Neurorobotik
Der Masterstudiengang Neurorobotik an der TU Chemnitz ist ein viersemestriger, forschungsorientierter M.Sc. mit 120 ECTS, der an der Fakultät für Informatik angesiedelt ist. Er verbindet Methoden der Künstlichen Intelligenz und der Neurokognition mit Robotik und Sensortechnik. Die TU Chemnitz hat in diesem Profilbereich mit der Professur Künstliche Intelligenz und mehreren Robotiklehrstühlen eine bundesweit eher seltene Spezialisierung etabliert. Anders als der Subject-Tag „Automatisierungs- und Produktionstechnik“ suggeriert, liegt der Schwerpunkt nicht auf Fertigungstechnik, sondern auf KI-gestützter, biologisch inspirierter Robotersteuerung.
Das Curriculum gliedert sich in drei Säulen. Im Pflichtbereich Künstliche Intelligenz und Neurokognition vertiefen Studierende „Neurokognition I“ und „Neurokognition II“ (biologisch inspirierte neuronale Netze, Wahrnehmungsmodelle, kortikale Architekturen), „Deep Reinforcement Learning“ und das Kernmodul „Neurorobotik“ zur Verbindung von KI mit verkörperten Agenten. Der Bereich Sensorik und Robotik bietet Wahlmodule wie „Grundlagen der Robotik A“, „Sensoren und Signalauswertung“, „Roboter-Sehen A“, „Humanoide Roboter“ und „Grundlagen der Biomechanik und Bewegungswissenschaft“. Der Bereich Regelungs- und Softwaretechnik enthält Wahlmodule wie „Paralleles Wissenschaftliches Rechnen“, „Betriebssysteme II“, „Verlässliche Systeme“, „Entwurf Verteilter Systeme“ und Module zur Regelungstheorie. Hinzu kommen Forschungsseminare und ein Projektmodul, in dem Studierende eigenständig an Roboterplattformen wie Pepper, Nao oder selbstentwickelten Manipulatoren arbeiten.
Die Forschungsumgebung umfasst Labore für visuelle Wahrnehmung, kognitive Robotik und maschinelles Lernen sowie Kooperationen mit Fraunhofer-Instituten und der sächsischen Automobilindustrie. Im vierten Semester schließt die Masterarbeit das Studium ab, häufig im Rahmen laufender Drittmittelprojekte oder Industriepartnerschaften.
Absolvierende qualifizieren sich für Tätigkeiten in der Forschung und Entwicklung autonomer Systeme, in der Robotik, in der KI-Entwicklung sowie in angrenzenden Feldern wie autonomes Fahren, Industrie-4.0-Anwendungen und Mensch-Roboter-Interaktion. Typische Arbeitgeber sind Automobil- und Zulieferindustrie, Robotikhersteller, KI-Startups, Forschungsinstitute (Fraunhofer, Max-Planck, DLR) sowie Beratungsunternehmen mit Fokus auf Industrial AI. Voraussetzung ist ein Bachelor in Informatik, Angewandter Informatik oder einem stark informatisch geprägten Studiengang; der Studiengang ist zulassungsfrei und startet in der Regel zum Wintersemester. Empfohlen werden solide Programmierkenntnisse (Python, C++), Grundlagen in Mathematik und maschinellem Lernen sowie Interesse an interdisziplinärem Arbeiten zwischen Neurowissenschaft, KI und Mechatronik.
Module im Studium
- Neurokognition I
- Neurokognition II
- Deep Reinforcement Learning
- Neurorobotik
- Grundlagen der Robotik A
- Sensoren und Signalauswertung
- Roboter-Sehen A
- Humanoide Roboter
- Grundlagen der Biomechanik und Bewegungswissenschaft
- Paralleles Wissenschaftliches Rechnen
- Verlässliche Systeme
- Masterarbeit mit Kolloquium
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Künstliche Intelligenz und Neurokognition
- Sensorik und Robotik
- Regelungs- und Softwaretechnik
Was du lernst
- Biologisch inspirierte KI-Architekturen entwickeln
- Roboter mit Deep Reinforcement Learning trainieren
- Sensordaten in Echtzeit verarbeiten
- Humanoide und mobile Roboter programmieren
- Verteilte Systeme und Echtzeit-Software entwerfen
- Forschungsprojekte in der Robotik durchführen
- Wissenschaftliche Publikationen erstellen
Typische Berufsfelder
- Forschung und Entwicklung in Robotik
- KI-Entwicklung und Machine Learning Engineering
- Autonomes Fahren und Fahrerassistenz
- Industrie-4.0 und Mensch-Roboter-Kollaboration
- Humanoide und Service-Robotik
- Computer Vision Engineering
- Wissenschaftliche Promotion
- Technische Beratung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor in Informatik oder Angewandter Informatik
- Solide Programmierkenntnisse (Python, C++)
- Mathematische Grundlagen (Lineare Algebra, Stochastik)
- Grundlagen in Maschinellem Lernen oder Robotik
- Interesse an interdisziplinärer Arbeit (KI, Neurowissenschaft, Mechatronik)
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Neurorobotik Master Teilzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die TU Chemnitz auf ihrer Website.
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