Rettungswesen und Notfallversorgung
Der Bachelorstudiengang Rettungswesen und Notfallversorgung an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena ist ein primärqualifizierendes Programm, das die staatliche Berufszulassung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter mit einem akademischen Abschluss verbindet. Das Studium umfasst acht Semester und 240 ECTS und schließt mit dem Grad B.Sc. ab. Es ist konsequent praxisorientiert und an den Lernort Hochschule sowie an Rettungswachen, Lehrrettungsdienste und Krankenhäuser im Raum Thüringen angebunden. Träger ist der Fachbereich Gesundheit und Pflege der EAH Jena, einer der profiliertesten Adressen für akademisierte Gesundheitsberufe in Mitteldeutschland. Der Studiengang reagiert auf die wachsende Anforderungslage im Rettungsdienst, in dem akademisch ausgebildete Einsatzkräfte zunehmend Aufgaben in Qualitätsmanagement, Führung und Lehre übernehmen.
Das Curriculum gliedert sich in zwei Studienabschnitte. Im ersten Abschnitt vom ersten bis sechsten Semester erwerben Studierende 180 ECTS in rund 16 Modulen plus sechs Praxisphasen mit 1.960 Stunden im Rettungsdienst und 720 Stunden in Krankenhäusern. Inhaltlich stehen Anatomie, Physiologie, Pharmakologie, präklinische Notfallmedizin, Trauma- und Reanimationsmanagement, pädiatrische und psychiatrische Notfälle, Hygiene und Infektionsschutz, Berufs- und Medizinrecht, Kommunikation und Einsatztaktik im Mittelpunkt. Dieser Abschnitt mündet in die staatliche Notfallsanitäter-Prüfung nach dem Notfallsanitätergesetz. Im zweiten Abschnitt im siebten und achten Semester folgen sechs Module mit 60 ECTS, darunter Qualitäts- und Risikomanagement, Versorgungsforschung, Public Health und Notfallepidemiologie, Personal- und Einsatzführung sowie zwei frei wählbare Vertiefungsmodule, mit denen Studierende eigene Profile in Lehre, Forschung oder Management setzen können. Den Abschluss bildet die Bachelorarbeit zu einer fachspezifischen Fragestellung mit anschließendem Kolloquium.
Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Notfallsanitäter mit erweiterten akademischen Aufgaben — etwa in Praxisanleitung, Qualitätsmanagement, Leitstellenkoordination, Einsatzführung und Wachenleitung. Größere Rettungsdienste, Hilfsorganisationen wie DRK, Johanniter, Malteser und ASB, kommunale Träger, Bundeswehr und Bundespolizei, Industriekliniken sowie Beratungs- und Schulungsanbieter im Gesundheitswesen sind typische Arbeitgeber. Mit dem akademischen Grad öffnen sich Masterstudien in Notfallpflege, Public Health, Management im Gesundheitswesen oder erweiterte klinische Praxis. Auch der Wechsel in Gefahrenabwehr, Katastrophenschutz, medizinische Lehre an Berufsfachschulen oder die Konzeption von telemedizinischen Diensten ist möglich.
Der Studiengang richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulzugangsberechtigung, idealerweise mit gesundheitlicher Eignung und Erfahrungen im Rettungsdienst oder Pflegekontext. Wichtig sind körperliche Belastbarkeit, Schichtdiensttauglichkeit, Stresstoleranz, Empathie, Teamfähigkeit und Sorgfalt im Umgang mit Patientinnen und Patienten. Solide naturwissenschaftliche Grundlagen — insbesondere Biologie und Chemie — sowie Bereitschaft zu Wochenend- und Nachtdiensten in den Praxisphasen sind hilfreich. Ein Führerschein der Klasse B bzw. C1 wird im Verlauf praktisch notwendig, um Rettungsfahrzeuge eigenständig führen zu können.
Module im Studium
- Anatomie und Physiologie
- Allgemeine und spezielle Notfallmedizin
- Pharmakologie
- Trauma- und Reanimationsmanagement
- Pädiatrische Notfälle
- Psychiatrische Notfälle
- Berufs- und Medizinrecht
- Kommunikation und Einsatztaktik
- Hygiene und Infektionsschutz
- Qualitäts- und Risikomanagement
- Versorgungsforschung und Notfallepidemiologie
- Personal- und Einsatzführung
- Public Health
Schwerpunkte & Vertiefungen
- Qualitäts- und Risikomanagement im Rettungsdienst
- Einsatz- und Personalführung
- Versorgungsforschung und Public Health
Was du lernst
- Notfallpatientinnen präklinisch versorgen
- Lebensbedrohliche Zustände erkennen und behandeln
- Einsatztaktisch und kommunikativ führen
- Qualitäts- und Risikomanagement umsetzen
- Versorgungsforschung methodisch durchführen
- Berufs- und medizinrechtlich sicher handeln
- Interdisziplinär im Rettungsteam arbeiten
Typische Berufsfelder
- Notfallsanitäterin im Rettungsdienst
- Praxisanleitung und Lehre
- Leitstellenkoordination
- Wachen- und Einsatzleitung
- Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen
- Katastrophenschutz
- Notfallmedizinische Beratung
Branchen
Empfohlene Vorkenntnisse
- Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife
- Gesundheitliche Eignung und Schichtdiensttauglichkeit
- Körperliche Belastbarkeit und Stresstoleranz
- Solide Biologie- und Chemiekenntnisse
- Bereitschaft zu Wochenend- und Nachtdienst
2 Varianten dieses Studiengangs 2 Einträge
- Hebammenwissenschaft/Midwifery Bachelor Vollzeit
- Rettungswesen und Notfallversorgung Bachelor Vollzeit
Modulhandbuch & Studienordnung
Detaillierte Modulbeschreibungen, Pflichtmodule und Studien- und Prüfungsordnung veröffentlicht die Ernst-Abbe-Hochschule Jena auf ihrer Website.
Modulhandbuch zu „Gesundheitswissenschaften/-management” an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena suchen →Erfahrungsberichte von Studierenden
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