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Bildende Kunst/Graphik (Fine Arts/Graphics)

Kunst, Kunstwissenschaft · Bildende Kunst

Hochschulen

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Bildende Kunst/Graphik bezeichnet das künstlerisch-praktische Studium an Kunsthochschulen und Kunstakademien. Es umfasst die klassischen Gattungen Malerei, Bildhauerei, Zeichnung und Druckgrafik sowie in der Regel auch Fotografie, Film/Video, Installation, Performance, Klangkunst und mediale Gestaltung. Ziel ist nicht die Vermittlung eines abgeschlossenen Berufsbildes, sondern die Entwicklung einer eigenständigen künstlerischen Position. Der Studienalltag ist daher anders strukturiert als an Universitäten: Den Kern bildet die Arbeit in einer Klasse, die einer Professorin oder einem Professor zugeordnet ist; ergänzt wird sie durch Werkstätten (Druckwerkstatt, Bildhauerei, Foto-/Videolabor, Holz- und Metallwerkstatt) und durch Lehrveranstaltungen in Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft, Ästhetik und Philosophie. Der Zugang erfolgt nicht über den Numerus clausus, sondern über eine künstlerische Eignungsprüfung. Bewerberinnen und Bewerber reichen eine Mappe mit eigenen Arbeiten ein; bestandene Mappenprüfung führt zu einer praktischen Prüfung und einem Gespräch vor einer Aufnahmekommission. Das Abitur ist an vielen Akademien nicht zwingend, künstlerische Eignung kann es ersetzen. Standardabschluss an den klassischen Kunstakademien ist nach in der Regel zehn Semestern das Diplom Freie Kunst bzw. Bildende Kunst; an einigen Hochschulen werden stattdessen oder zusätzlich Bachelor- und Masterstudiengänge (BFA/MFA) sowie das Staatsexamen für das Lehramt Kunst angeboten. Im Anschluss an das Diplom können besonders qualifizierte Absolventinnen und Absolventen ein ein- bis zweisemestriges Meisterschülerstudium absolvieren. Berufsfelder sind die freie künstlerische Tätigkeit (Ausstellungen, Galerien, Stipendien, Kunstmarkt), Kunstvermittlung in Museen und Bildungseinrichtungen, Lehrtätigkeit (mit Lehramtsabschluss), Atelier- und Werkstattarbeit sowie Tätigkeiten in benachbarten Feldern wie Illustration, Bühnenbild, Restaurierung oder kuratorische Praxis. Realistisch ist, dass eine ausschließlich freischaffende Existenz nur einem Teil der Absolventinnen und Absolventen gelingt; Mischeinkommen aus Lehre, Auftragsarbeit und Kunstmarkt sind die Regel. Abzugrenzen ist das Fach vom anwendungsorientierten Kommunikationsdesign bzw. Grafikdesign an Fachhochschulen, das gezielt auf gestalterische Berufe in Agenturen und Verlagen vorbereitet.

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