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Notfallsanitäter

Fachhochschule der Diakonie Bielefeld Bachelor (Bachelor/Bakkalaureus)

Der berufsintegrierende Bachelor Notfallsanitäter an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld-Bethel ist ein B.Sc.-Studiengang mit 180 ECTS und einer Regelstudienzeit von drei Jahren. Er richtet sich ausschließlich an Personen, die bereits eine abgeschlossene Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter mitbringen. Die Berufsausbildung wird mit 60 ECTS pauschal angerechnet; weitere Vorqualifikationen wie Praxisanleiter, Gruppenführer oder Desinfektor können bis zu insgesamt 90 ECTS einbringen. Das Studium startete erstmals zum Wintersemester 2024 und ist staatlich akkreditiert.

Das Curriculum ist klar zweigeteilt. Im Grundlagenbereich werden notfallmedizinische, rettungswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Vertiefungen vermittelt: Wissenschaftliches Arbeiten, Evidenzbasierte Notfallversorgung, Recht im Rettungsdienst, Public Health und Versorgungsforschung, Ethik sowie Forschungsmethoden. Ab dem dritten Semester wählen Studierende einen von zwei Schwerpunkten: Berufspädagogik mit rund 400 Stunden pädagogischer Ausbildung für eine spätere Tätigkeit als Praxisanleitung oder Lehrkraft an Rettungsdienstschulen, oder Management mit Modulen zu Personalführung, Qualitätsmanagement, Betriebswirtschaft im Rettungsdienst und Organisationsentwicklung. Die Bachelorarbeit schließt das Studium ab. Kooperationspartner ist das Studieninstitut Westfalen Lippe (STIWL), dessen Räumlichkeiten für Teile der Präsenzphasen genutzt werden.

Die Präsenzphasen sind familien- und berufsverträglich gestaltet: Im ersten Studienjahr findet jeweils eine dreitägige Präsenz pro Semester statt, ab dem zweiten Jahr monatlich von Donnerstag bis Samstag, ergänzt durch E-Learning. Die Berufsperspektiven liegen klar in der Weiterentwicklung des Rettungsdienstes: als Praxisanleitung, in der Rettungsdienstschule, in der mittleren Leitungsebene bei Hilfsorganisationen und Berufsfeuerwehren, im Qualitätsmanagement von Rettungsdienstträgern, in der Versorgungsforschung sowie in Stabsstellen kommunaler und landesweiter Strukturen.

Voraussetzung sind die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife sowie der Abschluss als Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter. Ein Studium ohne Abitur ist mit Berufsausbildung plus drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung möglich. Ein Quereinstieg in das dritte Semester ist seit 2025 unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen.

Studieninteressierte sollten sich der Doppelbelastung bewusst sein: Der Lehrberuf im Rettungsdienst mit Schicht- und Nachtdiensten lässt sich nur mit klar strukturierter Selbstorganisation parallel zum Studium bewältigen. Die FH der Diakonie unterstützt dies mit asynchronen E-Learning-Inhalten, einer überschaubaren Kohortengröße und intensiver Betreuung durch Studiengangsleitung und Praxisbeauftragte. Auch der konfessionelle Träger Bethel bringt eine besondere Akzentuierung mit: Ethikfragen am Lebensanfang und Lebensende, Palliativ- und Krisenkommunikation werden gegenüber rein medizintechnischen Programmen stärker gewichtet. Ein konsekutiver Master Notfallversorgung ist in Planung. Die Studiengebühr wird in der Regel ganz oder teilweise vom Arbeitgeber übernommen; viele Hilfsorganisationen und kommunale Träger fördern Mitarbeitende ausdrücklich. Damit ist das Programm finanziell breit zugänglich. Auch eine Erweiterung des Schwerpunkts während des Studiums ist im Rahmen der Modulwahl möglich; das Curriculum reagiert damit auf die individuellen Karrierepläne der Studierenden.

Module im Studium

  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Evidenzbasierte Notfallversorgung
  • Recht im Rettungsdienst
  • Public Health und Versorgungsforschung
  • Ethik im Rettungsdienst
  • Forschungsmethoden
  • Berufspädagogik oder Management
  • Personalführung und Qualitätsmanagement
  • Praxisanleitung
  • Betriebswirtschaft im Rettungsdienst
  • Bachelorarbeit

Schwerpunkte & Vertiefungen

  • Berufspädagogik
  • Management

Was du lernst

  • Notfallmedizinisches Handeln evidenzbasiert begründen
  • Praxisanleitung pädagogisch fundiert gestalten
  • Rettungsdienstrechtliche Fragen einordnen
  • Versorgungsforschung methodisch anwenden
  • Qualitätsmanagement im Rettungsdienst umsetzen
  • Führungskompetenz im Einsatz entwickeln

Typische Berufsfelder

  • Praxisanleitung im Rettungsdienst
  • Lehrkraft an Rettungsdienstschulen
  • Mittlere Leitungsebene Rettungsdienst
  • Qualitätsmanagement
  • Versorgungsforschung
  • Stabsstellen kommunaler Gefahrenabwehr

Branchen

RettungsdienstHilfsorganisationenBerufsfeuerwehrBildungseinrichtungen GesundheitsberufeÖffentliche Verwaltung

Empfohlene Vorkenntnisse

  • Allgemeine oder Fachhochschulreife
  • Abgeschlossene Ausbildung Notfallsanitäter
  • Alternativ Berufsausbildung plus drei Jahre Berufserfahrung
  • Aktive Tätigkeit im Rettungsdienst empfohlen
Offizielles Modulhandbuch Offizielle Studienseite
Variante dieses Studiengangs 1 Eintrag
  • Notfallsanitäter Bachelor Teilzeit

Modulhandbuch & Studienordnung

Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Fachhochschule der Diakonie auf ihrer Website.

Modulhandbuch zu „Gesundheitswissenschaften/-management” an der Fachhochschule der Diakonie suchen →

Erfahrungsberichte von Studierenden

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