Biochemie
Der Bachelorstudiengang Biochemie an der Universität Heidelberg ist ein sechssemestriges, interdisziplinäres Vollzeitstudium, das mit dem akademischen Grad B.Sc. abschließt und 180 Leistungspunkte umfasst. Getragen wird das Programm gemeinsam von der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften sowie der Fakultät für Biowissenschaften, sodass die Lehre eng mit den Heidelberger Forschungseinrichtungen Biochemie-Zentrum (BZH), Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBH) und Centre for Organismal Studies (COS) verzahnt ist. Charakteristisch ist die Nähe zu außeruniversitären Spitzeninstituten wie DKFZ, EMBL und Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, in denen Praktika und Abschlussarbeiten regelmäßig stattfinden und bereits im Studium Kontakte zu international vernetzten Arbeitsgruppen ermöglichen.
Das erste Studienjahr legt eine breite chemische und naturwissenschaftliche Grundlage gemeinsam mit den Chemie-Studierenden: Anorganische Chemie, Organische Chemie, Physikalische Chemie sowie Mathematik und Experimentalphysik bilden den Kanon der ersten beiden Semester, ergänzt durch ein anorganisch-chemisches und ein organisch-chemisches Praktikum mit hoher Präsenzpflicht. Ab dem dritten Semester beginnt die biochemische Profilbildung mit konsekutiven Vorlesungen zu Struktur, Biosynthese und Funktion von Proteinen und Nukleinsäuren, zu Enzymkatalyse, Membranbiochemie, zellulären Transportprozessen, Stoffwechsel und biologischer Signalübertragung. Hinzu treten Module aus Zellbiologie, Genetik, Mikrobiologie und biophysikalischer Chemie sowie ein eigenes biochemisches Praktikum mit Methodenvielfalt von rekombinanter Proteinexpression über Western Blot bis Fluoreszenzmikroskopie. Das fünfte Semester eignet sich für ein Auslandssemester ohne Verlängerung der Regelstudienzeit; im sechsten Semester folgen ein sechswöchiges biochemisches Forschungspraktikum sowie die achtwöchige Bachelorarbeit in einem Forschungslabor.
Absolventinnen und Absolventen verfügen über fundierte experimentelle Kompetenz in präparativer und analytischer Labortechnik, Spektroskopie, Chromatographie sowie molekularbiologischen Standardmethoden und können biochemische Fragestellungen quantitativ bearbeiten. Sie lesen primäre Forschungsliteratur sicher, dokumentieren Experimente nach Good Scientific Practice und können Daten statistisch auswerten. Der Bachelor ist konsekutiv auf den forschungsorientierten Heidelberger Master Biochemistry ausgelegt, qualifiziert aber auch für Masterprogramme in Molekularbiologie, Chemischer Biologie, Strukturbiologie oder Pharmaforschung an anderen Standorten. Typische Berufsfelder liegen in der akademischen Forschung, in Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen, in der medizinischen Diagnostik, in regulatorischen Behörden wie BfArM oder PEI sowie im Wissenschaftsjournalismus und Patentwesen.
Die Zulassung erfolgt örtlich, der Studiengang ist zulassungsbeschränkt mit jährlich rund 45 Studienplätzen zum Wintersemester. Erwartet werden solide Schulkenntnisse in Chemie, Biologie, Mathematik und Physik sowie Bereitschaft zu zeitintensiver Laborarbeit; sehr gute Englischkenntnisse sind für die Fachliteratur unerlässlich. Praktika finden in Blockform statt und erfordern hohe Präsenz, weshalb eine parallele Erwerbstätigkeit nur in engen Grenzen möglich ist. Studienanfänger erhalten ein verpflichtendes Orientierungsgespräch und einen Mentor aus dem Lehrkörper, was den Übergang an die forschungsintensive Universität erleichtert.
Module im Studium
- Allgemeine und Anorganische Chemie
- Organische Chemie I und II
- Physikalische Chemie
- Mathematik für Naturwissenschaftler
- Experimentalphysik
- Biochemie I: Proteine und Enzyme
- Biochemie II: Nukleinsäuren und Genexpression
- Zellbiologie und Genetik
- Mikrobiologie
- Biophysikalische Chemie
- Biochemisches Forschungspraktikum
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Synthese und Reaktionsmechanismen
- Quantenchemie und Spektroskopie
- Biochemie und Chemische Biologie (DKFZ/EMBL-Anbindung)
- Festkörper- und Materialchemie
Was du lernst
- Strukturen und Funktionen von Biomakromolekülen analysieren
- Präparative und analytische Labortechniken sicher anwenden
- Enzymkinetik und Signalwege quantitativ auswerten
- Molekularbiologische Standardmethoden eigenständig durchführen
- Fachliteratur kritisch lesen und einordnen
- Forschungsergebnisse schriftlich und mündlich präsentieren
Typische Berufsfelder
- Forschung an Universitäten und Instituten
- Biotechnologie und Pharmaentwicklung
- Medizinische Diagnostik
- Qualitätskontrolle und Zulassung
- Wissenschaftskommunikation
- Bioinformatik-nahe Datenanalyse
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Solide Schulkenntnisse in Chemie und Biologie
- Sichere Mathematik- und Physikgrundlagen
- Gute Englischkenntnisse für Fachliteratur
- Bereitschaft zu intensiver Laborarbeit
- Analytisches und experimentelles Denken
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Byzantinische Archäologie und Kunstgeschichte Bachelor Teilzeit
- Molekulare Biotechnologie Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Chemie, Pharmazie” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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