Studieren in Güstrow
Mecklenburg-Vorpommern · Kleinstadt
Güstrow ist Renaissance-geprägte Kleinstadt rund 40 Kilometer südlich von Rostock mit Schloss, Dom und Barlach-Erbe. Die einzige Hochschule ist die landesinterne Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege mit gut 550 dual ausgebildeten Studierenden – ein klassisches Behördenstudium ohne breite studentische Szene. Die Einwohnerzahl ist seit der Wende deutlich gesunken.
Über die Stadt
Güstrow ist eine Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, rund 40 Kilometer südlich von Rostock, und trägt den offiziellen Beinamen „Barlachstadt“ – eine Referenz an den Bildhauer und Dichter Ernst Barlach, der hier von 1910 bis zu seinem Tod 1938 lebte und arbeitete. Sein Atelier, die Gertrudenkapelle und mehrere Museen machen Güstrow zu einem überraschend dichten Ort für Kunstgeschichte und Expressionismus.
Das historische Stadtbild ist bemerkenswert gepflegt: Das Schloss Güstrow, eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser Norddeutschlands, überragt die Innenstadt; Dom und Marktplatz vervollständigen ein Ensemble, das Touristen und Kunstinteressierte aus der gesamten Region anzieht. Gleichzeitig trägt Güstrow wie viele mecklenburgische Kleinstädte die Spuren demografischen Wandels – die Bevölkerung ist seit der Wiedervereinigung deutlich gesunken, Leerstand und Abwanderung sind sichtbar.
Die einzige Hochschule am Ort ist die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern (FHöVPR M-V), eine Landesinstitution für den Nachwuchs im öffentlichen Dienst. Rund 550 dual ausgebildete Studierende lernen hier auf Beamtenlaufbahn in den Bereichen Öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege. Das Studium folgt dem dualen Muster: Theoriephasen in Güstrow wechseln mit praktischen Einsätzen in Behörden. Eine breit angelegte studentische Szene entsteht dadurch nicht.
Für Ausflüge bietet die Region Seenketten, Radwege und die nicht weit entfernte Ostseeküste. Rostock ist in rund 40 Minuten per Bahn erreichbar und bietet das urbane Angebot, das Güstrow selbst nicht vorhält.
Studierendenleben
Güstrow ist preiswert: Das Mietniveau gehört zu den niedrigsten in Mecklenburg-Vorpommern, private Zimmer und WGs sind gut erschwinglich. Da das Studium an der FHöVPR dual organisiert ist und viele Studierende Bezüge als Anwärter erhalten, ist die Wohnsituation anders als an klassischen Präsenzunis. Eine breite Wohnheiminfrastruktur der Studierendenwerk-Art fehlt; Güstrow ist ein Studienort für Berufsorientierte, nicht für diejenigen, die klassisches Uni-Stadtleben suchen.
Kultur
Die Ernst-Barlach-Museen mit Gertrudenkapelle und Atelierhaus sind der kulturelle Hauptgrund für einen Besuch in Güstrow; die Sammlung umfasst Skulpturen, Zeichnungen und Briefe des Künstlers. Das Schloss Güstrow beherbergt ein historisches Museum mit Prunksälen und stadtgeschichtlicher Ausstellung; das Stadtmuseum im neoklassizistischen Bau ergänzt das Angebot. Das Theater Güstrow ist ein Spielort des Theaters Mecklenburg-Vorpommern.
Nachtleben
Güstrow bietet für rund 550 Hochschulstudierende keine eigene Ausgehszene; die FHöVPR zieht kein klassisches Campuspublikum an. Gastronomie in der Innenstadt richtet sich an ein gemischtes Stadtpublikum. Wer Bars oder Clubs sucht, fährt nach Rostock – knapp 45 Minuten mit dem Regionalzug.
Mobilität
Güstrow liegt an der Bahnstrecke Rostock–Neustrelitz; Regionalbahnen verbinden den Bahnhof in ca. 40 Minuten mit Rostock Hbf. Innerörtlich gibt es Buslinien, die Wohngebiete und den FHöVPR-Campus verbinden; die kurzen Stadtdistanzen machen Güstrow auch gut zu Fuß oder per Rad erschließbar. Ein Auto erweitert die Reichweite in die umliegende Seenlandschaft erheblich.
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