Geowissenschaften
Der Bachelor of Science Geowissenschaften an der Universität Hamburg ist bundesweit einer der wenigen Studiengänge, die Geologie, Mineralogie und Bodenkunde unter einem Dach integrieren. Der sechssemestrige Studiengang am Fachbereich Erdsystemwissenschaften verbindet die klassische naturwissenschaftliche Grundausbildung mit der starken Hamburger Forschungsschiene in Klima-, Meeres- und Erdsystemwissenschaften – nicht zuletzt durch die enge Anbindung an das Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) und das Max-Planck-Institut für Meteorologie. Diese institutionelle Konstellation macht Hamburg zu einem der profiliertesten deutschen Standorte für Erdsystem- und Klimaforschung und prägt das Lehrangebot durchgehend.
Der Aufbau folgt einem klaren Phasenmodell: In den ersten beiden Semestern erwerben die Studierenden naturwissenschaftliche Propädeutik in Mathematik, Physik, Chemie und Datenverarbeitung sowie eine Einführung in die System Erde, Kristallographie und Petrographie. Es folgen Aufbau- und Vertiefungsmodule in Endogener und Exogener Dynamik, Sediment- und Strukturgeologie, Mineralogie und Geochemie, Paläontologie, Bodenkunde sowie geophysikalischen Methoden. Geländearbeit ist verpflichtender Kern: mehrtägige Kartierübungen, große Exkursionen (z. B. in die Alpen oder nach Skandinavien) und Laborpraktika in Dünnschliffmikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie und ICP-MS gehören zum Pflichtprogramm. Im fünften Semester wählen die Studierenden ein interdisziplinäres Studienprojekt und absolvieren ein vierwöchiges Berufspraktikum; im sechsten Semester folgt die Bachelorarbeit, die häufig in Kooperation mit Behörden oder Ingenieurbüros vergeben wird.
Die Pflichtmodule umfassen insgesamt 126 Leistungspunkte einschließlich der Abschlussarbeit; daneben gibt es Wahlpflichtbereiche, in denen Module benachbarter Fächer wie Meereswissenschaften, Geographie, Umwelttechnik oder Physik der Atmosphäre angerechnet werden können. Diese strukturelle Offenheit erlaubt eigene Akzente Richtung Mineralogie, Sedimentologie, angewandte Geologie oder Bodenkunde, ohne dass formale Vertiefungsrichtungen ausgewiesen werden. Wer im Master spezialisieren möchte, kann an der UHH konsekutiv den M.Sc. Geowissenschaften mit den Schwerpunkten Geologie, Mineralogie oder Bodenkunde anschließen. Datenanalytische Kompetenzen werden zunehmend in Python- und R-Übungen vermittelt, etwa zur Auswertung von Bohrlochdaten, Klimazeitreihen oder geochemischen Spektren.
Der Studiengang ist zulassungsfrei, setzt aber Belastbarkeit im Gelände, Spaß an Karten- und Laborarbeit sowie ein solides naturwissenschaftliches Grundverständnis voraus. Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Ingenieurbüros für Baugrund- und Altlastenerkundung, in geologischen Landesämtern und der BGR, in Rohstoff- und Energieunternehmen, in der Umwelt- und Wasserwirtschaft, in der chemisch-mineralogischen Materialprüfung sowie zunehmend in Forschungsprojekten zu Klima, CO₂-Speicherung und Geothermie. Hamburg als Hafenstadt mit dichter HCU-, BSH- und Helmholtz-Vernetzung bietet dabei attraktive Praktika und Werkstudentenstellen im maritimen und küstennahen Sektor. Wer sich für die wissenschaftliche Laufbahn interessiert, profitiert vom direkten Anschluss an die Graduiertenschule SICSS und das Cluster of Excellence Climate, Climatic Change and Society.
Module im Studium
- System Erde
- Allgemeine Mineralogie und Kristallographie
- Petrographie und Petrologie
- Endogene Dynamik
- Exogene Dynamik
- Paläontologie und Stratigraphie
- Geochemie
- Bodenkunde
- Strukturgeologie und Tektonik
- Geophysikalische Methoden
- Geländeübungen und Kartierkurs
- Interdisziplinäres Studienprojekt
- Berufspraktikum
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Geologie und Petrographie
- Kristallographie und Mineralogie
- Bodenkunde
- Paläobiologie
Was du lernst
- Erdsystemprozesse und Stoffkreisläufe verstehen
- Gesteine und Minerale bestimmen
- Geologisch kartieren und auswerten
- Geochemische und petrographische Analysen interpretieren
- Wechselwirkungen Mensch-Umwelt einordnen
- Wissenschaftlich präsentieren und berichten
Typische Berufsfelder
- Ingenieurgeologie
- Umwelt- und Wasserbehörden
- Rohstoffexploration
- Bodenschutz und Altlastenerkundung
- Geothermie und Energieversorgung
- Klima- und Meeresforschung
- Materialprüfung
- Wissenschaftsjournalismus
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Solide Schulkenntnisse in Chemie und Physik
- Mathematik auf Oberstufenniveau
- Bereitschaft zu Gelände- und Laborarbeit
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Englisch für Fachliteratur
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Earth System Physics Bachelor Teilzeit
- Geographie Bachelor Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Hamburg auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Geowissenschaften, -technologie” an der Universität Hamburg suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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