Biodiversität, Evolution und Ökologie
Der Master of Science Biodiversität, Evolution und Ökologie (Biodiversity, Evolution and Ecology) am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie der Freien Universität Berlin ist ein viersemestriger, weitgehend englischsprachiger forschungsorientierter Studiengang mit 120 ECTS. Er nutzt eine in Deutschland einzigartige Berliner Forschungslandschaft: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), das Berlin-Brandenburgische Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB) sowie diverse Arbeitsgruppen der FU bieten direkten Zugang zu Sammlungen, Feldstationen, Genbanken und großen Datensätzen. Damit ist der FU-Master einer der wenigen Studiengänge weltweit, in dem Studierende sowohl an historischen Trockensammlungen als auch an modernen Hochdurchsatz-Sequenziereinrichtungen arbeiten können.
Das Curriculum gliedert sich in einen Einführungsbereich (15 ECTS) mit Grundlagen der Biodiversitätsforschung, Statistik und wissenschaftlichem Arbeiten, einen Erweiterungsbereich (50–60 ECTS) aus wechselnden, oft semesterspezifisch angebotenen Vertiefungsmodulen sowie einen Projektbereich (15–25 ECTS) und die Masterarbeit mit Kolloquium (30 ECTS). Inhaltlich werden klassische und moderne Methoden der Systematik, Phylogenetik und molekularen Evolution, der Populationsgenetik, der theoretischen und experimentellen Ökologie, der Naturschutzbiologie sowie der Biodiversitätsinformatik vermittelt. Konkrete Modulinhalte umfassen unter anderem Phylogenomik mit R und Python, vergleichende Genomik, mikrobielle Ökologie, Pflanzen- und Tiersystematik, Ökosystemforschung, Verhaltensökologie, Naturschutzgenetik, Geländekurse in Brandenburg sowie Sammlungspraktika in den Berliner Naturkundeinstitutionen. Internationale Exkursionen, zum Beispiel an mediterrane Forschungsstationen oder tropische Standorte, werden regelmäßig angeboten. Aufgrund der Platzbeschränkung in den Laboren und Geländekursen ist der Studienverlaufsplan verbindlicher zu beachten als in vielen anderen Studiengängen.
Mit dem M.Sc. sind Promotion in Evolutionsbiologie, Ökologie oder Biodiversitätsforschung der häufigste nächste Schritt; Absolventinnen und Absolventen arbeiten zudem in Naturkundemuseen und Sammlungen, in Behörden für Naturschutz und Umweltmonitoring (BfN, UBA, Landesämter), in NGOs (WWF, BUND, NABU, Greenpeace), in der Umweltberatung und Umweltverträglichkeitsprüfung, in Agrar- und Biotechnologieunternehmen, in der Saatgutforschung, in der Wissenschaftskommunikation und Bildungsarbeit von Zoos und Botanischen Gärten sowie zunehmend in internationalen Biodiversitätsinitiativen (IPBES, CBD, IUCN). Die Berliner Forschungslandschaft eröffnet außerdem den Sprung in interdisziplinäre Projekte zur One-Health-Forschung und zur Klimaresilienz von Ökosystemen.
Zulassungsvoraussetzung ist ein Hochschulabschluss in Biologie, Geowissenschaften oder verwandten Naturwissenschaften mit mindestens 30 ECTS aus den Bereichen Biodiversität, Ökologie und Evolution, davon mindestens 10 ECTS aus Labor- oder Feldpraktika. Englisch auf B2-Niveau ist verpflichtend, Grundkenntnisse Deutsch (A1) werden für internationale Studierende empfohlen, um den Berliner Alltag zu meistern. Hilfreich sind Vorkenntnisse in Statistik mit R, formenkenntnis bei Pflanzen oder Tieren, Bestimmungsübung sowie Begeisterung für Feldarbeit – Pflichtexkursionen und mehrtägige Geländekurse sind fester Bestandteil und prägen das kollegiale Klima des Studiengangs.
Module im Studium
- Grundlagen der Biodiversitätsforschung
- Statistik für Biodiversitätsdaten
- Phylogenetik und Phylogenomik
- Molekulare Evolution und Populationsgenetik
- Systematik der Pflanzen
- Systematik der Tiere
- Theoretische Ökologie
- Mikrobielle Ökologie
- Naturschutzgenetik und Conservation Biology
- Ökosystemforschung und Biogeochemie
- Verhaltensökologie
- Sammlungs- und Kuratorenpraktikum
- Feldkurs Biodiversität
- Forschungsprojektmodul
- Masterarbeit und Kolloquium
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Biodiversität und Phylogenetik
- Vegetations- und Pflanzenökologie
- Tierökologie und Naturschutzbiologie
- Klimaökologie und globale Umweltveränderung
Was du lernst
- Biodiversitätsfragen forschungsbasiert bearbeiten
- Phylogenomische Datensätze analysieren
- Feldstudien planen und auswerten
- Naturschutzkonzepte wissenschaftlich fundieren
- Statistische Modelle in R anwenden
- Englischsprachig wissenschaftlich kommunizieren
- Sammlungen kuratorisch bearbeiten
Typische Berufsfelder
- Promotion und akademische Forschung
- Naturkundemuseen und Sammlungen
- Naturschutzbehörden (BfN, UBA, Landesämter)
- NGOs (WWF, NABU, BUND)
- Umweltberatung und UVP
- Botanische und Zoologische Gärten
- Agrar- und Biotechnologie
- Wissenschaftskommunikation
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Bachelor Biologie oder Geowissenschaften mit 30 ECTS Biodiv/Eco/Evo
- 10 ECTS Labor-/Feldpraxis
- Englisch B2
- Statistikgrundlagen mit R hilfreich
- Bereitschaft zu Feldarbeit
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Biodiversität, Evolution und Ökologie Master Vollzeit
- Biology Master Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Freie Universität Berlin auf ihrer Website.
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