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Ur- und Frühgeschichte

Der konsekutive Masterstudiengang Ur- und Frühgeschichte (M.A.) an der Universität Heidelberg vertieft archäologisches Fachwissen über die Epochen vom Paläolithikum bis ins frühe Mittelalter und schult die methodische, theoretische und feldpraktische Arbeit. Das Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie ist eingebettet in das Zentrum für Altertumswissenschaften und profitiert von der dichten Forschungslandschaft Heidelbergs mit Sammlungen, Laboren und Kooperationen zu den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, dem Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie sowie auslandsarchäologischen Projekten.

Das Programm umfasst vier Semester mit 120 Leistungspunkten und ist als Hauptfach (70 LP) zwingend mit einem Begleitfach (20 LP) zu kombinieren; die Masterarbeit zählt mit weiteren 30 LP. Inhaltlich werden archäologische Theorien, einzelne Epochen der Ur- und Frühgeschichte sowie verschiedene Zugänge zur Feldarchäologie systematisch vertieft. Vorgesehen sind ausgedehnte Praxisanteile: Studierende lernen Geländearbeit, Prospektion, Vermessung und CAD-gestützte Dokumentation, arbeiten mit Funddatenbanken und können sich an laufenden Grabungs- und Surveyprojekten der Heidelberger Forscherinnen und Forscher beteiligen.

Die Modulstruktur umfasst Vertiefungsmodule zu Steinzeit, Bronze- und Eisenzeit sowie zur römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit, ein archäologisches Forschungskolloquium, Methodenmodule zu Stratigraphie, Typologie und naturwissenschaftlicher Archäologie (Archäometrie, Radiokarbon, Geophysik) sowie ein integriertes Geländepraktikum. Hinzu kommen Schwerpunktwahlen zu materiellen Kulturen, Siedlungs- und Wirtschaftsarchäologie oder Bestattungsforschung. Lehre erfolgt überwiegend auf Deutsch; englischsprachige Forschungsliteratur ist Standard. Das vierte Semester ist der wissenschaftlichen Masterarbeit gewidmet, die in der Regel auf eigenständigen Material- oder Geländeforschungen aufbaut.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Landesdenkmalpflege und Bodendenkmalpflege, an Museen und Sammlungen, in archäologischen Grabungsfirmen, in der wissenschaftlichen Forschung an Universitäten und außeruniversitären Instituten sowie in Wissenschaftsjournalismus und kulturellem Erbe. Voraussetzung ist ein einschlägiger Bachelorabschluss in Ur- und Frühgeschichte oder einer benachbarten archäologischen Disziplin; ein qualifiziertes Latinum, gute Englischkenntnisse und idealerweise eine weitere moderne Fremdsprache erleichtern den Einstieg.

Der Heidelberger Forschungsschwerpunkt liegt in der jüngeren Vorgeschichte (Neolithikum bis Eisenzeit) Mittel- und Südosteuropas sowie in der ägäischen Vorgeschichte vom Frühneolithikum bis zur minoisch-mykenischen Hochkultur. Studierende können sich an laufenden Grabungsprojekten des Instituts beteiligen, etwa in Griechenland, Bulgarien oder Süddeutschland. Eine Mitarbeit am Heidelberger Tübinger Forschungsverbund zu siedlungsarchäologischen Fragestellungen, an Drittmittelprojekten der DFG oder an Editionsprojekten ist möglich. Wer eine akademische Laufbahn anstrebt, profitiert von Heidelbergs Anbindung an die Graduiertenschule der Heidelberg Center for the Cultural Heritage (HCCH) und an internationale Netzwerke wie ARIADNE oder das European Association of Archaeologists. Konkrete Drittmittelprojekte am Institut behandeln derzeit unter anderem siedlungsarchäologische Surveys in Thessalien und Mazedonien, die Untersuchung früheisenzeitlicher Bestattungen in Süddeutschland und die naturwissenschaftliche Analyse bronzezeitlicher Metallproduktion. Studierende mit Interesse an digitaler Archäologie können zudem auf Heidelbergs Beteiligung am IANUS-Projekt zur Forschungsdatenarchivierung zurückgreifen.

Module im Studium

  • Theorien und Methoden der Ur- und Frühgeschichte
  • Vertiefung Steinzeit
  • Vertiefung Bronze- und Eisenzeit
  • Römische Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit
  • Archäologisches Forschungskolloquium
  • Naturwissenschaftliche Archäologie und Archäometrie
  • Geländepraktikum und Feldforschung
  • Digitale Dokumentation und CAD
  • Funddatenbanken und GIS
  • Materielle Kultur und Typologie
  • Begleitfach-Module
  • Masterarbeit mit Disputation

Schwerpunkte & Vertiefungen

  • Steinzeitarchäologie
  • Bronze- und Eisenzeit
  • Römische und nachrömische Archäologie
  • Archäometrische Methoden
  • Siedlungs- und Wirtschaftsarchäologie

Was du lernst

  • Eigenständige Bearbeitung archäologischer Fragestellungen
  • Beherrschung von Feldforschungs- und Dokumentationsmethoden
  • Anwendung archäometrischer Verfahren
  • Quellenkritische Auswertung materieller Kultur
  • Wissenschaftliches Schreiben und Publizieren
  • Projektbezogenes Arbeiten in Grabungsteams

Typische Berufsfelder

  • Landesdenkmalpflege und Bodendenkmalpflege
  • Wissenschaftliche Forschung an Universitäten
  • Museumsarbeit und Sammlungsbetreuung
  • Archäologische Grabungsfirmen
  • Kulturelles Erbe und UNESCO-Welterbe
  • Wissenschaftsjournalismus

Branchen

Öffentliche Verwaltung und DenkmalpflegeMuseen und SammlungenPrivatwirtschaftliche GrabungsfirmenForschungseinrichtungenKultur- und Bildungssektor

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Bachelorabschluss in Ur- und Frühgeschichte oder einer Archäologie
  • Grundkenntnisse archäologischer Methoden und Epochen
  • Lateinkenntnisse (Latinum oder gleichwertig empfohlen)
  • Gute Englischkenntnisse für Forschungsliteratur
  • Bereitschaft zu Geländearbeit
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
  • Global History Master Vollzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Geschichtswissenschaften” an der Universität Heidelberg suchen →

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