Biomedizinische Technik
Der Masterstudiengang Biomedizinische Technik an der TU Chemnitz ist im Subjektbereich Medizinische Informatik einzuordnen und betont entsprechend die informatik- und datenbasierte Vertiefungsrichtung des viersemestrigen, 120 ECTS umfassenden M.Sc.-Programms. Träger sind die Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Informatik; das Programm baut konsekutiv auf einem ingenieur- oder informatiknahen Bachelor in Biomedizinischer Technik oder verwandten Abschlüssen auf.
Im ersten Semester werden gemeinsame Pflichtgrundlagen zu Sensorsystemen und Sensorsignalverarbeitung, Softwareentwurf für eingebettete Systeme, Technischer Optik, Visualisierung von Messdaten und Monitoring von Vitalfunktionen vermittelt. Studierende, die das medizininformatische Profil wählen, gehen ab dem zweiten Semester in die Vertiefungsrichtung Bildverarbeitung und Telemedizin. Hier liegen die Schwerpunkte auf medizinischer Bildverarbeitung (CT, MRT, Ultraschall), Speicher- und Übertragungsarchitekturen für klinische Daten, Telemedizinsystemen, maschinellem Lernen für Mustererkennung und Diagnoseunterstützung sowie rechtlich-ethischen Rahmenbedingungen wie Datenschutz, DSGVO und Telematik-Infrastruktur. Querschnittsthemen wie Ambient Assisted Living und intelligente Mikroimplantate verbinden das Profil mit der zweiten Vertiefungsrichtung.
Das vierte Semester ist der Masterarbeit gewidmet, oft in Kooperation mit Universitätskliniken, Fraunhofer-Instituten oder Medizintechnik-Unternehmen. Studierende profitieren von Chemnitzer Forschungseinrichtungen wie dem Zentrum für Mikrotechnologien und dem Klinikum Chemnitz sowie von der starken Informatikfakultät mit Schwerpunkten in KI, Computergrafik und verteilten Systemen.
Absolventinnen und Absolventen finden Tätigkeiten in klinischer IT, in der Entwicklung von Health-Software und Bildanalyse-Plattformen, bei Anbietern elektronischer Patientenakten, in Telemedizin-Startups und in Forschungseinrichtungen für medizinische KI. Voraussetzung sind ein einschlägiger Bachelor mit informatischen und mathematischen Grundlagen sowie Kenntnisse in Programmierung; der formale Zugang wird vom Prüfungsausschuss geprüft. Englischsprachige Wahlmodule erweitern das Angebot.
Charakteristisch für die Chemnitzer Variante ist die enge Verbindung von Software-Lifecycle nach IEC 62304, DSGVO-Konformität und MDR-Risikomanagement mit klassischen Methoden der medizinischen Bildverarbeitung. Studierende arbeiten in Laboren mit echten CT-, MRT- und Ultraschalldatensätzen, implementieren KI-Pipelines auf GPU-Workstations und führen Validierungsstudien an anonymisierten Patientendaten durch. Die Anbindung an das Klinikum Chemnitz erlaubt Abschlussarbeiten mit realem klinischen Kontext, etwa in der Radiologie oder Anästhesie. Branchenseitig öffnen sich Berufseinstiege bei Herstellern medizinischer Softwareprodukte (Brainlab, Siemens Healthineers, Philips), bei Anbietern elektronischer Patientenakten sowie in Telemedizin-Startups. Englischsprachige Wahlmodule und ein Auslandssemester an Partnerhochschulen in Schweden, Tschechien oder den Niederlanden sind möglich. Wer in die Forschung gehen möchte, kann konsekutiv in eines der strukturierten Promotionsprogramme der TU Chemnitz einsteigen.
Studienbeginn ist im Winter- oder Sommersemester, Bewerbungsfristen sind der 15. September bzw. 15. März. Der Semesterbeitrag der TU Chemnitz deckt Verwaltungskosten und Semesterticket. Studiengebühren fallen nicht an, ein Nachweis von Deutschkenntnissen ist für internationale Studierende erforderlich.
Module im Studium
- Sensorsysteme und Sensorsignalverarbeitung
- Softwareentwurf für eingebettete Systeme
- Technische Optik
- Visualisierung von Messdaten
- Monitoring von Vitalfunktionen
- Medizinische Bildverarbeitung
- Telemedizin und Telematik
- Maschinelles Lernen in der Medizin
- Datenbanken klinischer Systeme
- IT-Sicherheit im Gesundheitswesen
- Ethik und Recht der Medizininformatik
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Bildverarbeitung und Telemedizin
- Medizingerätetechnik und medizinische Mikrosysteme
Was du lernst
- Medizinische Bilddaten algorithmisch analysieren
- Klinische Software konzipieren
- KI-Modelle für Diagnose entwickeln
- Telemedizinische Architekturen entwerfen
- Datenschutz und MDR umsetzen
- Mit klinischem Personal kooperieren
Typische Berufsfelder
- Medizininformatiker
- Klinische Software-Entwickler
- KI-Spezialist Healthcare
- Telemedizin-Architekt
- Datenschutzbeauftragter Klinik
- Wissenschaftliche Mitarbeit
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor mit informatischen Grundlagen
- Programmierkenntnisse Python oder C++
- Mathematik- und Statistikbasis
- Interesse an klinischen Anwendungen
- Englischkenntnisse für Fachliteratur
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Biomedizinische Technik Master Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die TU Chemnitz auf ihrer Website.
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