Systematische Musikwissenschaft
Der Bachelor Systematische Musikwissenschaft an der Universität Hamburg unterscheidet sich deutlich von klassischen, historisch-philologisch ausgerichteten Musikwissenschaften: Im Zentrum stehen die akustischen, psychologischen, neurokognitiven, sozialen und kulturellen Bedingungen, unter denen Musik entsteht, gehört und verarbeitet wird. Träger ist das Institut für Systematische Musikwissenschaft am Fachbereich Kulturwissenschaften, das mit eigenem Hörlabor, Bewegungslabor und Computermusik-Studio arbeitet und sich am Methodenarsenal der empirischen Naturwissenschaften orientiert.
Das Studium dauert sechs Semester und führt zum B.A. Es kann als Hauptfach (90 LP) in Kombination mit einem geisteswissenschaftlichen Nebenfach oder selbst als Nebenfach (45 LP) belegt werden. Das Hauptfach gliedert sich in die Module M1 Allgemeine Grundlagen (14 LP), M2 Fachspezifische Grundlagen I (32 LP), M3 Fachspezifische Grundlagen II mit den Vertiefungen Akustik oder Musikpsychologie (12 LP), den naturwissenschaftlichen Disziplinärbereich (8 LP), den sozialwissenschaftlich-interkulturellen Disziplinärbereich (8 LP), M6 Theorie und Praxis der Systematischen Musikwissenschaft (10 LP) und das Abschlussmodul mit Bachelorarbeit (12 LP). Hinzu kommen frei wählbare ABK-Anteile (Allgemeine berufsqualifizierende Kompetenzen). Pflichtinhalte sind Akustik und Psychoakustik, Musikpsychologie, Hör- und Wahrnehmungsforschung, Musikethnologie sowie statistische Methoden und Programmiergrundlagen für Audiosignalverarbeitung.
Eine künstlerische Eignungsprüfung gibt es nicht, der Studiengang ist zulassungsfrei. Grundkenntnisse in Notation und musikalischer Praxis werden vorausgesetzt, aber nicht auf Konservatoriumsniveau. Wichtiger sind Affinität zu quantitativem Arbeiten, Interesse an Mathematik/Physik und Bereitschaft, mit Software wie MATLAB, Praat oder R zu experimentieren. Hamburg bietet im Bachelor enge Verzahnung mit der Forschung des Instituts, etwa zu Musik und Emotion, Bewegungsanalyse, Klangsynthese, ethnomusikologischen Feldstudien und der Akustik von Konzerträumen.
Absolventinnen und Absolventen sind nicht auf den klassischen Musikbetrieb festgelegt. Berufsfelder finden sich in Audiosoftware und Sounddesign, in Hörgeräteakustik, in der Markt- und Hörforschung, im Musikjournalismus, in Verlagen, bei Streaming-Plattformen, in Kulturmanagement und Musikvermittlung sowie in der akustischen Gestaltung von Räumen und Produkten. Der konsekutive Master Systematische Musikwissenschaft und auslandsorientierte Programme in Music Information Retrieval, Audio Engineering oder Music Cognition sind die typischen wissenschaftlichen Anschlussoptionen. Voraussetzungen sind allgemeine Hochschulreife, Grundkenntnisse in Musiktheorie und Notation (Notenlesen ist Standard), Affinität zu Mathematik und Statistik sowie gute Englischkenntnisse für die internationale Forschungsliteratur. Hamburg punktet im bundesweiten Vergleich durch die Kombination aus eigener Hardwareausstattung (Labors für Bewegungs-, Hör- und Sprachforschung), kleinen Jahrgangsgrößen und einer ausgeprägt interdisziplinären Lehre, die musikethnologische Feldstudien und naturwissenschaftliche Methoden gleichgewichtig zusammenführt. Studierende profitieren zudem von der lebendigen Hamburger Musikszene mit Elbphilharmonie, NDR-Klangkörpern und einer ausgeprägten Club- und Hip-Hop-Kultur, die Material und Forschungsgegenstand für eigene Projektarbeiten liefert. Auslandssemester über Erasmus+ sind in Skandinavien, Großbritannien und Österreich gut etabliert.
Module im Studium
- Allgemeine Grundlagen (M1)
- Fachspezifische Grundlagen I
- Fachspezifische Grundlagen II Akustik
- Fachspezifische Grundlagen II Musikpsychologie
- Naturwissenschaftlicher Disziplinärbereich
- Sozialwissenschaftlich-interkultureller Disziplinärbereich
- Theorie und Praxis der Systematischen Musikwissenschaft
- Allgemeine berufsqualifizierende Kompetenzen (ABK)
- Musikethnologie
- Empirische Methoden und Statistik
- Abschlussmodul Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Akustik und Psychoakustik
- Musikpsychologie
- Musikethnologie
- Audio Signal Processing
Was du lernst
- Akustische und psychoakustische Phänomene messen
- Hörversuche planen und auswerten
- Statistische Methoden auf Musikdaten anwenden
- Musik in interkulturellen Kontexten analysieren
- Audiosoftware bedienen und programmieren
- Forschungsergebnisse schriftlich präsentieren
Typische Berufsfelder
- Audio- und Sounddesign
- Hörgeräte- und Audiotechnik
- Markt- und Hörforschung
- Musikjournalismus
- Verlags- und Streamingbranche
- Kulturmanagement
- Akademische Forschung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Grundkenntnisse Musiktheorie und Notation
- Affinität zu Mathematik und Statistik
- Englische Lesekompetenz
- Bereitschaft zur Software-Nutzung
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Systematische Musikwissenschaft Bachelor Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Hamburg auf ihrer Website.
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