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Der Masterstudiengang Bioingenieurwesen (M.Sc.) am Karlsruher Institut für Technologie verbindet bio- und verfahrenstechnische Grundlagen mit anwendungsorientierten Vertiefungen in pharmazeutischer Produktion, Lebensmittelherstellung, industrieller Biotechnologie und Umwelttechnik. Das viersemestrige Programm mit 120 ECTS wird an der KIT-Fakultät für Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik (CIW) angeboten und ist zulassungsfrei. Beginn ist im Winter- und Sommersemester möglich; Unterrichtssprache ist primär Deutsch. Karlsruhe ist als Sitz mehrerer Pharma- und Lebensmittelunternehmen (z. B. Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnikinstitute der KIT) ein industriell anschlussfähiger Standort, mit besonderen Stärken in der Produktion von Aromen, Enzymen und Pharma-Wirkstoffen.

Kern des Curriculums sind die Pflichtmodule Prozess- und Anlagenplanung in der Biotechnologie sowie Thermodynamik im Bioingenieurwesen (12 ECTS). Hinzu kommen variable Bereiche Verfahrenstechnik (6-16 ECTS) und Rechnergestützte Methoden (6-16 ECTS), in denen Numerik, Simulation und Datenanalyse für biotechnische Prozesse vertieft werden. Im Schwerpunktbereich (40 ECTS) wählen Studierende zwei bis vier aus acht Vertiefungen: Biopharmazeutische Verfahrenstechnik, Health Technology, Industrielle Biotechnologie, Lebensmittelproduktgestaltung, Lebensmittelverfahrenstechnik, Mikro-Bioverfahrenstechnik, Neue Bioproduktionssysteme (Elektrobiotechnologie) sowie Umwandlung nachwachsender Rohstoffe. Verpflichtend sind außerdem ein mindestens dreimonatiges Industriepraktikum (12 ECTS) und überfachliche Qualifikationen (4 ECTS). Den Abschluss bildet die sechsmonatige Masterarbeit (30 ECTS), häufig in Kooperation mit Pharmaunternehmen wie Boehringer Ingelheim, Roche, Merck oder dem südwestdeutschen Lebensmittelmittelstand.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten in der pharmazeutischen Industrie (Upstream/Downstream-Processing, Bioreaktorbetrieb), in Lebensmittel- und Getränkekonzernen, in Biotechnologie-Start-ups, bei Anlagenbauern, in der chemischen Industrie, in der Wasserwirtschaft sowie in Forschung und Behörden. Aufgabenfelder reichen von Prozess- und Anlagenplanung über Scale-up und Validierung bis zu Produktentwicklung, Qualitätssicherung und Regulatory Affairs. Auch eine Promotion am CIW oder an Helmholtz-Instituten ist eine etablierte Anschlussperspektive. Mit dem Trend zur biobasierten Wirtschaft (Bioökonomie, Wasserstoffwirtschaft, alternative Proteinquellen) wachsen die Karriereperspektiven kontinuierlich.

Die Zulassung erfordert einen Bachelor mit mindestens 35 ECTS in mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen (davon 10+ Mathematik), 15 ECTS Ingenieurgrundlagen, 15 ECTS Thermodynamik und Transportprozesse, 12 ECTS Verfahrenstechnik-Grundlagen sowie 15 ECTS Biologie/Biotechnologie. Sprachvoraussetzung: Deutsch C1. Eine Eignungsfeststellung erfolgt im Rahmen der Aufnahmeentscheidung der CIW-Fakultät.

Die KIT-Bioingenieurwesen-Community profitiert von einer engen Verzahnung mit den Helmholtz-Programmen zu Bioökonomie, mit dem Helmholtz-Programm Materialien und Technologien für die Energiewende sowie mit dem Fraunhofer IGB. Studierende erhalten dadurch Zugang zu hochwertiger Pilotanlagen- und Bioreaktorinfrastruktur, was im Industriekontext sehr nachgefragte Skills erzeugt: Auslegung, Scale-up und qualifizierungsgerechte Dokumentation. Wer in der biopharmazeutischen Industrie Fuß fassen möchte, schließt das Programm idealerweise mit einer industrienahen Masterarbeit ab – häufig in Süddeutschland oder im Rhein-Main-Raum, wo viele namhafte Pharma- und CDMO-Standorte sitzen.

Module im Studium

  • Prozess- und Anlagenplanung in der Biotechnologie
  • Thermodynamik im Bioingenieurwesen
  • Bioverfahrenstechnik
  • Rechnergestützte Methoden / Bioprozesssimulation
  • Biopharmazeutische Verfahrenstechnik
  • Industrielle Biotechnologie
  • Lebensmittelverfahrenstechnik
  • Mikro-Bioverfahrenstechnik
  • Umwandlung nachwachsender Rohstoffe
  • Health Technology
  • Industriepraktikum (mind. 3 Monate)
  • Masterarbeit

Schwerpunkte & Vertiefungen

  • Biopharmazeutische Verfahrenstechnik
  • Health Technology
  • Industrielle Biotechnologie
  • Lebensmittelverfahrenstechnik / -produktgestaltung
  • Mikro-Bioverfahrenstechnik
  • Umwandlung nachwachsender Rohstoffe

Was du lernst

  • Bioprozesse vom Labor in die Produktion skalieren
  • Bioreaktoren und Downstream-Schritte auslegen
  • Lebensmittel- und Pharmaproduktion regulatorisch absichern
  • Bioprozesse modellieren und simulieren
  • Industrielle Anlagen verfahrenstechnisch planen
  • Interdisziplinäre Entwicklungsprojekte leiten

Typische Berufsfelder

  • Pharma- und Bioproduktion
  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Industrielle Biotechnologie
  • Anlagenbau und Engineering
  • Wasser- und Umwelttechnologie
  • Forschung und Promotion

Branchen

Pharmazeutische IndustrieLebensmittel- und GetränkeindustrieBiotechnologieChemische IndustrieAnlagenbauWasser- und Umwelttechnik

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Einschlägiger Bachelor mit 35+ ECTS MN-Grundlagen
  • 10+ ECTS Mathematik
  • 15+ ECTS Thermodynamik/Transport
  • 12+ ECTS Verfahrenstechnik
  • Deutsch C1
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
  • Bioingenieurwesen Master Vollzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Karlsruher Institut für Technologie auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt Ingenieurwissenschaften)” an der Karlsruher Institut für Technologie suchen →

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