Energiewirtschaft
Der B.Sc. Energiewirtschaft an der Hochschule Darmstadt (h_da) ist ein siebensemestriger, 210-ECTS-umfassender Studiengang am Fachbereich Wirtschaft und gehört zu den profiliertesten betriebswirtschaftlich-technischen Energiestudiengängen in Deutschland. Anders als ein klassischer VWL-Bachelor mit allgemeinem Volkswirtschaftsschwerpunkt fokussiert das Studium konsequent auf die Energiewirtschaft und ihre Transformation – Liberalisierung der Energiemärkte, Energiewende, Dezentralisierung, Digitalisierung und regulatorische Rahmenbedingungen. Die h_da ist eine der größten staatlichen Fachhochschulen Deutschlands im Rhein-Main-Gebiet mit ausgeprägtem Praxisprofil; das Programm ist sowohl in einer Vollzeit- als auch in einer dualen Variante mit Praxispartnern aus der Energiebranche verfügbar und vom Akkreditierungsrat über die AQAS-Agentur akkreditiert.
Das Grundlagenstudium in den Semestern 1 bis 4 ruht auf drei Säulen: Betriebswirtschaftslehre (ABWL, Buchführung und Bilanzierung, Investition und Finanzierung, Marketing, Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling), Energietechnik (Grundlagen der Elektrotechnik, Thermodynamik, Energieerzeugungstechnik, regenerative Energien wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, Energieübertragung und Netze) sowie spezifische Energiewirtschaftsmodule (Energiemärkte und Energiebörsen, Energiehandel, Energiepolitik und -recht, Tarifkalkulation und Preisbildung). Hinzu kommen Wirtschaftsmathematik, Statistik, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsenglisch, Mikro- und Makroökonomie. Im Vertiefungsstudium (Semester 5 bis 7) werden Pflichtmodule wie Risikomanagement im Energiehandel, Asset Management von Erzeugungsanlagen, Energiewirtschaftliche Modellierung und Bilanzkreismanagement angeboten, ergänzt um Wahlpflichtmodule zu hochaktuellen Themen wie Wasserstoffwirtschaft, Smart Grids und intelligente Messsysteme, Elektromobilität, Erneuerbare Projektentwicklung, Sustainable Finance oder Sektorenkopplung. Das siebte Semester umfasst ein Praxismodul (mindestens 18 Wochen) und die Bachelorarbeit, häufig in Kooperation mit einem Energieversorger im Rhein-Main-Gebiet.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten typischerweise bei Energieversorgungsunternehmen wie E.ON, RWE, EnBW oder Vattenfall sowie bei den Stadtwerken im Rhein-Main-Gebiet (Mainova, Süwag, ENTEGA, Stadtwerke Heidelberg) und Übertragungsnetzbetreibern wie Amprion, TenneT oder 50Hertz. Energiehändler an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig, Beratungen mit Energiefokus wie Enervis, Deloitte Energy oder PwC Sustainability, Behörden wie die Bundesnetzagentur oder das Umweltbundesamt, Projektierer erneuerbarer Energien wie ABO Wind oder PNE sowie die Energieabteilungen großer Industrieunternehmen sind weitere typische Arbeitgeber. Tätigkeitsfelder reichen von Portfolio- und Trading-Management über Vertrieb und Kundenmanagement, Regulierung, Energiebeschaffung, Asset Management bis zum strategischen Controlling und zum Innovationsmanagement für die Energiewende. Ein konsekutiver Master Energiewirtschaft an der h_da oder einer Partnerhochschule eröffnet den Weg in strategische und forschungsnahe Positionen.
Voraussetzung ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife; ein örtlicher Numerus clausus kann je nach Bewerberlage greifen, ist aber meist moderat. Solide Mathematikkenntnisse, Interesse an wirtschaftlichen und gleichzeitig technischen Zusammenhängen, gute Englischkenntnisse für internationale Marktstudien und Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit regulatorischen Texten wie EnWG, EEG oder REMIT-Verordnung sind essenziell. Die Energiewirtschaft ist eines der dynamischsten Felder der deutschen Wirtschaft und bietet Berufsperspektiven mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.
Module im Studium
- Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
- Buchführung und Bilanzierung
- Investition und Finanzierung
- Kosten- und Leistungsrechnung
- Mikroökonomie
- Wirtschaftsmathematik
- Statistik
- Grundlagen der Elektrotechnik
- Thermodynamik
- Energieerzeugungstechnik
- Regenerative Energien
- Energiemärkte und Energiehandel
- Energiewirtschaftliches Recht
- Risikomanagement im Energiehandel
- Bilanzkreismanagement
- Praxismodul
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Energiehandel und Portfolio Management
- Erneuerbare Energien und Projektentwicklung
- Netze und Smart Grids
- Wasserstoff und Sektorenkopplung
- Energievertrieb und Kundenmanagement
Was du lernst
- Energiemärkte ökonomisch verstehen
- Energieerzeugungstechniken bewerten
- Handelsstrategien entwickeln
- Regulatorische Vorgaben anwenden
- Asset-Portfolios steuern
- Erneuerbare Projekte kalkulieren
- Bilanzkreise managen
Typische Berufsfelder
- Energiehandel
- Portfolio Management
- Vertrieb Energieversorger
- Regulierung und Compliance
- Asset Management
- Beratung Energiewirtschaft
- Projektentwicklung Erneuerbare
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife
- Solide Mathematikkenntnisse
- Interesse an Technik und Wirtschaft
- Englischkenntnisse B2
- Bereitschaft zu regulatorischer Lektüre
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Energiewirtschaft Bachelor of Science Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Hochschule Darmstadt auf ihrer Website.
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