Geschichte (History)
Der viersemestrige Masterstudiengang Geschichte am Institut für Geschichte der TU Dresden ist ein forschungsorientierter fachwissenschaftlicher Master mit dem Abschlussgrad Master of Arts. Das Programm umfasst 120 ECTS und zeichnet sich durch eine ungewöhnlich freie Modulkombinatorik aus: Statt eines starren Verlaufsplans wählst du nach einem gemeinsamen Einführungsmodul drei eigene Vertiefungsmodule und kannst dadurch ein individuelles Profil schärfen — von der klassischen Epochengeschichte bis zur Verbindung mit Technikgeschichte oder Totalitarismusforschung, einem Dresdener Alleinstellungsmerkmal.
Fachlich deckt das Institut alle klassischen Epochen ab: Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte, Frühe Neuzeit, Neuere und Neueste Geschichte sowie Zeitgeschichte. Hinzu kommen systematische Lehrstühle für Sächsische Landesgeschichte, Technikgeschichte und Totalitarismusforschung, die den Forschungsverbund mit der SLUB Dresden und dem Hannah-Arendt-Institut ergänzen. Module wie Quellenkritik und Hermeneutik, Historische Methodenlehre, Geschichtstheorie sowie Lektüre- und Forschungskolloquien bilden den methodischen Kern. Wer einen interdisziplinären Akzent sucht, kombiniert mit dem Profilbereich „Diktatur und Demokratie“ oder mit Modulen aus Soziologie, Kunstgeschichte oder Politikwissenschaft. Ein Auslandssemester an einer der Partneruniversitäten — darunter Trento, Wrocław und Strasbourg — ist im Studienverlauf eingeplant. Die Dresdner Forschungslandschaft prägt das Studium spürbar: Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr, die SLUB Dresden mit ihren Sondersammlungen sowie das Sächsische Staatsarchiv liefern für viele Masterarbeiten direkte Quellen und Praktikumsmöglichkeiten. Studierende profitieren zudem von Verbundprojekten wie dem SFB „Invektivität“ und etablierten DFG-Graduiertenkollegs, die Promotionswillige mit Stipendien und strukturierter Betreuung adressieren. Diese Ausstattung macht den TU-Dresden-Master zu einer attraktiven Alternative zu den größeren historischen Fakultäten in München oder Heidelberg, insbesondere für Studierende mit Interesse an Diktaturforschung oder ostmitteleuropäischer Geschichte.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in einem breiten Tätigkeitsspektrum: in Archiven und Bibliotheken (nach Zusatzqualifikation), an Museen und Gedenkstätten, in Verlagen und Redaktionen, in der politischen Bildung, der historischen Auftragsforschung, im Stiftungs- und Kulturmanagement sowie in der Erwachsenenbildung. Ein nennenswerter Anteil promoviert anschließend, häufig in DFG-Graduiertenkollegs oder am Dresdener SFB-Verbund. Auch nicht-historische Felder wie Unternehmenskommunikation, Public Affairs und Verwaltung greifen gern auf Historiker zurück, weil die quellenkritische Schulung und das eigenständige Verfassen längerer Texte gefragt bleiben.
Für die Zulassung wird ein erster Hochschulabschluss in Geschichte oder einem geschichtsnahen Fach mit nachweislich 60 ECTS aus historischen Modulen vorausgesetzt. Latinum (oder gleichwertige Lateinkenntnisse) ist je nach Vertiefungsrichtung obligatorisch, zwei moderne Fremdsprachen werden erwartet — Englisch und meist Französisch oder Italienisch. Wer Mittelalter oder Alte Geschichte vertiefen will, sollte Lese-Latein bereits sicher beherrschen, denn Quellenarbeit mit unkommentierten Editionen ist Bestandteil mehrerer Vertiefungsmodule. Der Studiengang ist zulassungsfrei, eine NC-Hürde existiert nicht, jedoch gibt es eine fachliche Eignungsprüfung der Studiendokumente.
Module im Studium
- Einführungsmodul Geschichtswissenschaft
- Alte Geschichte
- Mittelalterliche Geschichte
- Frühe Neuzeit
- Neuere und Neueste Geschichte
- Zeitgeschichte
- Sächsische Landesgeschichte
- Technikgeschichte
- Quellenkritik und Hermeneutik
- Historische Methodenlehre
- Forschungskolloquium
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Technikgeschichte (Dresdner Profil)
- Sächsisch-böhmische Landesgeschichte
- Wirtschafts- und Sozialgeschichte
- Zeitgeschichte mit DDR-Forschung
Was du lernst
- Historische Quellen kritisch erschließen und kontextualisieren
- Forschungsdebatten eigenständig einordnen
- Längere wissenschaftliche Texte verfassen
- Methodisch zwischen Epochen wechseln
- Interdisziplinär mit Nachbarfächern arbeiten
- Vortrags- und Diskussionskompetenz schärfen
Typische Berufsfelder
- Archive und Bibliotheken
- Museen und Gedenkstätten
- Verlage und Redaktionen
- Politische Bildung
- Stiftungen und Kulturmanagement
- Promotion und Forschung
- Erwachsenenbildung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor in Geschichte oder verwandtem Fach mit 60 ECTS Geschichte
- Latinum oder vergleichbare Lateinkenntnisse
- Zwei moderne Fremdsprachen (meist Englisch + Französisch)
- Interesse an Quellenarbeit
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Geschichte Master of Arts Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die TU Dresden auf ihrer Website.
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