Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik
Der Bachelorstudiengang Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik an der TU Dresden ist an der Fakultät Maschinenwesen angesiedelt – einer der ältesten und mit über 4.000 Studierenden größten ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten Deutschlands. Charakteristisch für Dresden ist die strukturelle Verzahnung von Maschinenbau, Werkstoff- und Verfahrenstechnik mit den lebensmittel- und holztechnologischen Traditionen Sachsens; das Institut für Naturstofftechnik und das Institut für Verfahrenstechnik und Umwelttechnik (IfVU) bilden die fachliche Klammer. Der Studiengang dauert sechs Semester, vergibt 180 ECTS und ist NC-frei (Bewerbungsfenster 1. Juni bis 15. September). Parallel existiert ein Diplomstudiengang über zehn Semester, der den Bachelor um Master-Inhalte ergänzt und im akademischen Profil eine Alternative für forschungsorientierte Studierende darstellt – ein in Deutschland nahezu einzigartiges Angebot.
In den ersten vier Semestern werden mathematische, naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen vermittelt. Pflicht sind Höhere Mathematik I-III, Technische Mechanik, Thermodynamik, Strömungslehre, Wärme- und Stoffübertragung, Allgemeine und Organische Chemie, Werkstoffkunde, Mess- und Automatisierungstechnik, Konstruktion/CAD, Technische Informatik sowie BWL-Grundlagen für Ingenieure. Ein einführendes Modul Grundlagen der Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik ordnet die Disziplin von Beginn an ein. Praktika in Mechanischer Verfahrenstechnik und Thermischer Verfahrenstechnik sichern den Bezug zwischen Theorie und Anlage; verwendet werden Versuchsstände zu Zerkleinerung, Klassierung, Filtration, Destillation und Wärmeübertragung am Standort Süd der Universität.
Ab dem fünften Semester wählst du eine von fünf Studienrichtungen, die das Profil schärfen: Allgemeine Verfahrenstechnik mit Grundoperationen und industrieller Stoffumwandlung, Lebensmitteltechnik (Verarbeitung agrarischer Rohstoffe zu sicheren Lebensmitteln), Bioverfahrenstechnik (biochemische Stoffumwandlung mit Mikrobiologie und Biochemie), Chemieingenieurwesen (Synthese- und Reaktionsverfahren) sowie Holz- und Faserwerkstofftechnik, die nachwachsende Rohstoffe verarbeitet und an Sachsens Traditionsindustrie anschließt. Der Pflichtbereich des fünften Semesters wird durch Wahlpflichtmodule ergänzt, sodass du gezielt Spezialthemen wie Bioreaktorauslegung, Lebensmittelverfahrenstechnik, Papier- und Faserstofftechnik oder Membranverfahren vertiefen kannst. Die Bachelorarbeit im sechsten Semester wird typischerweise an einem der Institute oder bei Industriepartnern (Vetter, Wacker, Südzucker, Sachsenmilch, Hochwald) angefertigt – Dresden ist besonders gut mit der mitteldeutschen Lebensmittel- und Holzindustrie vernetzt.
Vorausgesetzt werden Abitur sowie sehr solide Vorkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie; ein Vorpraktikum in einem industriellen Betrieb wird empfohlen und ist für die spätere Anerkennung der praktischen Studienzeiten hilfreich. Berufsperspektiven sind breit: Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Chemie- und Pharmaproduktion, Biotechnologie, Papier- und Holzwirtschaft, Energie- und Umwelttechnik, Anlagenbau (Linde, Glatt, GEA, ANDRITZ), Wasserwirtschaft sowie Engineering-Beratung. Akademisch schließen der konsekutive Master Verfahrenstechnik und das Diplom-Postgradualstudium direkt an; auch der Wechsel in Master-Programme der Chemischen Biotechnologie oder Energietechnik ist nach dem Bachelor anschlussfähig.
Module im Studium
- Höhere Mathematik I-III
- Technische Mechanik
- Thermodynamik
- Strömungslehre
- Wärme- und Stoffübertragung
- Allgemeine Chemie
- Organische Chemie
- Werkstoffkunde
- Mess- und Automatisierungstechnik
- Konstruktion und CAD
- Technische Informatik
- BWL-Grundlagen für Ingenieure
- Grundlagen der Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik
- Mechanische Verfahrenstechnik
- Thermische Verfahrenstechnik
- Reaktionstechnik
- Studienrichtungsspezifische Module (5./6. Semester)
- Wahlpflichtmodule
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Allgemeine Verfahrenstechnik (AVT)
- Bioverfahrenstechnik (BVT)
- Chemie-Ingenieurtechnik (CIT)
- Lebensmitteltechnik und Naturstofftechnik
Was du lernst
- Stoff- und Energiebilanzen aufstellen
- Grundoperationen auslegen
- Reaktoren modellieren
- Prozesse mess- und regelungstechnisch steuern
- Naturstoffe technisch verarbeiten
- Anlagen sicher betreiben
- Wirtschaftlich-technisch argumentieren
- Bioprozesse verstehen und planen
Typische Berufsfelder
- Lebensmittel- und Getränkeindustrie
- Chemie- und Pharmaproduktion
- Biotechnologie
- Papier-, Zellstoff- und Holzindustrie
- Energie- und Umwelttechnik
- Anlagenbau und Engineering
- Wasserwirtschaft
- Forschung und Entwicklung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Sehr gute Mathematik-Kenntnisse
- Solide Physik- und Chemie-Grundlagen
- Industrielles Vorpraktikum empfohlen
- Technisches Verständnis
- Belastbarkeit für hohe Stoffdichte
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik Bachelor of Science Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die TU Dresden auf ihrer Website.
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