Cultural and Cognitive Linguistics
Der Masterstudiengang Cultural and Cognitive Linguistics (CCL) an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist ein viersemestriger M.A. mit 120 ECTS, der seit dem Wintersemester 2012/13 an der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften (Fak. 13) angeboten wird. Träger ist das Institut für Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft (ATS) in enger Kooperation mit Romanistik, Anglistik, Slawistik, Philosophie und Psychologie. CCL profiliert die LMU als forschungsstarken Standort an der Schnittstelle von Linguistik, Kulturanalyse und Kognitionswissenschaft.
Das Curriculum gliedert sich in vier Bereiche. Im Modul Linguistische Theorien und Methoden I werden Pflichtveranstaltungen zu Current Theories in Linguistics, Categories of Language und Documentary Linguistics belegt; Linguistische Theorien und Methoden II vertieft typologische und feldlinguistische Ansätze. Zwei verbindliche Module zu Cultural Linguistics und Cognitive Linguistics bilden den thematischen Kern und führen Studierende in die theoretischen Diskussionen zu sprachlicher Konzeptualisierung, kulturellen Schemata, semantischen Frames, Embodiment, Metaphern- und Diskursanalyse ein. Integrationsmodule kombinieren beide Perspektiven und bereiten auf eigenständige Forschung vor. Etwa 50 Prozent der Lehre entfallen auf Kernlinguistik, weitere 50 Prozent auf interdisziplinäre Wahlmodule aus Philosophie des Geistes, Kulturwissenschaft, Computerlinguistik, Psycholinguistik oder spezifischen Sprachvertiefungen (z. B. Sinologie, Iranistik, Indogermanistik).
Methodisch werden korpus- und feldlinguistische Verfahren, ethnolinguistische Datenerhebung, experimentelle Designs der Kognitionswissenschaft sowie qualitative Diskursanalyse vermittelt. Studierende erlernen Statistik und Programmierung (R, Python) für sprachliche Daten und können laufende Münchner Forschungsprojekte (z. B. zu Sprachendokumentation, Mehrsprachigkeit und sprachlichem Wandel) als Datenquelle nutzen.
Im vierten Semester wird die etwa 120.000 Zeichen umfassende Masterarbeit in 20 Wochen verfasst und in einer 60-minütigen Disputation verteidigt. Absolventinnen und Absolventen qualifizieren sich für Promotionen in Sprachwissenschaft, Cognitive Science oder Anthropologie sowie für Tätigkeiten in Sprachtechnologie (NLP), Sprachendokumentation und -revitalisierung, kultureller Beratung, Verlagswesen, Wissenschaftskommunikation und Hochschulbildung. Voraussetzung ist ein einschlägiger Bachelor in Linguistik, Philologien oder verwandten Fächern; ein Eignungsverfahren prüft die fachliche Passung.
Charakteristisch für CCL an der LMU ist die enge Verzahnung mit der etablierten Münchner Sprachenvielfalt: Studierende können je nach Bachelor-Hintergrund Wahlmodule in Sinologie, Iranistik, Slawistik, Romanistik, Anglistik oder Indogermanistik belegen und so eine konkrete Sprachexpertise mit theoretischer Reflexion verbinden. Das ATS-Institut betreibt aktive Sprachendokumentationsprojekte in Asien, Afrika und Südamerika; ambitionierte Studierende können in solche Feldforschungsprojekte einsteigen und Daten für ihre Masterarbeit erheben. Lehrsprache ist überwiegend Englisch, einige Lehrveranstaltungen werden auf Deutsch angeboten. Die Kohorten sind klein, intensive Betreuung ist Standard. Berufseinstiege erfolgen unter anderem bei Sprachtechnologie-Unternehmen (DeepL, Apple Siri, SAP), in Bildungsverlagen, in der Sprachendokumentation und in Forschungs- und Beratungstätigkeiten. Wer promovieren möchte, findet in München eine ausgesprochen forschungsstarke Umgebung mit DFG-Graduiertenkollegs und SFB-Beteiligungen.
Module im Studium
- Linguistische Theorien und Methoden I
- Linguistische Theorien und Methoden II
- Cultural Linguistics
- Cognitive Linguistics
- Documentary Linguistics
- Sprachtypologie
- Korpuslinguistik und Statistik
- Wahlpflichtmodul Sprachvertiefung
- Wahlpflichtmodul interdisziplinär
- Forschungsseminar
- Examenskolloquium
- Masterarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Cultural Linguistics
- Cognitive Linguistics
- Typologie und Dokumentation
Was du lernst
- Sprachliche Daten kulturell interpretieren
- Kognitive Modelle auf Sprache anwenden
- Korpora und Feldstudien auswerten
- Theoretisch-methodisch reflektieren
- Eigenständige Forschung publizieren
- Interdisziplinär kommunizieren
Typische Berufsfelder
- Promotion Linguistik
- Sprachtechnologie/NLP
- Sprachendokumentation
- Verlagswesen
- Wissenschaftliche Mitarbeit
- Wissenschaftskommunikation
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor in Linguistik oder Philologie
- Englischkenntnisse (Fachliteratur)
- Methodische Grundkenntnisse
- Interesse an Kultur und Kognition
- Eignungsverfahren der LMU
5 Varianten dieses Studiengangs 5 Einträge
- Albanologie Master Vollzeit
- Cultural and Cognitive Linguistics Master Vollzeit
- Phonetik und Sprachverarbeitung Master Vollzeit
- Phonetik und Sprachverarbeitung mit Nebenfach Master Vollzeit
- Übersetzen, literarisches Master Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die LMU München auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Sprach-, Literaturwissenschaften, Dolmetschen und Übersetzen” an der LMU München suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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