Gerontologie, Gesundheit und Care
Der Bachelor of Arts Gerontologie, Gesundheit und Care an der Universität Heidelberg ist ein lehramtsorientiertes Studium am Institut für Gerontologie und gehört in seiner 67-Prozent-Variante zu den wenigen universitären Studiengängen, die auf das berufliche Lehramt für Pflege und Gesundheitsberufe an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg vorbereiten. Studierende kombinieren das Hauptfach mit einem allgemeinbildenden Beifach im Umfang von 33 Prozent und ergänzen das Studium um bildungswissenschaftliche Anteile von 20 Leistungspunkten. Insgesamt umfasst der Bachelor 180 LP. Das Heidelberger Institut für Gerontologie ist eines der ältesten in Deutschland und vereint Lehrstühle zu Psychologischer Alternsforschung, Soziologie des Alters, Pflegewissenschaft und Public Health unter einem Dach.
Fachlich wird Gerontologie als interdisziplinäre Wissenschaft des Alterns gelehrt: Studierende erwerben Grundlagen der Pflegewissenschaft und Care, der Ethik und Thanatologie, der Geriatrie und Gerontopsychiatrie sowie der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation. Hinzu treten Module zu rechtlichen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen, zu Versorgungsstrukturen und zu empirischen Forschungsmethoden. Praktische Erfahrung sammelt man im umfangreichen Modul 10 „Pflegehandlungen, Lebenswelt- und Tagesgestaltung“, das sechs verschiedene Pflegepraktika über akute und chronische Versorgungssettings sowie unterschiedliche Lebensphasen hinweg umfasst – darunter Klinik, ambulante Pflege, stationäre Langzeitpflege, Hospiz, Pädiatrie sowie psychiatrische und gerontopsychiatrische Versorgung. Modul 13 vertieft pädagogische Praxisphasen in der Berufspädagogik und führt erstmals in Unterrichtsplanung und Unterrichtsbeobachtung an einer Pflegeschule. Die bildungswissenschaftlichen Module reichen von „Einführung in die Erziehungswissenschaft“ über „Grundfragen der Pädagogik“ bis zur fachdidaktisch ausgerichteten Pflegedidaktik und allgemeinen Berufspädagogik. Eine eigenständige Bachelorarbeit im Umfang von sechs LP schließt das Studium ab.
Nach dem Bachelor ist der konsekutive Master of Education für das berufliche Lehramt der Standardweg in den Schuldienst, alternativ qualifiziert das Studium für Tätigkeiten in Versorgungsforschung, Quartiersmanagement, in Trägerorganisationen der Altenhilfe oder in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die wissenschaftliche Ausrichtung des Heidelberger Instituts eröffnet zudem den Weg in Promotionsprojekte, in interdisziplinäre Master wie Health and Society in South Asia oder Public Health sowie in Stabsstellen bei Wohlfahrtsverbänden, Krankenkassen oder kommunalen Gesundheitsbehörden. Die Nähe zum Universitätsklinikum Heidelberg sowie zu Sinsheim-Modellprojekten in der Quartiersarbeit ermöglicht praxisnahe Lehrforschung.
Für das Studium sind die allgemeine Hochschulreife, ein ausgeprägtes Interesse an Pflege, Medizin und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen sowie die Bereitschaft zu praktischer Arbeit in Pflegeeinrichtungen erforderlich. Empfohlen werden außerdem solide Englischkenntnisse für die internationale gerontologische Literatur sowie ein Wahlbeifach, das mit den Profilen der beruflichen Schulen kombinierbar ist (etwa Biologie, Deutsch, Englisch oder Mathematik); eine vorherige Pflegeausbildung oder ein Freiwilligendienst im Pflegebereich ist nicht zwingend, wird aber häufig anerkannt und erleichtert den Einstieg in die Praxismodule. Das Fach ist hochschulintern zulassungsbeschränkt.
Module im Studium
- Grundlagen der Gerontologie
- Pflegewissenschaft und Care
- Geriatrie und Gerontopsychiatrie
- Ethik und Thanatologie
- Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation
- Empirische Forschungsmethoden
- Pflegehandlungen, Lebenswelt- und Tagesgestaltung
- Einführung in die Erziehungswissenschaft
- Pflegedidaktik
- Berufspädagogik
- Recht und Sozialpolitik des Alters
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Gesundheitsökonomie und HTA
- Public Health und Epidemiologie
- Krankenhaus- und Klinikmanagement
- Versorgungsforschung und Digital Health
Was du lernst
- Altersprozesse interdisziplinär einordnen
- Pflegerische Handlungssituationen reflektiert gestalten
- Didaktische Konzepte für Pflegeberufe entwickeln
- Versorgungsstrukturen und Sozialrecht beurteilen
- Empirische Studien zur Alternsforschung lesen
- Ethische Dilemmata in der Pflege bearbeiten
Typische Berufsfelder
- Berufliches Lehramt an Pflegeschulen
- Quartiers- und Pflegemanagement
- Versorgungsforschung
- Betriebliche Gesundheitsförderung
- Träger der Altenhilfe
- Kommunale Gesundheitsplanung
- Stabsstellen bei Krankenkassen
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Interesse an Pflege und Gesundheit
- Bereitschaft zu Praktika in Pflegeeinrichtungen
- Solide Englischkenntnisse für Fachliteratur
4 Varianten dieses Studiengangs 4 Einträge
- Gerontologie, Gesundheit und Care Bachelor Teilzeit
- Interprofessionelle Gesundheitsversorgung Bachelor Teilzeit
- Physiotherapiewissenschaft Bachelor Vollzeit
- Sportwissenschaft Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Gesundheitswissenschaften/-management” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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