Angewandte Naturwissenschaft
Der Bachelorstudiengang Angewandte Naturwissenschaft an der TU Bergakademie Freiberg ist ein sechssemestriger B.Sc. mit 180 ECTS und einer ausgeprägt interdisziplinären Ausrichtung an der Schnittstelle von Physik, Chemie, Materialwissenschaft und Biotechnologie. Träger ist die Fakultät für Chemie und Physik der ältesten montanwissenschaftlichen Universität der Welt; die Studiengangskonzeption greift Freibergs Forschungsstärke in Werkstoffen, Halbleitern, Festkörperphysik und Rohstoffen auf.
Die Curriculumsstruktur ist klar zweigeteilt. In den Semestern 1 bis 4 absolvieren Studierende eine breite naturwissenschaftliche Grundausbildung in Mathematik (Analysis, Lineare Algebra, Differentialgleichungen), Experimental- und Theoretischer Physik, Allgemeiner, Anorganischer und Organischer Chemie, Physikalischer Chemie sowie Grundlagen der Biologie und Biotechnologie. Begleitend werden Methodenmodule zu Messtechnik, Programmierung und Datenverarbeitung sowie zu wissenschaftlichem Arbeiten belegt. Im fünften und sechsten Semester folgt eine individuelle Vertiefungsphase, die an die Freiberger Master-Spezialisierungen anknüpft: Biotechnologie, Experimentelle und Theoretische Festkörperphysik sowie Halbleitertechnologie. Studierende kombinieren Wahlpflichtmodule mit einem mehrwöchigen Forschungspraktikum und schließen mit der Bachelorarbeit ab.
Die Lehre profitiert von Freibergs ausgeprägter Forschungsinfrastruktur in Nanomaterialien, Photovoltaik, Festkörperchemie und Bioreaktortechnik sowie von engen Kooperationen mit dem Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, dem Fraunhofer-Institut THM und der regionalen Halbleiter- und Solarindustrie. Charakterisierungsmodule zu Mikroskopie, Röntgendiffraktometrie und Spektroskopie führen früh an reale Forschungsgeräte heran.
Der Studiengang ist im Subjektfeld Nanowissenschaften verortet, qualifiziert jedoch breit für Tätigkeiten in Materialforschung, Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie, Biotechnologie, chemischer Industrie und Forschungsinstituten. Konsekutive Master in Angewandter Physik, Werkstoffwissenschaft, Nanotechnologie oder Biotechnologie schließen direkt an. Voraussetzung sind die Hochschulreife und solide Schulkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie; der Studiengang ist NC-frei.
Charakteristisch für den Freiberger Studiengang ist die ressourcenwissenschaftliche und materialorientierte Verankerung: Studierende profitieren von Freibergs einzigartiger Sammlung an Charakterisierungsgeräten und können bereits im Bachelor Erfahrungen mit Rasterelektronenmikroskopie, Röntgendiffraktometrie, AFM und Mass Spectrometry sammeln. Das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie und das Fraunhofer-Institut THM eröffnen zusätzliche Praktikums- und Abschlussthemen, etwa zu Halbleiter-Photovoltaik, Recycling kritischer Rohstoffe oder Energiespeichermaterialien. Die Kohorten sind klein, Betreuungsrelationen sehr günstig. Konsekutiv schließen die Freiberger Master Werkstoffwissenschaft und Nanotechnologie, Halbleitertechnologie und Angewandte Physik direkt an. Berufseinstiege erfolgen häufig bei sächsischen und bayerischen Halbleiter- und Photovoltaik-Unternehmen (Infineon, Solarwatt, Wacker Chemie) sowie bei Materialforschungsinstituten der Helmholtz- und Fraunhofer-Gemeinschaft.
Studienbeginn ist im Winter- oder Sommersemester; die Bewerbungsfristen sind der 30. September bzw. 15. März. Der Studiengang ist NC-frei. Studiengebühren fallen nicht an, ein Semesterbeitrag von rund 230 Euro deckt Verwaltung und Semesterticket. Internationale Studierende benötigen einen Nachweis von Deutschkenntnissen mindestens auf C1-Niveau für deutschsprachige Module.
Module im Studium
- Mathematik für Naturwissenschaftler
- Experimentalphysik
- Theoretische Physik
- Allgemeine und Anorganische Chemie
- Organische Chemie
- Physikalische Chemie
- Grundlagen der Biologie
- Werkstoffwissenschaft
- Messtechnik und Programmierung
- Charakterisierungsmethoden
- Forschungspraktikum
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Biotechnologie
- Experimentelle und Theoretische Festkörperphysik
- Halbleitertechnologie
Was du lernst
- Naturwissenschaftliche Methoden interdisziplinär anwenden
- Materialien charakterisieren
- Festkörperphysikalische Phänomene erklären
- Biotechnologische Prozesse verstehen
- Daten messtechnisch erfassen und auswerten
- Forschungsprojekte selbstständig bearbeiten
Typische Berufsfelder
- Werkstoffentwickler
- Halbleitertechniker
- Biotechnologe
- Forschungsassistent
- Qualitätssicherung
- Wissenschaftliche Mitarbeit
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Solide Mathematik- und Physikkenntnisse
- Chemie-Grundkenntnisse
- Interesse an Naturwissenschaft
- Englischkenntnisse für Fachliteratur
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Angewandte Naturwissenschaft Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die TU Bergakademie Freiberg auf ihrer Website.
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