Semitistik
Die im Manifest unter dem Sammelbegriff „Außereuropäische Sprachen und Kulturen“ geführte Heidelberger Bachelor-Variante ist real der Studiengang Semitistik am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients (Fakultät für Philosophie). Innerhalb der breiten Heidelberger Orient- und Asienlandschaft – mit dem Südasien-Institut, dem Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS) und dem Institut für Sinologie – ist die Semitistik die sprachwissenschaftlich-philologisch ausgerichtete Säule für die semitischsprachigen Räume des Vorderen Orients und Nordafrikas.
Angeboten wird der Studiengang als 25 %- und 50 %-Profil, kombinierbar mit jedem zulassungsfreien Hauptfach; Studienbeginn ist im Wintersemester. Curricularer Kern sind drei Einführungsmodule (zwei semitische Sprachen plus Einführung in Methode und Geschichte des Fachs) und drei Aufbaumodule (Sprachvertiefung, vergleichende Linguistik, Religions- und Kulturgeschichte). Studierende erwerben in der Regel Arabisch als erste Sprache und wählen Hebräisch, Aramäisch/Syrisch oder Akkadisch als zweite. Die Lehre kombiniert systematischen Grammatikerwerb mit Lektüre von Originaltexten aus dem Koran, klassisch-arabischer Prosa, biblisch-hebräischen Quellen oder syrischer Patristik; ein historisch-vergleichender Modulteil ordnet die Sprachen in die afroasiatische Sprachfamilie ein.
Als Forschungsstandort profitiert Heidelberg von den Asien- und Orientbibliotheken in CATS, vom SFB „Materiale Textkulturen“, von Kooperationen mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und von einem starken Netz an Sommerschulen in Kairo, Amman und Jerusalem. Berufseinstiege führen typischerweise in die wissenschaftliche Laufbahn (über Master und Promotion), in Bibliotheken und Editionsprojekte, in Museen mit Vorderasiensammlungen, in den Auswärtigen Dienst, in Stiftungen mit Nahost-Programm, ins Goethe-Institut sowie in politische Bildung, Medien und Verlagswesen mit Nahost-Bezug.
Vorausgesetzt werden Hochschulreife, sehr gute Englisch- und idealerweise Französischkenntnisse für die Forschungsliteratur sowie ausgeprägte Bereitschaft zum Lernen einer nicht-lateinischen Schrift. Vorkenntnisse in Latein oder Griechisch erleichtern die historisch-vergleichende Arbeit, sind aber für den Bachelor keine Voraussetzung.
Innerhalb des Heidelberger CATS-Verbunds sind Semitistik-Studierende eingeladen, Lehrveranstaltungen aus dem Südasien-Institut, der Sinologie oder der Indologie als Wahlpflicht zu belegen, eine Möglichkeit, die das Profil im Bereich Außereuropäische Sprachen und Kulturen schärft. Sommerschulen am Orient-Institut Beirut, am Deutschen Archäologischen Institut Kairo oder am Goethe-Institut Damaskus/Amman werden regelmäßig vermittelt und über DAAD-Stipendien gefördert. Im Verlauf der Aufbaumodule arbeiten Studierende an Quellenkorpora wie der Mischna, dem Talmud Jerushalmi, dem Koran, klassisch-arabischen Geschichtsschreibern (al-Tabari, Ibn Khaldun) oder syrischer Patristik. Ein epigraphisches Praktikum auf bilingualen Inschriften (etwa palmyrenisch-aramäisch) ist möglich. Studienberatung und Mentoring sind eng mit den anderen orientalischen Disziplinen verzahnt und ermöglichen ein interdisziplinär ausgerichtetes Studium außereuropäischer Schriftkulturen. Ein eigener Master Semitistik schließt konsekutiv an und ermöglicht eine vertiefte Spezialisierung etwa in Arabistik, Hebraistik oder Aramaistik.
Module im Studium
- Einführung in die Semitistik
- Arabisch I/II
- Hebräisch I/II
- Aramäisch / Syrisch
- Akkadisch und ältere semitische Sprachen
- Vertiefte Textlektüre Arabisch
- Vertiefte Textlektüre Hebräisch/Aramäisch
- Vergleichende semitische Linguistik
- Religions- und Kulturgeschichte des Vorderen Orients
- Bachelorarbeit (im Hauptfach)
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Arabistik
- Hebraistik
- Aramaistik / Syrisch
- Altorientalistik (Akkadisch)
Was du lernst
- Zwei semitische Sprachen sicher lesen
- Originaltexte philologisch erschließen
- Sprachen vergleichend einordnen
- Kulturgeschichte des Vorderen Orients analysieren
- Forschungsliteratur Englisch/Französisch nutzen
- Editionswissenschaftliche Standards anwenden
Typische Berufsfelder
- Wissenschaftliche Laufbahn (Master/Promotion)
- Bibliotheken und Editionsprojekte
- Museen mit Vorderasiensammlungen
- Auswärtiger Dienst
- Stiftungen mit Nahost-Programm
- Politische Bildung und Medien
- Goethe-Institut / Kulturarbeit
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Sehr gute Englischkenntnisse
- Französisch von Vorteil
- Hohe Bereitschaft für nicht-lateinische Schriften
- Interesse an historisch-philologischer Arbeit
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Semitistik Bachelor Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Heidelberg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Außereuropäische Sprachen und Kulturen” an der Universität Heidelberg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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