendes Forschungs- und Thesissemester. Inhaltlich stehen drei Themenfelder im Mittelpunkt: Governance der Mensch-Umwelt-Beziehungen in Theorie und Praxis, Resource Governance sowie Risk Governance. Konkret werden Module zu nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen, Wasser- und Energiegovernance, Klimarisiken, seismischen und vulkanischen Risiken, Erdbeben- und Tsunami-Vorsorge sowie Konfliktmanagement um Bergbau und Land belegt. Methodisch werden Politikfeldanalyse, Risikoanalyse, GIS und räumliche Statistik, partizipative Verfahren und qualitative Forschungsmethoden vermittelt. Die Lehrsprache ist primär Englisch, einzelne Module finden auf Spanisch statt; eine bilinguale Lernkultur ist Teil des Konzepts. Exkursionen in die Anden, an die Pazifikküste und in andere Andenstaaten der Region führen die abstrakten Konzepte unmittelbar an reale Governance-Konflikte – etwa um Lithiumförderung, Wasserkonzessionen oder Vulkangefahren – heran. Die Masterarbeit kann sowohl an einer der chilenischen Partneruniversitäten als auch in Heidelberg betreut werden und nimmt häufig Bezug auf reale Praxisprojekte des HCLA-Netzwerks.
Mit dem M.Sc. qualifizieren sich Absolventinnen und Absolventen für internationale Organisationen (Weltbank, IDB, UN-Habitat, UNDP, UNDRR), für die deutsche und europäische Entwicklungszusammenarbeit (GIZ, KfW, AFD), für nationale Umwelt- und Katastrophenschutzbehörden, für rohstoffrelevante Unternehmen, NGOs sowie Forschungsinstitute mit Lateinamerika-Schwerpunkt. Auch eine Promotion an Heidelberg oder den chilenischen Partneruniversitäten ist möglich; die starke Praxisorientierung empfiehlt das Programm aber besonders denjenigen, die in Politik, Verwaltung und Beratung wirken wollen. Hinzu kommen Tätigkeiten in der diplomatischen Vertretung, in Auslandshandelskammern und in der Energiewirtschaft.
Voraussetzungen sind ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss in Geowissenschaften, Umweltwissenschaften, Politik-/Verwaltungswissenschaft, Wirtschaft, Recht oder verwandten Fächern, in der Regel mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung, Englisch auf B2/C1-Niveau und Spanischkenntnisse mindestens auf A2-Niveau – letztere können während des Programms ausgebaut werden. Das Programm ist als Weiterbildung kostenpflichtig; Stipendien des DAAD, KAAD und der Konrad-Adenauer-Stiftung sind möglich und werden aktiv beworben. Wer in Lateinamerika arbeiten oder zu Ressourcen- und Risikopolitik in Schwellenländern forschen möchte, findet hier eine extrem spezifische, in Deutschland einzigartige Ausbildung mit einem belastbaren professionellen Netzwerk.
Module im Studium
- Governance of Human-Environment Relations: Theory
- Governance of Human-Environment Relations: Practice
- Resource Governance: Water and Energy
- Resource Governance: Mining and Land
- Risk Governance: Climate and Hydrology
- Risk Governance: Seismic and Volcanic Hazards
- Methoden der Politik- und Risikoanalyse
- GIS und Geodatenanalyse
- Partizipative Verfahren und Konfliktmanagement
- Exkursionsmodul Anden und Pazifikküste
- Forschungsdesign und Wissenschaftliches Arbeiten
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Vergleichende Regierungslehre
- Internationale Beziehungen und Konfliktforschung
- Politische Theorie
- Policy-Analyse und Politische Ökonomie
Was du lernst
- Ressourcenkonflikte analytisch durchdringen
- Risikomanagement multiskalig planen
- Politikfeldanalyse anwendungsorientiert betreiben
- GIS-Analysen für Umweltdaten erstellen
- Internationale Stakeholder moderieren
- Lateinamerikanische Governance-Kontexte einordnen
- Forschungsprojekte interdisziplinär leiten
Typische Berufsfelder
- Internationale Organisationen (Weltbank, IDB, UN)
- Deutsche Entwicklungszusammenarbeit (GIZ, KfW)
- Umwelt- und Katastrophenschutzbehörden
- Rohstoff- und Energieunternehmen
- Umwelt- und Menschenrechts-NGOs
- Akademische Forschung Lateinamerika
- Beratung für Public Sector
- Diplomatie und Außenwirtschaftsförderung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Erster Hochschulabschluss in einschlägigem Fach
- Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung
- Englisch B2 oder C1
- Spanisch A2 (ausbaufähig)
- Bereitschaft zu Studium in Chile
3 Varianten dieses Studiengangs 3 Einträge
- Governance of Risk and Resources Master Vollzeit
- Politikwissenschaft Master Vollzeit
- Politikwissenschaft Master of Education Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Politikwissenschaft/Politologie” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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