Hebammenwissenschaft (Midwifery Science) an der Universität Halle-Wittenberg
NC-Hinweis: Zulassungsbeschränkt; örtlicher NC. Orientierungspraktikum in der Geburtshilfe ist Pflichtvoraussetzung. Zulassung auch ohne Abitur mit anerkannter Pflegeausbildung möglich. Bewerbungsschluss: 30. Juni (Praktikumsnachweis) / 15. Juli (Hochschulportal).
Der duale Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg führt in acht Semestern und 240 Leistungspunkten zum Abschluss Bachelor of Science sowie zur staatlichen Berufszulassung als Hebamme oder Entbindungspfleger. Das Programm setzt die Vorgaben des Hebammenreformgesetzes von 2020 um, das die Ausbildung in Deutschland vollständig akademisiert hat. Studienbeginn ist ausschließlich zum Wintersemester; die Plätze sind durch einen Numerus clausus sowie ein eigenes Auswahlverfahren stark begrenzt. Der Studiengang wird vom Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Fakultät verantwortet.
Das Studium kombiniert rund 4.900 Stunden hochschulische Ausbildung an der Universität mit etwa 2.300 Stunden Praxisanteilen am Universitätsklinikum Halle und am Universitätsklinikum Magdeburg sowie an Kooperationspartnern wie Geburtshäusern und Hebammenpraxen in Sachsen-Anhalt. Das Curriculum besteht ausschließlich aus Pflichtmodulen und gliedert sich in fünf Säulen: medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen (Anatomie, Physiologie, Pharmakologie, Geburtshilfe und Frauenheilkunde), hebammenwissenschaftliche Kernmodule (Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit, Familienbegleitung), evidenzbasierte Praxis und Forschungsmethoden (Statistik, EBP, qualitative und quantitative Methoden), Gesundheitsförderung und Public Health sowie interprofessionelle Zusammenarbeit, Ethik und rechtliche Grundlagen. Hinzu kommen Module zur Gesundheitspädagogik und zum wissenschaftlichen Arbeiten. Die Praxisphasen sind in den Studienverlauf eingebettet und decken die in der Hebammenausbildung gesetzlich vorgeschriebenen Tätigkeitsfelder im Kreißsaal, in der Wochenbettstation, in der ambulanten Hebammenarbeit und in spezialisierten Bereichen wie Pränataldiagnostik ab. Das Studium endet mit einer staatlichen Prüfung (schriftlich, mündlich und praktisch) und der Bachelorarbeit samt Verteidigung.
Voraussetzung ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder eine anerkannte berufliche Qualifikation aus dem Gesundheitsbereich. Verpflichtend ist zudem ein Vorpraktikum in der Geburtshilfe; je länger und je breiter gestreut, desto besser fällt die Bewertung im Auswahlverfahren aus. Mindestens vier Wochen werden verlangt, sechs Wochen oder mehr mit Stationen im Kreißsaal, in der Wochenbettstation, in einer Hebammenpraxis oder in einem Geburtshaus bringen die volle Punktzahl von 20 Punkten. Der Nachweis muss bis zum 30. Juni eingereicht sein, die Online-Bewerbung läuft bis 15. Juli.
Absolventinnen und Absolventen sind berechtigt, eigenverantwortlich Schwangerschaften zu begleiten, Geburten zu leiten und Wochenbett sowie Stillzeit fachlich zu betreuen. Sie arbeiten als angestellte oder freiberufliche Hebammen in Kliniken, Geburtshäusern und Hebammenpraxen, in der ambulanten Vor- und Nachsorge, in Familienzentren, in Gesundheitsbehörden, in der Lehre an Hebammenschulen oder in der Forschung an Universitäten und Hochschulen. Der akademische Abschluss eröffnet außerdem den Zugang zu konsekutiven Masterprogrammen in Hebammenwissenschaft, Public Health oder Versorgungsforschung sowie zur Promotion. Empathie, Belastbarkeit und Bereitschaft zum Schichtdienst sind genauso wichtig wie ein wissenschaftliches Interesse an Statistik und Forschungsmethoden, da die akademisierte Hebammenarbeit explizit evidenzbasiert verstanden wird.
Module im Studium
- Anatomie und Physiologie der Geburtshilfe
- Pathologie in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
- Neonatologie und Neugeborenenversorgung
- Pharmakologie und Arzneimitteltherapie
- Hebammendiagnostik und klinische Entscheidungsfindung
- Psychosoziale Betreuung und Kommunikation
- Interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen
- Wissenschaftliches Arbeiten und Forschungsmethoden
- Evidenzbasierte Hebammenpraxis
- Gesundheitsförderung und Prävention in der Perinatologie
- Berufskunde und Berufsrecht
- Klinische Praktika in geburtshilflichen Einrichtungen
- Bachelorarbeit
Was du lernst
- Physiologische und pathologische Geburtsverläufe einschätzen und begleiten
- Neugeborene versorgen und Frühindikatoren für Komplikationen erkennen
- Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen evidenzbasiert beraten
- Interprofessionell mit Ärzt:innen und Pflegepersonal kommunizieren
- Geburtshilfliche Forschungsergebnisse kritisch bewerten und anwenden
- Selbstständige Hebammenpraxis vorbereiten und ausüben
Typische Berufsfelder
- Angestellte Hebamme im Kreißsaal eines Krankenhauses
- Freiberufliche Hebamme in der ambulanten Betreuung
- Beleghebamme in Geburtshäusern
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Versorgungsforschung
- Tätigkeiten in hebammengeleiteten Einrichtungen
- Weiterqualifikation im Master Hebammenwissenschaft
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife oder gleichwertige Qualifikation
- Orientierungspraktikum in der Geburtshilfe (Nachweis bei Bewerbung)
- Alternativ anerkannte Pflegeausbildung als Zugangsvoraussetzung
- Bewerbung bis 15. Juli (Wintersemesterstart)
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Hebammenwissenschaft Bachelor of Science, 240 LP Vollzeit
Studieninhalte & Dokumente
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Universität Halle-Wittenberg auf ihrer Website.
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