Gesundheitspsychologie (Health Psychology)
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften · Psychologie
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Hochschulen
9
Abschlüsse
Bachelor, Master
Gesundheitspsychologie ist das Teilgebiet der Psychologie, das sich mit psychologischen Einflüssen auf körperliche und psychische Gesundheit, Krankheitsentstehung, Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung befasst. Sie unterscheidet sich von der Klinischen Psychologie vor allem durch ihren präventiven und Public-Health-orientierten Zugang: Im Mittelpunkt stehen nicht Behandlung und Therapie, sondern die Förderung gesundheitlichen Verhaltens, die Gestaltung gesundheitsfördernder Umgebungen und die Begleitung von Rehabilitationsprozessen. Das Studium vermittelt psychologisches Grundlagenwissen in Kombination mit gesundheitswissenschaftlichen Inhalten. Typische Studiengebiete sind Gesundheitsverhalten und Verhaltensänderungsmodelle (z. B. Transtheoretisches Modell, Health Belief Model), Stressforschung und Stressbewältigung (Coping), Psychoneuroimmunologie, Sucht- und Suchtprävention, Schmerzpsychologie, Krankheitsbewältigung (Coping bei chronischer Erkrankung), Lebensqualitätsforschung sowie Evaluation von Gesundheitsprogrammen und Public-Health-Maßnahmen. Empirische Methoden – Fragebogenentwicklung, Längsschnittstudien, Interventionsstudien – haben hohe Gewichtung. Gesundheitspsychologie wird an deutschen Hochschulen sowohl als eigenständiger Bachelor (z. B. B.Sc. Gesundheitspsychologie oder B.A. Gesundheitspsychologie und Medizinpädagogik) als auch als Masterspezialisierung nach dem Psychologie-B.Sc. angeboten. Fernstudienvarianten sind verbreitet und richten sich häufig an Berufstätige aus dem Gesundheits-, Pflege- oder Sozialbereich. Berufsfelder umfassen Krankenkassen und Präventionsabteilungen, betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz, Rehabilitationskliniken und Reha-Einrichtungen, Gesundheitsämter und öffentlicher Gesundheitsdienst, Beratungsstellen (Sucht, Schmerz, chronische Erkrankung), nicht-ärztliche Psychotherapie in Anleitung sowie gesundheitsbezogene Forschung und Lehre. Gesundheitspsychologen sind kein staatlich geregelter Heilberuf im Sinne des PsychThG und üben keine eigenständige Psychotherapie aus; ihre Stärke liegt in der Verhaltensänderung, Prävention und evidenzbasierten Begleitung.
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