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Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft (European Ethnology and Cultural Studies)

Geisteswissenschaften · Kulturwissenschaften i.e.S.

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Die Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft ist die heute übliche Bezeichnung für das Fach, das historisch unter dem Namen Volkskunde geführt wurde. Sie untersucht Alltag und populäre Kultur in Europa empirisch – also gelebte Praktiken, materielle Kultur, Räume, Medien und Erzählungen in ihren historischen wie gegenwärtigen Kontexten. Je nach Standort firmiert das Fach unter unterschiedlichen Namen, etwa Empirische Kulturwissenschaft (Tübingen), Kulturanthropologie (Frankfurt, Göttingen), Vergleichende Kulturwissenschaft (Regensburg) oder Europäische Ethnologie (Berlin, Wien); die Umbenennungen signalisieren die Abkehr vom älteren Volkskunde-Paradigma hin zur Erforschung moderner, urbaner und transnationaler Lebenswelten. Typische Module behandeln Theorie und Geschichte des Faches, Methoden qualitativer Sozialforschung (teilnehmende Beobachtung, narrative Interviews, Ethnografie, Diskurs- und Bildanalyse, Archivarbeit, Oral History), zentrale Themenfelder wie Arbeit, Migration, Religion und Ritual, Gender, Wohnen, Konsum, Medien, Stadt, Tourismus, Sachkultur, Erinnerung sowie museums- und ausstellungsbezogene Praxis. Abschlüsse sind Bachelor und Master, häufig im Zwei-Fach-Modell; Promotionen sind in Forschungslaufbahnen üblich. Berufsfelder liegen schwerpunktmäßig in Museen und Ausstellungswesen, in der Kulturvermittlung und Denkmalpflege, in Stiftungen, im Wissenschafts- und Kulturjournalismus, in Verlagen, in Public-History-Projekten sowie zunehmend in qualitativer Markt- und Sozialforschung, Stadtentwicklung, Integrations- und Migrationsarbeit und in Beratungs- und UX-Kontexten, die ethnografische Kompetenzen nachfragen. Abgrenzung: Von der Ethnologie/Sozialanthropologie unterscheidet sich das Fach durch seinen primären Europabezug, von der Soziologie durch die ethnografische Methodik und die Nähe zur Kulturgeschichte, von der klassischen Volkskunde durch den Verzicht auf das traditionelle „Volk-Konzept“.

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