Informatik (Computer Science)
Der Bachelor of Science Informatik (100%) an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ist ein sechssemestriger universitärer Vollstudiengang am Institut für Informatik der Fakultät für Mathematik und Informatik. Er umfasst 180 ECTS und ist methodisch eng mit der Mathematischen Fakultät, dem Heidelberger Center for Scientific Computing (IWR) sowie den Heidelberger Spitzeneinrichtungen DKFZ, EMBL, HITS und MPI für medizinische Forschung verzahnt. Diese Anbindung prägt das Profil: Heidelberg ist neben einer soliden generalistischen Informatik insbesondere stark in Wissenschaftlichem Rechnen, Bildverarbeitung, Maschinellem Lernen und Bioinformatik. Unterrichtssprache ist Deutsch, Abschluss der B.Sc. Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt, Studienbeginn ist im Wintersemester und ausnahmsweise im Sommersemester für Studierende mit ausreichend Vorkenntnissen.
Das Curriculum verteilt sich wie folgt: 96 LP Informatik, 24 LP Mathematik, 24 LP Anwendungsgebiet, 20 LP übergreifende Kompetenzen (Seminar, Anfängerpraktikum, Soft Skills, Englisch) sowie 16 LP für Bachelorarbeit und Kolloquium. Im Pflichtbereich Informatik durchlaufen Studierende Einführung in die Praktische Informatik (mit Programmiermethodik in Java oder Scala), Einführung in die Technische Informatik (Schaltungen, Rechnerarchitektur, Assembler), Algorithmen und Datenstrukturen, Theoretische Informatik (Berechenbarkeit, Komplexität, formale Sprachen), Datenbanken, Betriebssysteme, Softwaretechnik sowie ein Software-Praktikum mit größerem Teamprojekt über ein Semester. Hinzu kommen mindestens 22 LP Informatik-Wahlmodule, in denen etwa Computergrafik, Maschinelles Lernen, Computer Vision, Parallel Computing, Computational Statistics, IT-Sicherheit, Compilerbau oder verteilte Systeme gewählt werden können.
Der Mathematikanteil ist mit 24 LP für eine universitäre Informatik knapp gehalten, dafür aber profilbildend wählbar: Variante 1 absolviert Mathematik für Informatiker 1 und 2; Varianten 2 und 3 belegen die volle Lineare Algebra 1 und Analysis 1 des Mathematik-Bachelors und qualifizieren so für einen parallelen Doppelabschluss Informatik + Mathematik, der ohne zusätzliche Studiengebühren möglich ist. Das 24-LP-Anwendungsgebiet ist eine echte Stärke des Heidelberger Modells: Studierende wählen ein vollwertiges Fach wie Physik, Chemie, Biologie, Computerlinguistik, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Geographie oder Mathematik und absolvieren dort Grundmodule. Dadurch entstehen domänenspezifische Profile (Bioinformatik, Medizininformatik, Computational Physics, Computerlinguistik), die in einen einschlägigen Master münden können. Die Bachelorarbeit (12 LP) wird häufig in Forschungsgruppen geschrieben, etwa in der Bildverarbeitung (Heidelberg Collaboratory for Image Processing, HCI), im Maschinellen Lernen, in der Computeralgebra oder im Wissenschaftlichen Rechnen am IWR.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Software-Entwickler, Data Scientists, Machine-Learning-Engineers, Bioinformatiker, IT-Security-Spezialisten oder DevOps-Engineers in IT-Konzernen (SAP in Walldorf nebenan, IBM, Microsoft), in Industrie, im Medical-Tech-Sektor (DKFZ-Umfeld, Roche, Siemens Healthineers), bei Forschungsinstituten und in Beratungen (BCG GAMMA, Accenture, Deloitte). Der typische Anschluss ist der konsekutive M.Sc. Data and Computer Science oder M.Sc. Scientific Computing in Heidelberg; etwa ein Drittel der Studierenden wechselt für den Master an andere Top-Standorte wie TU München, ETH Zürich, KIT oder Saarbrücken. Empfohlen sind ein Leistungskurs Mathematik, Bereitschaft zu formal-abstraktem Beweisen, erste Programmierkenntnisse (kein Muss, aber hilfreich) und gute Englischkenntnisse für die durchgängig englischsprachige Fachliteratur und viele Vertiefungsvorlesungen ab dem vierten Semester.
Module im Studium
- Einführung in die Praktische Informatik
- Einführung in die Technische Informatik
- Algorithmen und Datenstrukturen
- Theoretische Informatik
- Datenbanken
- Betriebssysteme
- Softwaretechnik
- Software-Praktikum (Teamprojekt)
- Mathematik für Informatiker 1 / Lineare Algebra 1
- Mathematik für Informatiker 2 / Analysis 1
- Anwendungsgebiet (z. B. Physik, Biologie, Medizin)
- Seminar und Anfängerpraktikum
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Wissenschaftliches Rechnen und High Performance Computing
- Bioinformatik und Medizininformatik
- Datenbanken und Datenanalyse
- Algorithmik und Theoretische Informatik
Was du lernst
- Algorithmen entwerfen und analysieren
- Software systematisch entwickeln
- Theoretische Grundlagen sicher anwenden
- Mathematisch-formal argumentieren
- Anwendungsdomäne fundiert verstehen
- Im Team Projekte umsetzen
Typische Berufsfelder
- Software-Entwicklung
- Data Science und Machine Learning
- Bioinformatik / Medical Tech
- IT-Security
- Wissenschaftliches Rechnen
- IT-Beratung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Mathematik-Leistungskurs oder gleichwertig
- Abstraktions- und Beweisfreude
- Erste Programmierkenntnisse hilfreich, kein Muss
- Gute Englischkenntnisse
- Selbstständige Arbeitsorganisation
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Informatik Bachelor Teilzeit
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Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
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