Sinologie (Chinese Studies)
Der konsekutive Masterstudiengang Sinologie / Chinese Studies (M.A. 100%) am Institut für Sinologie des Zentrums für Ostasienwissenschaften (ZO) der Universität Heidelberg ist Teil des umfassenden Heidelberger Profils für außereuropäische Sprachen und Kulturen. Das ZO entstand 2005 durch den Zusammenschluss der Institute für Sinologie, Japanologie und Ostasiatische Kunstgeschichte und bietet eine in Deutschland einzigartige Bündelung außereuropäischer regionalwissenschaftlicher Expertise zu Ostasien. Heidelberg gehört zu den international sichtbarsten sinologischen Standorten und unterhält enge Partnerschaften mit Tsinghua, Fudan, Renmin, Nationaluniversität Taiwan und Hongkonger Universitäten.
Der Studiengang umfasst vier Semester mit 120 Leistungspunkten. Inhaltliche Module verteilen sich auf die ersten drei Semester, das vierte Semester ist der Masterarbeit (ca. 60 Seiten) und der mündlichen Abschlussprüfung gewidmet. Die Modulstruktur orientiert sich an vier Kompetenzbereichen: Sprachkompetenz (wissenschaftlicher Diskurs auf Chinesisch, akademisches Textverständnis, Übersetzung), Quellenkompetenz (Analyse literarischer, philosophischer, historischer, ökonomischer und multimedialer chinesischer Primärquellen), Forschungskompetenz (Methoden aus Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaft im Areal-Kontext) und Übergreifende Kompetenzen (Wahlpflicht aus dem gesamten Lehrangebot der Universität).
Typische Lehrveranstaltungen behandeln modernes wissenschaftliches Chinesisch, klassisches Chinesisch und Textarbeit (vormoderne Quellen), Übersetzungswissenschaft, chinesische Literaturwissenschaft (Klassiker wie Lu Xun, Mo Yan, zeitgenössische Autorinnen), chinesische Geschichte von Kaiserreich bis Volksrepublik, politisches System und Wirtschaftspolitik Chinas, chinesisches Recht, Religion und Philosophie (Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus), Quellenkritik und Methodenseminar Area Studies sowie ein Forschungskolloquium. Empfohlen und meist realisiert ist ein längerer Studien- oder Forschungsaufenthalt in China, Taiwan oder Hongkong über DAAD-Stipendien oder ZO-Partnerverträge. Lehre erfolgt überwiegend auf Deutsch, Quellen werden auf Chinesisch erschlossen.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten als China-Expertinnen und -Experten in Auswärtigem Dienst und Politikberatung, in internationalen Unternehmen mit Chinageschäft (Strategie, Markteintritt, Compliance), in Stiftungen und NGOs (Mercator, Heinrich Böll, KAS), im Wissenschaftsjournalismus, in Verlagen mit Ostasien-Programm, in Museen mit chinesischen Sammlungen sowie in Forschung und Lehre. Eine Promotion am ZO oder an internationalen Graduate Schools ist ein häufiger Anschluss. Voraussetzung ist ein einschlägiger Bachelor in Sinologie, Ostasienwissenschaften oder einer benachbarten außereuropäisch ausgerichteten Disziplin mit fortgeschrittenen Chinesischkenntnissen (HSK 5 oder vergleichbar) sowie sehr guten Englischkenntnissen.
Das ZO bündelt am Standort Heidelberg eine einzigartige Konzentration ostasienwissenschaftlicher Expertise: Sinologie, Japanologie, Ostasiatische Kunstgeschichte und das HCTS arbeiten unter einem Dach und bieten Studierenden disziplinübergreifende Lehrveranstaltungen, gemeinsame Bibliotheksinfrastruktur und ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm. Wer das Studium mit Japanisch oder Koreanisch ergänzen möchte, kann dies über die Schwesterstudiengänge des ZO realisieren — ein in Deutschland seltenes Angebot. Heidelberger Sinologie-Absolventinnen und Absolventen sind in der deutschen, europäischen und chinesischsprachigen Wissenschafts- und Wirtschaftswelt weit vernetzt; das ZO-Alumni-Netzwerk öffnet regelmäßig Türen zu Karrieren in Wissenschaft, Wirtschaft und Diplomatie.
Module im Studium
- Wissenschaftliches Chinesisch (modern)
- Klassisches Chinesisch und Textarbeit
- Übersetzungswissenschaft Chinesisch-Deutsch
- Quellenanalyse Literatur und Philosophie
- Quellenanalyse Politik und Wirtschaft
- Forschungskolloquium Sinologie
- Methodenmodul Area Studies
- Geschichte und Gesellschaft Chinas
- Religion und Philosophie Chinas
- Übergreifende Kompetenzen (Wahlpflicht)
- Studien- oder Forschungsaufenthalt in China / Taiwan
- Masterarbeit und mündliche Abschlussprüfung
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Literatur- und Kulturwissenschaft Chinas
- Politik und Wirtschaft Chinas
- Klassisches und vormodernes China
- Religion und Philosophie
- Medien und Gesellschaft
Was du lernst
- Akademische Sprachkompetenz im Chinesischen
- Eigenständige Analyse chinesischer Primärquellen
- Reflektierte Methoden der Areal-Forschung
- Interkulturelle Vermittlungskompetenz
- Wissenschaftliches Schreiben über China
- Promotionsreife in Sinologie und Area Studies
Typische Berufsfelder
- Auswärtiger Dienst und Politikberatung
- Internationale Unternehmen mit Chinageschäft
- Stiftungen und NGOs mit Asien-Fokus
- Wissenschaftsjournalismus
- Verlage und Museen mit Ostasien-Programm
- Forschung und Lehre
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor in Sinologie oder benachbarter Disziplin außereuropäischer Sprachen
- Fortgeschrittene Chinesischkenntnisse (HSK 5 oder vergleichbar)
- Sehr gute Englischkenntnisse
- Wissenschaftliches Schreiben in Deutsch
- Bereitschaft zu Forschungsaufenthalten in China
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Nahoststudien Master Vollzeit
- Semitistik Master Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Außereuropäische Sprachen und Kulturen” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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