Geowissenschaften
Der Bachelor Geowissenschaften (100 Prozent) an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg wird vom Institut für Geowissenschaften der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften angeboten und gehört zu den traditionsreichsten geowissenschaftlichen Studienprogrammen Deutschlands. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester mit 180 Leistungspunkten. Hauptunterrichtssprache ist Deutsch, einzelne Vertiefungs- und Spezialveranstaltungen werden auf Englisch angeboten. Studienbeginn ist ausschließlich zum Wintersemester.
Das Curriculum führt im ersten Studienjahr breit in das Verständnis des Systems Erde ein. Pflichtmodule sind System Erde, Erdgeschichte und Paläontologie, Allgemeine und Strukturgeologie, Kristallographie und Mineralogie sowie Geochemie und Isotopengeologie. Begleitend wird ein solides naturwissenschaftliches Fundament gelegt durch Mathematik für Geowissenschaftler:innen, Experimentalphysik, Allgemeine und Anorganische Chemie sowie eine Einführung in die Programmierung und numerische Methoden. Im zweiten Studienabschnitt rücken Geländearbeit und Labormethoden in den Vordergrund. Verpflichtend sind Geländeübungen und Kartierkurse in verschiedenen Gesteinsregionen, mineralogische und petrographische Labormethoden sowie Methoden der instrumentellen Analytik wie Röntgendiffraktometrie, Elektronenmikrosonde und Massenspektrometrie. Ein Berufspraktikum vermittelt erste Industrie- oder Behördeneinblicke.
In den höheren Semestern wählen Studierende eine Vertiefungsrichtung aus drei Profillinien: Geologie, Mineralogie oder Umweltgeochemie. Hinzu kommt ein verpflichtendes geowissenschaftsnahes Begleitfach im Umfang von acht Leistungspunkten aus Mathematik, Physik oder Biologie. Übergreifende Kompetenzmodule liefern weitere acht Leistungspunkte aus Bereichen wie Informatik, Chemie, Archäologie, Geographie oder Sprachkurse. Die Bachelorarbeit umfasst zwölf Leistungspunkte und wird durch eine mündliche Abschlussprüfung ergänzt. Heidelberg pflegt enge Kooperationen mit dem Karlsruher Institut für Technologie, dem Max-Planck-Institut für Kernphysik und mit dem GFZ Potsdam; insbesondere Isotopengeochemie und Umweltgeochemie genießen internationales Renommee. Die Lehre lebt von der intensiven Betreuung in kleinen Geländegruppen und vom hohen Praxisanteil im Labor. Geländeübungen führen unter anderem in den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und die Alpen sowie ins Mittelmeerraum, wo komplexe tektonische und vulkanische Settings im Detail erschlossen werden können. Vertiefte Bachelorarbeiten greifen häufig aktuelle Forschungsfragen auf, etwa zur Endlagerproblematik, zur Klimarekonstruktion aus marinen Sedimenten oder zur Spurenelementanalytik in archäologischen Materialien.
Im konsekutiven Master werden die Vertiefungen ausgebaut, häufig in englischsprachigen Programmen. Berufsfelder reichen von Rohstoffexploration und Bergbau über Hydrogeologie, Altlastenmanagement, Klima- und Umweltberatung, Geotechnik bis zur Forschung in Hochschulen und Großforschungseinrichtungen. Auch Behörden wie Landesgeologische Dienste sowie Museen und Bildungseinrichtungen sind klassische Arbeitgeber. Voraussetzungen sind die allgemeine Hochschulreife, gute Schulkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie, Englisch zum Lesen von Fachliteratur sowie Bereitschaft zu mehrwöchiger Geländearbeit unter teils anspruchsvollen Bedingungen. Heidelberg ist NC-frei und nimmt ausschließlich zum Wintersemester auf; aktive Studienberatung und ein Mentorenprogramm begleiten Erstsemester im ersten Studienjahr.
Module im Studium
- System Erde
- Erdgeschichte und Paläontologie
- Allgemeine und Strukturgeologie
- Kristallographie und Mineralogie
- Geochemie und Isotopengeologie
- Mathematik für Geowissenschaftler:innen
- Experimentalphysik
- Allgemeine und Anorganische Chemie
- Geländeübungen und Kartierkurse
- Petrographische und mineralogische Labormethoden
- Instrumentelle Analytik
- Berufspraktikum
- Bachelorarbeit mit mündlicher Abschlussprüfung
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Geologie
- Mineralogie und Petrologie
- Umweltgeochemie
- Paläontologie und Paläoumweltdynamik
- Kosmochemie (MPI-Kooperation)
Was du lernst
- Gesteine und Minerale bestimmen
- Erdgeschichtliche Prozesse rekonstruieren
- Geochemische Daten interpretieren
- Geländekartierung durchführen
- Analytische Methoden anwenden
- Wissenschaftliche Berichte verfassen
Typische Berufsfelder
- Rohstoffexploration
- Hydrogeologie und Altlasten
- Umwelt- und Klimaberatung
- Geotechnik
- Landesgeologische Dienste
- Wissenschaft an Hochschulen und Großforschung
- Museums- und Bildungsarbeit
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Gute Mathematik-, Physik- und Chemiekenntnisse
- Englisch zum Lesen von Fachliteratur
- Bereitschaft zur Geländearbeit
- Sorgfältiges Arbeiten im Labor
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Geographie Bachelor Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
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