Sozial- und Kulturanthropologie
Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin ist ein Kombi-Bachelor mit Bachelor-of-Arts-Abschluss, der entweder als 90-LP-Kernfach mit ergänzendem 60-LP-Modulangebot oder umgekehrt studiert wird. Trägerinstitut ist das Institut für Sozial- und Kulturanthropologie am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, das eng mit dem Lateinamerika-Institut, dem Institut für Iranistik und den Regionalstudien der Exzellenzuniversität verzahnt ist. Das Studium beginnt ausschließlich zum Wintersemester und dauert sechs Semester. Die FU gehört zu den forschungsstärksten Standorten der Ethnologie in Deutschland mit eigenständigen Forschungsverbünden zu transregionalen Verflechtungen, medizinischer Anthropologie und Stadtethnografie.
Die Grundlagenphase umfasst Module zu Themen und Theorien sowie Methoden der Sozial- und Kulturanthropologie und legt damit das Fundament für ethnografische Forschung, Diskursanalyse und vergleichendes Arbeiten. Behandelt werden unter anderem teilnehmende Beobachtung, qualitative Interviewverfahren, visuelle Methoden, Auto-Ethnografie sowie die Grundlagen der wissenschaftlichen Textproduktion. Verpflichtend ist außerdem ein transkulturelles Sprachmodul: Studierende erwerben oder vertiefen eine außereuropäische, nicht romanisch und nicht germanisch geprägte Sprache, zur Wahl stehen unter anderem Arabisch, Chinesisch, Indonesisch, Japanisch, Koreanisch, Kurdisch, Polnisch, Russisch, Swahili oder Türkisch. In der Aufbauphase folgen vier thematische Säulen: Soziale Beziehungen, Politik und Wirtschaft, Religion, Medizin und Psyche sowie Verflochtene Welten. Wer das Fach als Kernfach studiert, vertieft eine Spezielle Themenwahl und ergänzt diese um Module der Allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) mit Praktikum. Die Studienleistung schließt mit einer empirisch-ethnografischen Bachelorarbeit ab, häufig auf Basis eigener kleiner Feldforschungen, von Archivarbeit oder vergleichender Textanalyse.
Die Lehre ist deutschsprachig, setzt jedoch Englischkenntnisse auf B1-Niveau voraus, da ein Großteil der theoretischen Literatur englischsprachig ist. Inhaltlich werden klassische Felder der Ethnologie (Verwandtschaft, Ritual, Religion) mit aktuellen Debatten zu Postkolonialität, transnationaler Migration, politischer Anthropologie, medizinischer Anthropologie und Wirtschaftsethnologie verknüpft. Studierende arbeiten regelmäßig in Lektüreseminaren mit aktuellen Monografien sowie in Forschungswerkstätten mit eigenen Datenmaterialien. Berlin als Lehrort wird selbst zum Forschungsfeld, etwa in stadtethnografischen Projekten zu Migration, Wohnen, Religion und urbaner Gentrifizierung.
Absolventinnen und Absolventen finden typische Beschäftigungsfelder in der internationalen Zusammenarbeit, in NGOs, in Stiftungen, in Museen und Ausstellungsbetrieben (etwa Humboldt Forum), in Redaktionen mit Auslands- oder Diversity-Fokus, in der Markt- und Konsumforschung sowie in der interkulturellen Beratung von Verwaltung und Unternehmen. Viele setzen mit dem konsekutiven Master Sozial- und Kulturanthropologie der FU oder mit interdisziplinären Mastern zu Global Studies, Visual and Media Anthropology oder Migration fort. Verlangt werden allgemeine Hochschulreife, ausgeprägtes Interesse an empirischer Sozialforschung, Lesebereitschaft englischer Theorie sowie die Offenheit, eine außereuropäische Sprache über mehrere Semester systematisch aufzubauen. Eine NC-Beschränkung besteht nicht; Studienbeginn ist ausschließlich zum Wintersemester möglich.
Module im Studium
- Themen der Sozial- und Kulturanthropologie
- Theorien der Sozial- und Kulturanthropologie
- Methoden der Sozial- und Kulturanthropologie
- Sprachmodul (außereuropäisch oder transkulturell)
- Soziale Beziehungen
- Politik und Wirtschaft
- Religion, Medizin und Psyche
- Verflochtene Welten
- Spezielle Themen (Vertiefung)
- Allgemeine Berufsvorbereitung (ABV)
- Praktikumsmodul
- Bachelorarbeit
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Soziale Beziehungen
- Politik und Wirtschaft
- Religion, Medizin und Psyche
- Verflochtene Welten
Was du lernst
- Ethnografische Methoden anwenden
- Globale Verflechtungen analysieren
- Theorien postkolonialer Forschung diskutieren
- Eigenständige Feldforschung planen
- Fachenglische Theorie kritisch lesen
- Außereuropäische Sprachpraxis aufbauen
Typische Berufsfelder
- Internationale Zusammenarbeit und NGOs
- Museen und kuratorische Praxis
- Stiftungen und politische Bildung
- Markt- und Konsumforschung
- Diversity- und Integrationsberatung
- Journalismus mit Auslandsfokus
- Wissenschaftliche Laufbahn
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine Hochschulreife
- Englischkenntnisse auf B1-Niveau
- Bereitschaft zum Erwerb einer außereuropäischen Sprache
- Interesse an empirischer Sozialforschung
- Hohe Lesebereitschaft theoretischer Texte
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
- Sozial- und Kulturanthropologie Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Freie Universität Berlin auf ihrer Website.
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