Interreligiöse Studien
Der Masterstudiengang Interreligiöse Studien (M.A.) wird gemeinsam von der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, der Universität Basel und der Université de Strasbourg getragen und kombiniert philosophische, theologische und religionspädagogische Perspektiven mit historisch-philologischer und sozialwissenschaftlicher Religionsforschung. Für Studierende mit Interesse an Philosophie, Theologie und Religionspädagogik bietet der Studiengang einen besonders profilierten Zugang zu interreligiösem Dialog, religiöser Bildungsarbeit und ethisch-philosophischer Reflexion.
Der Studiengang umfasst vier Semester mit 120 Leistungspunkten und verlangt, dass mindestens 30 LP in Heidelberg und 30 LP an einer Partneruniversität erbracht werden. Die fünf Kernmodule werden gemeinsam verantwortet: Interreligiöse Beziehungen: Grundlagen und Geschichte, Grundlegende Texte und exegetisch-hermeneutische Perspektiven, Religiöse Überzeugungen in Geschichte und Gegenwart, Religion, Gesellschaft und Staat sowie Religionsphilosophie und Religionswissenschaft. Das fünfte Modul ist der zentrale Anknüpfungspunkt für philosophische Vertiefungen — von Religionsphilosophie über philosophische Hermeneutik bis zu Ethik im religiösen Kontext.
Typische Lehrveranstaltungen behandeln vergleichende Religionsgeschichte (Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus), Hebräische Bibel, Neues Testament und Koran in komparativer Lektüre, philosophische Religionskritik (Kant, Schleiermacher, Habermas), jüdische und islamische Ethik, christliche Sozialethik, Religionsdidaktik und Religionspädagogik im Vergleich, interreligiöses Lernen in pluralistischen Gesellschaften sowie religionsbezogene Konfliktforschung. Hinzu kommen ein interdisziplinäres Wahlmodul, eine wissenschaftliche Hausarbeit und die Masterarbeit. Sprachlich ist neben Deutsch auch Französisch (Strasbourg) und Englisch präsent; Grundkenntnisse in Hebräisch, Arabisch, Griechisch oder Latein sind je nach Schwerpunkt hilfreich.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in religiöser und interreligiöser Bildungsarbeit (Akademien, Bildungswerke, kirchliche und religiöse Träger), in der Erwachsenenbildung, in Stiftungen und NGOs mit Schwerpunkt Religion und Dialog, in der Schulpastoral und Religionspädagogik, im Wissenschaftsjournalismus mit religionsphilosophischem Profil, in Verlagen sowie in Politik- und Verwaltungsberatung. Promotionen in Religionsphilosophie, Theologie oder Religionspädagogik sind möglich. Voraussetzung ist ein Bachelor in Theologie, Religionswissenschaft, Philosophie, einer Religionspädagogik oder einer benachbarten Disziplin; gute Deutsch-, Englisch- und idealerweise Französischkenntnisse erleichtern den Verbund.
Die Theologische Fakultät Heidelberg ist eine der ältesten protestantischen Fakultäten in Deutschland mit einer langen Tradition liberaler und kritisch-historischer Theologie. Sie ist eingebettet in ein einzigartiges Heidelberger Religionsumfeld, das auch das jüdische Studienangebot der HfJS umfasst — eine institutionelle Konstellation, die in Deutschland für interreligiöses Lernen ihresgleichen sucht. Im Bereich Religionspädagogik kooperiert die Fakultät eng mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, was Studierenden mit pädagogischem Interesse Zugang zu Lehrveranstaltungen im Spannungsfeld von Religionsdidaktik und religiöser Erwachsenenbildung eröffnet. Die regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Studientage der Partnerinstitutionen sind ein methodisches Highlight des Programms. Die HfJS Heidelberg bietet zusätzlich Hebräisch- und Jiddischsprachkurse sowie spezifische judaistische Lehrveranstaltungen, die im Interreligiösen Master angerechnet werden können. Strasbourg verfügt mit zwei theologischen Fakultäten — einer evangelischen und einer katholischen — über ein historisch einzigartiges Spektrum theologischer Lehre, das Studierende im trinationalen Verbund nutzen können.
Module im Studium
- Interreligiöse Beziehungen: Grundlagen und Geschichte
- Grundlegende Texte: Exegetische und hermeneutische Perspektiven
- Religiöse Überzeugungen in Geschichte und Gegenwart
- Religion, Gesellschaft und Staat
- Religionsphilosophie und Religionswissenschaft
- Religionspädagogik im Vergleich
- Ethik im religiösen Kontext
- Sprachmodul (Hebräisch, Arabisch, Griechisch oder Latein)
- Interdisziplinäres Wahlmodul
- Wissenschaftliche Hausarbeit
- Studienaufenthalt an Partneruniversität
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Religionsphilosophie
- Religionspädagogik
- Interreligiöser Dialog
- Religionssoziologie und Politik
- Vergleichende Theologie
Was du lernst
- Vergleichende Analyse religiöser und philosophischer Traditionen
- Reflektierter Umgang mit religiösen Grundtexten
- Konzeption interreligiöser Bildungsformate
- Ethische und hermeneutische Reflexionsfähigkeit
- Mehrsprachige Forschungskompetenz
- Vermittlung religiöser Themen in pluralistischen Kontexten
Typische Berufsfelder
- Religiöse und interreligiöse Bildungsarbeit
- Akademien und Bildungswerke
- Stiftungen und NGOs
- Schulpastoral und Religionspädagogik
- Wissenschaftsjournalismus und Verlage
- Beratung in religionsbezogenen Politikfeldern
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor in Theologie, Religionswissenschaft, Philosophie oder Religionspädagogik
- Gute Deutsch- und Englischkenntnisse
- Französischkenntnisse für Strasbourg-Aufenthalte empfohlen
- Interesse an philosophischer Religionsreflexion
- Mobilitätsbereitschaft im trinationalen Verbund
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Interreligiöse Studien Master Teilzeit
- Theologische Studien Master Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Philosophie, Theologie, Religionspädagogik” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
Falsche Angaben? [email protected]
Lade Beiträge…
Studien-Quiz starten
In 1 bis 4 Minuten zur Empfehlung.
Kommentar schreibenanonym
Hier kannst du Erfahrungen teilen oder Fragen stellen, die andere beantworten. Was hätte dir bei deiner Entscheidung geholfen? Oder was willst du aktuell wissen?